Grundfreibetrag und Sparerpauschbetrag: Entwicklung seit 1958
Alle Werte des steuerfreien Existenzminimums seit 1958 und der Freibeträge für Kapitalerträge seit 1975, in Euro umgerechnet und mit der Inflation verglichen.
Rechtsstand: 23. Oktober 2026 · 2027 und 2028 laut Regierungsentwurf
Grundfreibetrag und Sparerpauschbetrag im Verlauf
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Grundfreibetrag laut Einkommensteuertarif (§ 32a EStG) für Alleinstehende. DM-Beträge mit 1,95583 umgerechnet, Euro-Werte bis 2001 laut BMF-Datensammlung.
Inflationsbereinigt mit dem Verbraucherpreisindex (Jahresdurchschnitt, Destatis). Für 2025 sind nominal und real gleich.
Bis 2008 Sparer-Freibetrag plus Werbungskosten-Pauschbetrag für Kapitaleinkünfte (100 DM bzw. 51 €), seit 2009 Sparer-Pauschbetrag. Ehepaare jeweils doppelt.
- 2026 bleiben 12.348 € zu versteuerndes Einkommen steuerfrei, bei Zusammenveranlagung das Doppelte (24.696 €).
- Für 2027 plant die Bundesregierung 12.564 € und für 2028 12.900 €. Der Entwurf des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 liegt seit der ersten Lesung am 8. Oktober 2026 im Bundestag, beschlossen ist er noch nicht.
- Den größten Sprung gab es 1996: Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1992 zum steuerfreien Existenzminimum stieg der Grundfreibetrag von 5.616 DM auf 12.095 DM (+115 %).
- Seit 1991 stieg der Grundfreibetrag nominal um 321 %, die Verbraucherpreise um 97 %. Real hat er sich damit mehr als verdoppelt.
- Der Sparer-Pauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 € (Ehepaare 2.000 €). Am großzügigsten war der Staat von 1993 bis 1999: Damals blieben 6.100 DM Kapitalerträge steuerfrei, umgerechnet rund 3.119 €.
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Grundfreibetrag seit 1958: alle Werte
Der Grundfreibetrag (§ 32a EStG) ist der Teil des zu versteuernden Einkommens, auf den du keine Einkommensteuer zahlst. Er soll das Existenzminimum steuerfrei stellen. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern mit Zusammenveranlagung verdoppelt er sich über das Splittingverfahren.
| Jahr | Grundfreibetrag | in Euro | Veränderung | Ehepaare | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| 2028 (geplant) | 12.900 € | 12.900 € | +2,7 % | 25.800 € | Regierungsentwurf, BT-Drs. 21/8235 |
| 2027 (geplant) | 12.564 € | 12.564 € | +1,7 % | 25.128 € | Regierungsentwurf, BT-Drs. 21/8235 |
| 2026 | 12.348 € | 12.348 € | +2,1 % | 24.696 € | Steuerfortentwicklungsgesetz |
| 2025 | 12.096 € | 12.096 € | +2,6 % | 24.192 € | Steuerfortentwicklungsgesetz |
| 2024 | 11.784 € | 11.784 € | +8,0 % | 23.568 € | rückwirkend angehoben |
| 2023 | 10.908 € | 10.908 € | +5,4 % | 21.816 € | Inflationsausgleichsgesetz |
| 2022 | 10.347 € | 10.347 € | +6,2 % | 20.694 € | rückwirkend angehoben |
| 2021 | 9.744 € | 9.744 € | +3,6 % | 19.488 € | |
| 2020 | 9.408 € | 9.408 € | +2,6 % | 18.816 € | |
| 2019 | 9.168 € | 9.168 € | +1,9 % | 18.336 € | |
| 2018 | 9.000 € | 9.000 € | +2,0 % | 18.000 € | |
| 2017 | 8.820 € | 8.820 € | +1,9 % | 17.640 € | |
| 2016 | 8.652 € | 8.652 € | +2,1 % | 17.304 € | |
| 2015 | 8.472 € | 8.472 € | +1,4 % | 16.944 € | |
| 2014 | 8.354 € | 8.354 € | +2,8 % | 16.708 € | |
| 2013 | 8.130 € | 8.130 € | +1,6 % | 16.260 € | |
| 2010 bis 2012 | 8.004 € | 8.004 € | +2,2 % | 16.008 € | |
| 2009 | 7.834 € | 7.834 € | +2,2 % | 15.668 € | |
| 2004 bis 2008 | 7.664 € | 7.664 € | +5,9 % | 15.328 € | |
| 2002 bis 2003 | 7.235 € | 7.235 € | +0,4 % | 14.470 € | Umstellung auf Euro |
| 2001 | 14.093 DM | 7.206 € | +4,4 % | 14.412 € | |
| 2000 | 13.499 DM | 6.902 € | +3,3 % | 13.804 € | |
| 1999 | 13.067 DM | 6.681 € | +5,7 % | 13.362 € | |
| 1998 | 12.365 DM | 6.322 € | +2,2 % | 12.644 € | |
| 1996 bis 1997 | 12.095 DM | 6.184 € | +115,4 % | 12.368 € | Jahressteuergesetz 1996, Folge des BVerfG-Beschlusses von 1992 |
| 1990 bis 1995 | 5.616 DM | 2.871 € | +18,1 % | 5.742 € | |
| 1988 bis 1989 | 4.752 DM | 2.430 € | +4,8 % | 4.860 € | |
| 1986 bis 1987 | 4.536 DM | 2.319 € | +7,7 % | 4.638 € | |
| 1981 bis 1985 | 4.212 DM | 2.154 € | +14,1 % | 4.308 € | |
| 1979 bis 1980 | 3.690 DM | 1.887 € | +10,9 % | 3.774 € | |
| 1978 | 3.329 DM | 1.702 € | +9,9 % | 3.404 € | |
| 1975 bis 1977 | 3.029 DM | 1.549 € | +80,3 % | 3.098 € | Steuerreform 1975 |
| 1958 bis 1974 | 1.680 DM | 859 € | – | 1.718 € |
Kursive Zeilen sind geplant und noch nicht beschlossen. Euro-Werte für die DM-Zeit laut Datensammlung zur Steuerpolitik des Bundesfinanzministeriums.
Sparerpauschbetrag und Sparer-Freibetrag seit 1975
Seit 2009 gilt für Zinsen, Dividenden und Kursgewinne die Abgeltungsteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG) bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag gibst. Vorher gab es einen Sparer-Freibetrag plus einen eigenen Werbungskosten-Pauschbetrag für Kapitaleinkünfte, beide zusammen ergeben die vergleichbare steuerfreie Summe.
| Zeitraum | Freibetrag | WK-Pauschbetrag | Steuerfrei gesamt | in Euro | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|---|---|
| seit 2023 | 1.000 € | – | 1.000 € | 1.000 € | Jahressteuergesetz 2022 |
| 2009 bis 2022 | 801 € | – | 801 € | 801 € | Unternehmensteuerreform 2008 (Abgeltungsteuer) |
| 2007 bis 2008 | 750 € | 51 € | 801 € | 801 € | Steueränderungsgesetz 2007 |
| 2004 bis 2006 | 1.370 € | 51 € | 1.421 € | 1.421 € | Haushaltsbegleitgesetz 2004 |
| 2002 bis 2003 | 1.550 € | 51 € | 1.601 € | 1.601 € | Umstellung auf Euro |
| 2000 bis 2001 | 3.000 DM | 100 DM | 3.100 DM | 1.585,00 € | Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 |
| 1993 bis 1999 | 6.000 DM | 100 DM | 6.100 DM | 3.118,88 € | Zinsabschlaggesetz |
| 1989 bis 1992 | 600 DM | 100 DM | 700 DM | 357,90 € | Änderung des Steuerreformgesetzes 1990 |
| 1975 bis 1988 | 300 DM | 100 DM | 400 DM | 204,52 € | Einkommensteuerreformgesetz 1974 |
Freibetrag: bis 2008 Sparer-Freibetrag, seit 2009 Sparer-Pauschbetrag. WK-Pauschbetrag: Werbungskosten-Pauschbetrag für Kapitaleinkünfte, seit 2009 im Sparer-Pauschbetrag enthalten. Ehepaare mit Zusammenveranlagung erhalten jeweils den doppelten Betrag. DM-Beträge mit 1,95583 umgerechnet.
Wie viel Steuer auf deine ETF-Erträge trotz Freibetrag anfallen kann, zeigt der Vorabpauschale-Rechner.
Wie viel Kapitalertrag bleibt bei dir steuerfrei?
Die beiden Freibeträge dieser Seite greifen ineinander. Über den Freistellungsauftrag bleibt bei der Bank der Sparerpauschbetrag steuerfrei. Hast du sonst wenig oder kein steuerpflichtiges Einkommen, kommt in der Steuererklärung der ungenutzte Teil des Grundfreibetrags dazu: Mit der Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 6 EStG) besteuert das Finanzamt deine Kapitalerträge mit deinem persönlichen Steuersatz, und der liegt bis zum Grundfreibetrag bei null. Bei Aktien-ETFs bleiben über die Teilfreistellung zusätzlich 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 %.
Beispiele für 2026
So viel Kapitalertrag im Jahr bleibt ohne Einkommensteuer, wenn du die Günstigerprüfung in der Steuererklärung beantragst:
| 2026, mit Steuererklärung | Zinsen | Aktien-ETF |
|---|---|---|
| Alleinstehend, kein weiteres Einkommen | 13.348 € | 19.069 € |
| Alleinstehend, Einkommen über dem Grundfreibetrag | 1.000 € | 1.429 € |
| Ehepaar, kein weiteres Einkommen | 26.696 € | 38.137 € |
| Ehepaar, Einkommen über dem doppelten Grundfreibetrag | 2.000 € | 2.857 € |
Liegt dein Einkommen dauerhaft unter dem Grundfreibetrag, etwa im Studium oder im Ruhestand mit kleiner Rente, kannst du beim Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung beantragen. Dann behält die Bank gar keine Steuer ein, und du musst nichts zurückholen. Wie sich Freibetrag und Vorabpauschale bei ETFs auswirken, rechnest du mit dem Vorabpauschale-Rechner nach.
Vereinfachte Rechnung ohne Kirchensteuer und ohne weitere Abzüge wie Sonderausgaben-Pauschbetrag oder Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die den steuerfreien Betrag noch etwas erhöhen. Verlustverrechnung und ausländische Quellensteuer bleiben außen vor. Der Wert für 2027 beruht auf dem Regierungsentwurf. Keine Steuerberatung.
Was die Zahlen zeigen
Grundfreibetrag: vom Stillstand zur jährlichen Anpassung
Von 1958 bis 1974 blieb der Grundfreibetrag 17 Jahre lang bei 1.680 DM. Die Steuerreform 1975 hob ihn auf 3.029 DM an, danach folgten Schritte in größeren Abständen bis 5.616 DM im Jahr 1990. Den Wendepunkt brachte das Bundesverfassungsgericht: Mit seinem Beschluss vom 25. September 1992 verlangte es, das Existenzminimum steuerfrei zu stellen. Mit dem Jahressteuergesetz 1996 setzte der Gesetzgeber das um, der Grundfreibetrag stieg auf 12.095 DM.
Seit 2013 hebt der Gesetzgeber den Betrag jedes Jahr an. Grundlage ist der Existenzminimumbericht der Bundesregierung, der alle zwei Jahre das steuerfrei zu stellende Existenzminimum ermittelt. In den Inflationsjahren stiegen die Schritte deutlich: 2023 um 5,4 % und 2024 um 8,0 %. Zweimal hob der Gesetzgeber den Betrag rückwirkend an, für 2022 und für 2024.
Sparerpauschbetrag: großzügig, dann gekürzt, dann eingefroren
1993 verzehnfachte der Gesetzgeber den Sparer-Freibetrag mit der Einführung des Zinsabschlags von 600 auf 6.000 DM. Danach ging es nur noch abwärts: 2000 halbiert, 2004 und 2007 weiter gekürzt. Mit der Abgeltungsteuer kam 2009 der Sparer-Pauschbetrag von 801 €, der 14 Jahre unverändert blieb. In dieser Zeit stiegen die Preise um 26 %: Um die Kaufkraft von 2009 zu halten, hätte der Betrag 2022 bei rund 1.012 € liegen müssen. Die Anhebung auf 1.000 € im Jahr 2023 glich das fast genau aus. Seitdem hat die Inflation den Betrag wieder um gut 4 % entwertet.
Daten herunterladen und zitieren
Grundfreibetrag von 1958 bis 2028 (2027 und 2028 als geplant markiert) und steuerfreie Kapitalerträge von 1975 bis 2026, jeweils Jahr für Jahr.
Gesetze und amtliche Werte sind frei verwendbar. Für den Verbraucherpreisindex gilt die Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 (Quelle: Destatis). Für die Aufbereitung auf dieser Seite gilt CC BY 4.0 mit Nennung von finanzfacts.de. Beide CSV-Dateien enthalten einen Wert je Jahr, mit Originalwährung, Euro-Betrag, Wert für Ehepaare und inflationsbereinigtem Betrag.
Häufige Fragen zu Grundfreibetrag und Sparerpauschbetrag
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Wie hoch wird der Grundfreibetrag 2027?
Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag und seit wann?
Warum steigt der Grundfreibetrag fast jedes Jahr?
Amtliche Quellen
- Bundesministerium der Finanzen: Datensammlung zur Steuerpolitik 2025, Tabellen 2.5.1 und 2.5.2 (Einkommensteuertarif seit 1958)
- Bundesregierung: Kabinett beschließt Einkommensteuerreform 2027 (2. September 2026)
- DATEV: Erste Lesung im Bundestag zum Einkommensteuerreformgesetz 2027, BT-Drs. 21/8235 (8. Oktober 2026)
- Wissenschaftliche Dienste des Bundestages: Entwicklung vom Sparer-Freibetrag zum Sparer-Pauschbetrag, WD 4 – 3000 – 017/19
- Deutscher Bundestag, Drucksache 11/4688: Verdopplung des Sparer-Freibetrags ab 1989
- Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 25. September 1992, 2 BvL 5/91 (steuerfreies Existenzminimum)
- Jahressteuergesetz 2022 vom 16. Dezember 2022 (BGBl. I S. 2294): Sparer-Pauschbetrag 1.000 €
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Jahresdurchschnitte (für die Inflationsbereinigung)
Der Grundfreibetrag läuft mit, der Sparerpauschbetrag hinkt hinterher
Beim Grundfreibetrag sorgt das Verfassungsgericht dafür, dass er mit den Lebenshaltungskosten wächst. Beim Sparerpauschbetrag gibt es so einen Mechanismus nicht: Er blieb 14 Jahre bei 801 €, und seit 2023 verliert er wieder an Wert.
Für dich heißt das: Verteile deinen Freistellungsauftrag so, dass du die 1.000 € jedes Jahr komplett ausschöpfst. Hast du den Freibetrag auf mehrere Banken schlecht verteilt, holst du zu viel gezahlte Abgeltungsteuer mit der Anlage KAP in der Steuererklärung zurück. Welche Software das am einfachsten erledigt, zeigt der Steuersoftware-Vergleich.
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