Geringverdiener in Deutschland

Was versteht man unter einem Geringverdiener?

Geringverdiener

Der Begriff „Geringverdiener“ wird in Deutschland unterschiedlich definiert, abhängig vom jeweiligen Kontext:​

1. Sozialversicherungsrechtliche Definition

Geringverdienergrenze: Auszubildende mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von bis zu 325 Euro gelten als Geringverdiener. In diesem Fall übernimmt der Arbeitgeber die gesamten Sozialversicherungsbeiträge.1

2. Statistische Definition

Niedriglohnschwelle: Personen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenverdienstes aller Beschäftigten verdienen, gelten als Geringverdiener. Im April 2024 lag diese Schwelle bei einem Stundenlohn von 13,79 Euro.

3. Umgangssprachliche Verwendung

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden oft Personen mit niedrigem Einkommen, insbesondere nahe dem Mindestlohn, als Geringverdiener bezeichnet.​

Herkunft des Begriffs „Geringverdiener“

Das Wort „Geringverdiener“ setzt sich aus „gering“ (wenig) und „Verdiener“ (jemand, der verdient) zusammen und bezeichnet somit wörtlich jemanden, der wenig verdient. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Sozialversicherungsrecht3 und wurde verwendet, um bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern mit niedrigen Einkommen zu klassifizieren.​

Aktuelle Statistiken und Entwicklungen

  • Anteil der Niedriglohnbeschäftigten: Im Jahr 2024 lag der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnsektor bei 16 % aller abhängig Beschäftigten in Deutschland.
  • Regionale Unterschiede: Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Westen Beschäftigte mit einem monatlichen Bruttogehalt von bis zu 2.289 Euro als Geringverdiener gelten, liegt diese Grenze im Osten bei 1.805 Euro.
  • Mindestlohn: Ab dem 1. Januar 2025 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 12,82 Euro pro Stunde.

Monatliches Bruttoeinkommen (Vollzeit) und Bevölkerungsanteil

Als Geringverdiener gelten in Deutschland Personen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen unter 2500€.

Etwa 33.6% der erwerbstätigen Bevölkerung fallen in diese Kategorie.

Quelle: Basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Stand 2023/2024)

Hinweis: Als Geringverdiener wird definiert, wer weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttoeinkommens (Median) verdient.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab wann gilt man als Geringverdiener?

Die Einstufung als Geringverdiener hängt vom Kontext ab:​

  • Sozialversicherungsrecht: Auszubildende mit einem monatlichen Einkommen bis zu 325 Euro gelten als Geringverdiener.
  • Statistische Definition: Wer weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenverdienstes verdient, wird als Geringverdiener eingestuft. Im April 2024 lag diese Schwelle bei 13,79 Euro pro Stunde.

Welche Unterstützungen gibt es für Geringverdiener?

Geringverdiener können je nach individueller Situation verschiedene staatliche Unterstützungen in Anspruch nehmen, wie z.B.:​

  • Wohngeld: Ein Zuschuss zur Miete für Personen mit geringem Einkommen.​
  • Kinderzuschlag: Zusätzliche finanzielle Unterstützung für Familien mit geringem Einkommen.
  • Bürgergeld: Grundsicherung für Arbeitssuchende.​

Es ist ratsam, sich bei den zuständigen Behörden über individuelle Ansprüche zu informieren.​

Wie wirkt sich der Mindestlohn auf Geringverdiener aus?

Der gesetzliche Mindestlohn setzt eine Lohnuntergrenze und soll sicherstellen, dass Arbeitnehmer für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden. Erhöhungen des Mindestlohns können dazu beitragen, dass weniger Menschen als Geringverdiener gelten und ihr Einkommen steigt.​


  1. Haufe.de News und Fachwissen ↩︎
  2. Statistisches Bundesamt ↩︎
  3. § 8 SBG 4: Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit ↩︎