Mindestlohn in Deutschland: alle Erhöhungen seit 2015
Von 8,50 € zum Start bis 14,60 € ab Januar 2027: jede Stufe mit Datum, Rechtsgrundlage und Minijob-Grenze, dazu der Vergleich mit der Inflation.
Rechtsstand: 23. Oktober 2026 · Inflationsdaten bis September 2026 (Destatis)
Mindestlohn seit 2015 und die Inflation
Die blaue Linie zeigt den gesetzlichen Mindestlohn, die orange Linie, was 8,50 € aus dem Januar 2015 nach der Inflation wert sein müssten. Liegt Blau über Orange, ist der Mindestlohn real gestiegen. Fahr mit der Maus oder dem Finger über die Grafik für die Werte jedes Monats.
Inflationslinie: 8,50 € × Verbraucherpreisindex des Monats ÷ Index Januar 2015 (Destatis, bis September 2026).
Erhöhung gegenüber der vorherigen Stufe. Die helle Säule 2027 ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft.
- Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € brutto pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €, das steht bereits in der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung.
- Seit dem Start mit 8,50 € im Januar 2015 stieg der Mindestlohn um 63,5 %, bis 2027 sind es 71,8 %.
- Die Verbraucherpreise stiegen von Januar 2015 bis September 2026 um 36,0 %. Die 8,50 € von damals entsprechen heute 11,56 €, der Mindestlohn liegt 2,34 € darüber.
- Den größten Sprung brachte der 1. Oktober 2022: Der Bundestag hob den Mindestlohn per Gesetz von 10,45 € auf 12,00 € an (+14,8 %). Den Startwert von 8,50 € legte das Mindestlohngesetz fest, alle anderen Stufen beruhen auf Beschlüssen der Mindestlohnkommission.
- Seit Oktober 2022 hängt die Minijob-Grenze am Mindestlohn: 2026 sind es 603 €, ab 2027 633 € im Monat.
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Alle Stufen des Mindestlohns im Überblick
Der Mindestlohn gilt brutto je Zeitstunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das 2026 rund 2.409,33 € brutto im Monat (13,90 € × 40 Stunden × 52 Wochen ÷ 12), ab 2027 rund 2.530,67 €. Die Spalte „Real“ rechnet jede Stufe zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens in Preise von Januar 2015 um, die vollständigen Fundstellen stehen unten bei den Quellen und in der CSV.
| Gültig ab | Mindestlohn | Plus | Plus in % | Real (Jan. 2015) | Minijob-Grenze | Grundlage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Januar 2027 | 14,60 € | 0,70 € | +5,0 % | – | 633 € | MiLoV5, zweite Stufe (beschlossen) |
| 1. Januar 2026 | 13,90 € | 1,08 € | +8,4 % | 10,54 € | 603 € | MiLoV5 vom 5.11.2025 |
| 1. Januar 2025 | 12,82 € | 0,41 € | +3,3 % | 9,92 € | 556 € | MiLoV4, zweite Stufe |
| 1. Januar 2024 | 12,41 € | 0,41 € | +3,4 % | 9,82 € | 538 € | MiLoV4 vom 24.11.2023 |
| 1. Oktober 2022 | 12,00 € | 1,55 € | +14,8 % | 9,84 € | 520 € | Gesetz vom 28.6.2022 |
| 1. Juli 2022 | 10,45 € | 0,63 € | +6,4 % | 8,82 € | 450 € | MiLoV3, vierte Stufe |
| 1. Januar 2022 | 9,82 € | 0,22 € | +2,3 % | 8,69 € | 450 € | MiLoV3, dritte Stufe |
| 1. Juli 2021 | 9,60 € | 0,10 € | +1,1 % | 8,64 € | 450 € | MiLoV3, zweite Stufe |
| 1. Januar 2021 | 9,50 € | 0,15 € | +1,6 % | 8,76 € | 450 € | MiLoV3 vom 9.11.2020 |
| 1. Januar 2020 | 9,35 € | 0,16 € | +1,7 % | 8,72 € | 450 € | MiLoV2, zweite Stufe |
| 1. Januar 2019 | 9,19 € | 0,35 € | +4,0 % | 8,76 € | 450 € | MiLoV2 vom 13.11.2018 |
| 1. Januar 2017 | 8,84 € | 0,34 € | +4,0 % | 8,65 € | 450 € | MiLoV vom 15.11.2016 |
| 1. Januar 2015 | 8,50 € | – | – | 8,50 € | 450 € | Mindestlohngesetz (MiLoG) |
Minijob-Grenze: bis September 2022 fest 450 €, seit Oktober 2022 Mindestlohn × 130 ÷ 3, auf volle Euro aufgerundet (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Was netto bleibt, rechnest du mit dem Minijob-Rechner oder dem Stundenlohnrechner aus.
Minijob-Stunden seit 2015 und dein Lohn-Check für 2027
Mit jeder Erhöhung des Mindestlohns änderte sich auch, wie lange du in einem Minijob arbeiten darfst. Bis 2022 lag die Grenze fest bei 450 €, also schrumpfte die erlaubte Arbeitszeit mit jeder Stufe: von 52,9 Stunden im Monat 2015 auf 43,1 Stunden im Juli 2022. Seit Oktober 2022 wächst die Grenze mit dem Mindestlohn mit (Mindestlohn × 130 ÷ 3). Seitdem passen zum Mindestlohn dauerhaft rund 43,3 Stunden in den Minijob, das sind 10 Stunden pro Woche.
| Ab | Mindestlohn | Minijob-Grenze | Max. Stunden im Monat | pro Woche |
|---|---|---|---|---|
| 1. Januar 2027 | 14,60 € | 633 € | 43,4 Std. | 10,0 Std. |
| 1. Januar 2026 | 13,90 € | 603 € | 43,4 Std. | 10,0 Std. |
| 1. Januar 2025 | 12,82 € | 556 € | 43,4 Std. | 10,0 Std. |
| 1. Januar 2024 | 12,41 € | 538 € | 43,4 Std. | 10,0 Std. |
| 1. Oktober 2022 | 12,00 € | 520 € | 43,3 Std. | 10,0 Std. |
| 1. Juli 2022 | 10,45 € | 450 € | 43,1 Std. | 9,9 Std. |
| 1. Januar 2022 | 9,82 € | 450 € | 45,8 Std. | 10,6 Std. |
| 1. Juli 2021 | 9,60 € | 450 € | 46,9 Std. | 10,8 Std. |
| 1. Januar 2021 | 9,50 € | 450 € | 47,4 Std. | 10,9 Std. |
| 1. Januar 2020 | 9,35 € | 450 € | 48,1 Std. | 11,1 Std. |
| 1. Januar 2019 | 9,19 € | 450 € | 49,0 Std. | 11,3 Std. |
| 1. Januar 2017 | 8,84 € | 450 € | 50,9 Std. | 11,7 Std. |
| 1. Januar 2015 | 8,50 € | 450 € | 52,9 Std. | 12,2 Std. |
Lohn-Check: Liegt dein Gehalt ab 2027 noch über dem Mindestlohn?
Trag dein Monatsbrutto und deine vertraglichen Wochenstunden ein. Der Check rechnet deinen Stundenlohn aus, vergleicht ihn mit 2026 und 2027 und zeigt, wie viele Stunden im Monat bei deinem Stundenlohn in einen Minijob passen.
Rechnung: Stundenlohn = Monatsbrutto ÷ (Wochenstunden × 13 ÷ 3). Das ist der übliche Umrechnungsfaktor von 4,33 Wochen je Monat. Nicht jeder Lohnbestandteil zählt für den Mindestlohn, gesetzliche Nachtarbeitszuschläge zum Beispiel nicht. Im Zweifel hilft die Mindestlohn-Hotline des Bundesarbeitsministeriums.
Mindestlohn und Inflation: der reale Verlauf
Nominal ging es immer nur nach oben, real sah das lange anders aus. Bis Mitte 2022 kam der Mindestlohn kaum vom Fleck: Zwischen zwei Erhöhungen fraß die Inflation den Zuwachs fast vollständig auf. Im Juni 2022 lag der Mindestlohn mit 9,82 € sogar unter dem Betrag, den 8,50 € aus dem Januar 2015 nach Inflation gebraucht hätten (10,02 €).
Erst der gesetzliche Sprung auf 12,00 € im Oktober 2022 brachte ein deutliches reales Plus. Danach zehrte die hohe Inflation von 2023 wieder daran, bis die Stufe auf 13,90 € im Januar 2026 den bisher höchsten realen Wert brachte: 10,54 € in Preisen von Januar 2015. Bis September 2026 sank dieser Wert durch die Teuerung auf 10,22 €.
Wer den Mindestlohn festlegt
Den gesetzlichen Mindestlohn gibt es seit dem 1. Januar 2015, das Mindestlohngesetz (MiLoG) setzte ihn auf 8,50 €. Über jede weitere Anpassung entscheidet die Mindestlohnkommission alle zwei Jahre. In ihr sitzen eine Vorsitzende oder ein Vorsitzender, je drei stimmberechtigte Mitglieder der Arbeitgeber und der Gewerkschaften sowie zwei beratende Mitglieder aus der Wissenschaft. Die Bundesregierung kann den Beschluss per Rechtsverordnung verbindlich machen, die Höhe selbst ändern kann sie dabei nicht.
Die Kommission orientiert sich nachlaufend an der Tarifentwicklung. Laut ihrer Geschäftsordnung berücksichtigt sie außerdem 60 % des Bruttomedianlohns von Vollzeitbeschäftigten, diesen Referenzwert nennt die EU-Mindestlohnrichtlinie. Einmal griff der Gesetzgeber selbst ein: Zum 1. Oktober 2022 setzte der Bundestag den Mindestlohn per Gesetz auf 12,00 €, ohne Beschluss der Kommission.
Den letzten Beschluss fasste die Kommission am 27. Juni 2025: 13,90 € ab Januar 2026 und 14,60 € ab Januar 2027. Die Bundesregierung setzte ihn mit der Verordnung vom 5. November 2025 um. Über die Höhe ab 2028 entscheidet die Kommission im Jahr 2027.
Daten herunterladen und zitieren
Die CSV enthält alle 13 Stufen mit Datum, Betrag, Erhöhung in Euro und Prozent, dem realen Wert in Preisen von Januar 2015, der Minijob-Grenze und der Rechtsgrundlage.
Gesetze und Verordnungen sind amtliche Werke und frei verwendbar. Für den Verbraucherpreisindex gilt die Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 (Quelle: Destatis). Für die Aufbereitung auf dieser Seite gilt CC BY 4.0 mit Nennung von finanzfacts.de. Die CSV nutzt das Semikolon als Trennzeichen und das Komma als Dezimalzeichen.
Häufige Fragen zum Mindestlohn
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Wann steigt der Mindestlohn das nächste Mal?
Wer legt die Höhe des Mindestlohns fest?
Für wen gilt der Mindestlohn nicht?
Amtliche Quellen
- Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5) vom 5. November 2025, gesetze-im-internet.de
- Vierte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV4) vom 24. November 2023, gesetze-im-internet.de
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/1403: Antwort der Bundesregierung zur Mindestlohnanpassung 2026 und 2027
- Gesetz zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn vom 28. Juni 2022 (BGBl. I S. 969)
- Dritte Mindestlohnanpassungsverordnung vom 9. November 2020 (BGBl. I S. 2356), Zweite vom 13. November 2018 (BGBl. I S. 1876), erste vom 15. November 2016 (BGBl. I S. 2530)
- Bundeszentrale für politische Bildung: Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 bis 2022 (Quelle: Mindestlohnkommission)
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Monatswerte (für die Inflationsbereinigung)
Mehr Mindestlohn heißt nicht automatisch mehr Kaufkraft
Die Zahl auf dem Lohnzettel steigt seit 2015 Stufe für Stufe. Aufschlussreich ist die orange Linie: Sie zeigt, dass der Mindestlohn bis 2022 real fast stillstand und erst die beiden großen Sprünge 2022 und 2026 echte Kaufkraft gebracht haben.
Wenn du zum Mindestlohn arbeitest, lohnt sich ein Blick auf die Grenzen bei Minijob und Midijob. Mit jeder Erhöhung verschieben sie sich, und damit auch, wie viel von deinem Brutto übrig bleibt.
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