Stundenlohn berechnen
Rechne dein Monats- oder Jahresgehalt in einen Brutto-Stundenlohn um oder umgekehrt. Urlaubstage, Feiertage und Gehaltsmodell fließen automatisch in die Berechnung ein.
| Parameter | Wert |
|---|
Alles über den Stundenlohn
Grundlagen, Formeln, Beispiele und häufige Fragen kompakt erklärt.
Wie berechnet sich der Stundenlohn?
Der Brutto-Stundenlohn ergibt sich aus dem Jahresgehalt geteilt durch die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden im Jahr. Dabei zählen nicht alle Kalendertage, sondern nur die effektiven Arbeitstage, also Werktage abzüglich Urlaub und gesetzlicher Feiertage.
Die gesetzliche Grundlage für Mindeststandards bildet das Mindestlohngesetz (MiLoG). Darüber hinaus regeln Tarifverträge und individuelle Arbeitsverträge den konkreten Stundenlohn.
Schritt-für-Schritt-Berechnung
So rechnest du in drei Schritten:
Schritt 1: Effektive Arbeitstage
Schritt 2: Jahresarbeitsstunden
Schritt 3: Stundenlohn
Typische Gehälter im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt den Brutto-Stundenlohn bei verschiedenen Monatsgehältern (40 Std./Woche, 30 Tage Urlaub, 10 Feiertage, 13 Monatsgehälter):
| Monatsgehalt | Jahresgehalt | Stundenlohn | Tagessatz |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 26.000 € | 14,72 € | 117,80 € |
| 2.500 € | 32.500 € | 18,41 € | 147,25 € |
| 3.000 € | 39.000 € | 22,09 € | 176,70 € |
| 3.500 € | 45.500 € | 25,77 € | 206,15 € |
| 4.500 € | 58.500 € | 33,13 € | 265,05 € |
| 6.000 € | 78.000 € | 44,17 € | 353,40 € |
| 8.000 € | 104.000 € | 58,90 € | 471,20 € |
Berechnungsbasis: 40 Std./Woche, 30 Urlaubstage, 10 Feiertage auf Werktagen, 13 Monatsgehälter. Gerundete Werte.
Was beeinflusst den Stundenlohn?
Mehrere Parameter verändern den errechneten Stundenlohn erheblich:
- Gehaltsmodell: Ein 13. oder 14. Monatsgehalt (z.B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld) erhöht das Jahresgehalt und damit den Stundenlohn spürbar. Zwischen 12 und 14 Monatsgehältern liegt ein Unterschied von bis zu 16,7 %.
- Wochenstunden: Weniger Stunden bei gleichem Gehalt bedeuten einen höheren Stundenlohn. 35 Stunden statt 40 Stunden erhöhen den Stundenlohn um rund 14 %.
- Urlaubstage: Mehr Urlaub reduziert die Jahresarbeitsstunden und erhöht den effektiven Stundenlohn. 30 statt 20 Urlaubstage machen rund 9 % aus.
- Feiertage: Je nach Bundesland fallen zwischen 9 und 13 gesetzliche Feiertage auf Werktage. Das beeinflusst den Stundenlohn um etwa 2 %.
- Überstunden: Hast du regelmäßig unbezahlte Überstunden, sinkt dein effektiver Stundenlohn entsprechend.
- Zulagen: Schicht-, Nacht- oder Sonntagszuschläge erhöhen zwar den Bruttolohn, stehen aber separat auf der Abrechnung und bleiben teils steuer- und abgabenfrei.
Vom Brutto- zum Netto-Stundenlohn
Dieser Rechner ermittelt ausschließlich den Brutto-Stundenlohn. Vier Abzugsposten bestimmen, was netto übrig bleibt:
- Lohnsteuer: Steuerklasse (I bis VI) und Einkommenshöhe bestimmen den Abzug. Der Grenzsteuersatz reicht bis 42 %, bei sehr hohen Einkommen 45 %.
- Sozialversicherungsbeiträge: Der Arbeitnehmeranteil liegt bei gut 20 % des Bruttogehalts (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung), jeweils bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
- Kirchensteuer: Je nach Konfession 8 oder 9 % der Lohnsteuer (8 % in Bayern und Baden-Württemberg).
- Solidaritätszuschlag: Entfällt seit 2021 für rund 90 % der Steuerzahler und betrifft nur noch hohe Einkommen.
So hoch ist der gesetzliche Mindestlohn
Die Mindestlohnkommission passt den gesetzlichen Mindestlohn regelmäßig an. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €:
| Zeitraum | Mindestlohn | Monat (40h) | Jahr (40h) |
|---|---|---|---|
| 2025 | 12,82 €/h | 2.222 € | 26.666 € |
| seit 1. Januar 2026 | 13,90 €/h | 2.409 € | 28.912 € |
| ab 1. Januar 2027 | 14,60 €/h | 2.531 € | 30.368 € |
Die Minijob-Verdienstgrenze ist an den Mindestlohn gekoppelt: 2026 liegt sie bei 603 € im Monat, 2027 steigt sie auf 633 €. Zusätzlich gelten in Branchen wie Bau, Pflege oder Gebäudereinigung eigene Mindestlöhne, die teils deutlich über dem gesetzlichen Niveau liegen. Azubis haben seit 2020 Anspruch auf eine Mindestausbildungsvergütung.
Stundensatz für Selbstständige berechnen
Für Selbstständige und Freelancer fällt die Kalkulation komplexer aus: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung entfallen, Ausfallzeiten für Akquise und Verwaltung musst du selbst einpreisen.
- Als Faustregel gilt: Der Stundensatz eines Freelancers sollte mindestens das 2- bis 2,5-fache des vergleichbaren Angestellten-Stundenlohns betragen.
- Kranken- und Pflegeversicherung kosten Selbstständige je nach Einkommen oft 400 bis 900 € im Monat.
- Plane eine Rücklage für die Einkommensteuer-Vorauszahlung ein: je nach Gewinn 20 bis 35 %.
- Berufsgenossenschaft, Haftpflicht und weitere Versicherungen kosten häufig zusätzlich 100 bis 300 € im Monat.
Häufige Fragen zum Stundenlohn
Wie rechne ich Monatsgehalt in Stundenlohn um?
Warum weicht meine manuelle Rechnung ab?
Wie viele Arbeitsstunden hat ein Jahr?
Wie berechne ich den Stundenlohn bei Teilzeit?
Gehaltsverhandlung: So argumentierst du mit deinem Stundenlohn
Der Stundenlohn macht Gehälter vergleichbar, auch über verschiedene Arbeitszeitmodelle und Branchen hinweg. Nutze diesen Vorteil gezielt:
- Vergleiche Jobangebote nicht nur nach Monatsgehalt, sondern nach Stundenlohn. Vollzeit gegen Teilzeit und unterschiedliche Urlaubsansprüche verzerren den direkten Vergleich.
- Prüfe bei Überstunden, ob der Arbeitgeber sie vergütet. Regelmäßige unbezahlte Mehrarbeit senkt deinen effektiven Stundenlohn erheblich.
- Nutze Branchenvergleiche (Gehaltsreports, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit) als Argumentationsbasis. Was eine Erhöhung netto bringt, zeigt dir der Gehaltserhöhungs-Rechner.
- Betriebliche Zusatzleistungen (Dienstwagen, BAV, Homeoffice-Pauschale) haben einen realen Geldwert und gehören in den Stundenlohn-Vergleich.
- Fordere bei einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit immer eine proportionale Gehaltsanpassung oder verhandle einen höheren Stundenlohn als Ausgleich.
Monatsgehälter verschleiern, was deine Arbeitszeit wirklich wert ist. 4.000 € klingen gut, bei einer 45-Stunden-Woche mit unbezahlten Überstunden verdienst du pro Stunde aber womöglich weniger als ein Kollege mit 3.500 € und echter 38-Stunden-Woche. Deshalb rechne ich jedes Jobangebot zuerst auf den Stundenlohn um.
Mein Rat: Prüfe einmal im Jahr deinen tatsächlichen Stundenlohn inklusive aller Überstunden. Liegt er kaum über dem Mindestlohn von 13,90 €, ist das ein klares Signal für die nächste Gehaltsverhandlung. Und vergiss das Netto nicht: Was nach Steuern und Abgaben übrig bleibt, zeigt dir der Brutto-Netto-Rechner.
