Gesetz in Kraft seit 30. Mai 2026 • Start: 1. Januar 2027

Altersvorsorgedepot-Rechner 2027

Berechne Zulagen, Steuererstattung und deine Nettorente aus dem Altersvorsorgedepot und vergleiche sie mit einem ETF-Depot. Der Rechner berücksichtigt Kinder nach Geburtsjahr, Inflation, die Rendite in der Auszahlphase und die Steuer im Alter auf Basis deiner gesetzlichen Rente. Grundlage ist das am 29. Mai 2026 verkündete Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156).

Beispiel laden:
Deine Situation
Jahre
€
Sparplan
€
%
%
%
%
Auszahlung
%
%
Weitere Annahmen
%
%
€
€
€
%

Rente laut Renteninfo leer lassen, dann schätzt der Rechner sie aus deinem Gehalt. Alle Beträge in heutigem Geld; der Rechner rechnet Steuern in Realwerten, Ergebnisse nominal und in heutiger Kaufkraft.

Mehr Rente durch das Altersvorsorgedepot
+55 € im Monat
in heutiger Kaufkraft, im Schnitt vom 67. bis 85. Lebensjahr. Nominal sind es +125 € im Monat (1.017 € statt 892 €).
Depot mit 67
223.667 €
ETF-Depot: 161.446 €
Staatliche Förderung
23.143 €
Zulagen 17.280 €, Steuererstattung 5.863 €
Nettorente aus dem AVD
791 € → 1.323 €
in heutiger Kaufkraft 408 € → 487 €
Rendite nach Steuern
5,0 %
ETF-Depot: 4,5 % (jährlich, nominal, nach Steuern und Kosten)
Steuersatz heute / im Alter
31 % / 24 %
Ø Förderung je abgesetztem Euro / Ø Steuer auf die AVD-Auszahlung
Break-even im Alter
36 %
Bis zu diesem Steuersatz auf die Auszahlung liegt das AVD vorn.

Depotwert im Zeitverlauf

0100 Tsd.200 Tsd.300 Tsd.4050607080AuszahlungAlter 36: AVD 1.856 €, ETF-Depot 1.856 €Alter 37: AVD 4.567 €, ETF-Depot 3.820 €Alter 38: AVD 7.436 €, ETF-Depot 5.897 €Alter 39: AVD 10.472 €, ETF-Depot 8.095 €Alter 40: AVD 13.683 €, ETF-Depot 10.421 €Alter 41: AVD 17.081 €, ETF-Depot 12.882 €Alter 42: AVD 20.676 €, ETF-Depot 15.485 €Alter 43: AVD 24.480 €, ETF-Depot 18.239 €Alter 44: AVD 28.505 €, ETF-Depot 21.153 €Alter 45: AVD 32.764 €, ETF-Depot 24.236 €Alter 46: AVD 37.269 €, ETF-Depot 27.498 €Alter 47: AVD 42.036 €, ETF-Depot 30.948 €Alter 48: AVD 47.080 €, ETF-Depot 34.600 €Alter 49: AVD 52.416 €, ETF-Depot 38.462 €Alter 50: AVD 58.062 €, ETF-Depot 42.549 €Alter 51: AVD 64.036 €, ETF-Depot 46.873 €Alter 52: AVD 70.356 €, ETF-Depot 51.448 €Alter 53: AVD 77.043 €, ETF-Depot 56.288 €Alter 54: AVD 84.118 €, ETF-Depot 61.409 €Alter 55: AVD 91.603 €, ETF-Depot 66.826 €Alter 56: AVD 99.523 €, ETF-Depot 72.558 €Alter 57: AVD 107.902 €, ETF-Depot 78.623 €Alter 58: AVD 116.767 €, ETF-Depot 85.039 €Alter 59: AVD 126.146 €, ETF-Depot 91.827 €Alter 60: AVD 136.070 €, ETF-Depot 98.995 €Alter 61: AVD 146.569 €, ETF-Depot 106.554 €Alter 62: AVD 157.678 €, ETF-Depot 114.528 €Alter 63: AVD 169.431 €, ETF-Depot 122.938 €Alter 64: AVD 181.865 €, ETF-Depot 131.809 €Alter 65: AVD 195.021 €, ETF-Depot 141.166 €Alter 66: AVD 208.940 €, ETF-Depot 151.036 €Alter 67: AVD 223.667 €, ETF-Depot 161.446 €Alter 68: AVD 217.932 €, ETF-Depot 156.862 €Alter 69: AVD 211.021 €, ETF-Depot 151.887 €Alter 70: AVD 203.542 €, ETF-Depot 146.504 €Alter 71: AVD 195.466 €, ETF-Depot 140.692 €Alter 72: AVD 186.767 €, ETF-Depot 134.430 €Alter 73: AVD 177.412 €, ETF-Depot 127.697 €Alter 74: AVD 167.372 €, ETF-Depot 120.470 €Alter 75: AVD 156.613 €, ETF-Depot 112.726 €Alter 76: AVD 145.101 €, ETF-Depot 104.440 €Alter 77: AVD 132.798 €, ETF-Depot 95.584 €Alter 78: AVD 119.666 €, ETF-Depot 86.132 €Alter 79: AVD 105.663 €, ETF-Depot 76.053 €Alter 80: AVD 90.745 €, ETF-Depot 65.316 €Alter 81: AVD 74.863 €, ETF-Depot 53.884 €Alter 82: AVD 57.961 €, ETF-Depot 41.719 €Alter 83: AVD 39.972 €, ETF-Depot 28.770 €Alter 84: AVD 20.803 €, ETF-Depot 14.974 €Alter 85: AVD 0 €, ETF-Depot 0 €0100 Tsd.200 Tsd.300 Tsd.4050607080Auszahlung
AltersvorsorgedepotETF-Depot mit gleichem Eigenbeitrag

Deine Förderung

Bis RentenbeginnBetrag
Eigene Einzahlungen57.600 €
Grundzulage17.280 €
Kinderzulage0 €
Berufseinsteiger-Bonus0 €
Steuererstattung (Günstigerprüfung)5.863 €
Förderung gesamt23.143 €
Förderung je eingezahltem Euro40 Cent

Gut zu wissen

  • Langlebigkeit: Für deinen Jahrgang liegt die statistische Lebenserwartung bei rund 86 Jahren (Männer) und 89 Jahren (Frauen). Dein Auszahlplan endet mit 85. Wer länger lebt, bekommt danach aus dem AVD nichts mehr. Ein längerer Auszahlplan oder eine Leibrente für einen Teil des Kapitals schließt diese Lücke.
  • Steuerbasis im Alter: Der Rechner schätzt deine gesetzliche Rente auf 1.842 € brutto im Monat (heutiges Geld). Davon sind 100,0 % steuerpflichtig. Dein Grenzsteuersatz sinkt damit von 31 % heute auf 24 % im Alter (vor der AVD-Auszahlung). Kennst du deinen Wert aus der Renteninformation, trag ihn unter „Weitere Annahmen“ ein.

Welcher Beitrag lohnt sich am meisten?

Gleiche Annahmen, nur der Monatsbeitrag ändert sich. Die ersten 30 € bekommen 50 % Zulage, danach 25 %, über 150 € gibt es keine Zulage mehr.

MonatsbeitragFörderung gesamtje eingezahltem €Mehr-Rente (heute)Rendite AVD / ETF
10 €1.920 €50 Cent+3 €5,3 % / 4,9 %
30 €5.760 €50 Cent+10 €5,3 % / 4,9 %
75 €12.929 €45 Cent+27 €5,1 % / 4,6 %
150 €23.143 €40 Cent+55 €5,0 % / 4,5 %
300 €23.143 €20 Cent+72 €4,8 % / 4,4 %
570 €23.143 €11 Cent+115 €4,7 % / 4,3 %
Jahr für Jahr: alle Werte

Die Tabelle erscheint beim Öffnen.

Rechenkern 1.1.0, Stand 20.10.2026. Gesetzesstand: Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156), Einkommensteuertarif 2026. So rechnet der Rechner

Danke! Deine Meldung ist angekommen. Ich prüfe sie in den nächsten Tagen.
War dieser Rechner hilfreich?
Fehler entdeckt oder etwas veraltet? Sag mir Bescheid.

Tipp: Markiere eine Textstelle auf der Seite und schreib mir direkt dort, was geändert werden soll.

Worum geht es?

Ich speichere deine Meldung, die Seitenadresse und bei Rechnern deine Eingaben, aber keine IP-Adresse. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Kurz gesagt

Zahlst du ab 35 Jahren 150 € im Monat bis 67 ins Altersvorsorgedepot, bekommst du bei 50.000 € Bruttogehalt im ersten Jahr 540 € Grundzulage und rund 180 € Steuererstattung, bis zur Rente zusammen 23.143 €. Bei 6 % Rendite und 0,2 % Kosten liegen mit 67 rund 224.000 € im Depot, 62.000 € mehr als in einem ETF-Depot mit denselben Beiträgen. Bis 85 zahlt dir das AVD im Schnitt 1.017 € netto im Monat aus, 125 € mehr als das ETF-Depot (in heutiger Kaufkraft 55 €). Mit zwei Kindern steigt der Vorsprung auf 244 €.

Beispielrechnung: Altersvorsorgedepot gegen ETF-Depot

Start mit 35, Rente mit 67, Auszahlplan bis 85, 50.000 € Bruttogehalt, ledig, 6 % Rendite, 0,2 % Kosten in beiden Depots, 3 % Rendite in der Auszahlphase. Monatsrenten netto und nominal im Durchschnitt der Auszahlphase.

Beitrag pro MonatFörderung bis zur RenteEigenbeiträge gesamtNetto pro Monat AV-DepotNetto pro Monat ETF-DepotMehr pro Monat in heutiger Kaufkraft
30 €5.760 €11.520 €217 €194 €10 €
75 €12.929 €28.800 €521 €460 €27 €
150 €23.143 €57.600 €1.017 €892 €55 €
150 € mit 2 Kindern32.164 €57.600 €1.136 €892 €107 €
300 €23.143 €115.200 €1.894 €1.735 €72 €
570 €23.143 €218.880 €3.478 €3.227 €115 €

Prognose mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner von finanzfacts.de (Rechenkern 1.1.0), Stand 20. Oktober 2026. Beiträge über 150 € im Monat sind nicht gefördert, werden im Alter aber günstiger besteuert als Gewinne im ETF-Depot. Dafür bleiben sie bis zur Rente gebunden. Gerechnet mit diesem Rechner von finanzfacts.de.

Anbieter

Wo kannst du ein Altersvorsorgedepot eröffnen?

Ab dem 1. Januar 2027 können zertifizierte Anbieter ihr Angebot starten. 26 Anbieter haben ein Altersvorsorgedepot angekündigt, zehn davon nennen bereits Kosten. Mehrere nehmen Vormerkungen entgegen. Alle Anbieter mit ihren Konditionen findest du im großen Altersvorsorgedepot-Anbietervergleich.

Konditionen genannt

Einer der größten digitalen Vermögensverwalter in Deutschland. Scalable hat als erster großer Neobroker konkrete Konditionen genannt: im Standarddepot keine Konto-, Depot-, Sparplan- und Ordergebühren, die ETF-Kosten übernimmt Scalable 2027, danach höchstens 0,15 % pro Jahr. Im Depot „Selbst entscheiden“ kostet im FREE-Modell jede Transaktion 0,99 € (PRIME+ gratis).

Zu Scalable Capital *

Der provisionsfreie Broker von finanzen.net mit ETF-Sparplänen ab 0 € Orderkosten. finanzen.net zero hat das Altersvorsorgedepot bestätigt und nimmt bereits Vormerkungen entgegen. Gute Wahl für kostenbewusste Sparer.

Zu finanzen.net zero *

Der populärste Neobroker Deutschlands mit über 8 Millionen Kunden. Trade Republic hat das Altersvorsorgedepot früh angekündigt, nennt aber bis Oktober 2026 weder Kosten noch eine Vormerkung. Der Gründer verspricht „die niedrigsten Kosten“.

Zu Trade Republic *

* Produktverfügbarkeit ab 1. Januar 2027. Konditionen laut Anbieter-Ankündigungen (Stand Oktober 2026), Angaben ohne Gewähr. Mit * markierte Links sind Werbe- beziehungsweise Affiliate-Links. finanzfacts.de erhält unter Umständen eine Vergütung, wenn du über einen dieser Links ein Konto eröffnest. Das kostet dich nichts zusätzlich.

Zeitplan

Wann kommt das Altersvorsorgedepot?

Der Gesetzgebungsprozess ist abgeschlossen: Das Altersvorsorgereformgesetz ist seit dem 30. Mai 2026 in Kraft. Hier siehst du alle Termine bis zum Start.

Dezember 2025

Gesetzentwurf & Kabinettsbeschluss

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht den Referentenentwurf. Das Bundeskabinett beschließt am 17. Dezember 2025 das Altersvorsorgereformgesetz offiziell.

Februar 2026

1. Lesung im Bundestag

Der Bundestag debattiert den Gesetzentwurf (Drucksache 21/4088) am 26. Februar in erster Lesung und überweist ihn an die Fachausschüsse.

März 2026 – Anhörungen

Ausschussberatungen & Koalitionseinigung

Der Finanzausschuss hält öffentliche Anhörungen ab (u.a. am 16. März). Die Koalition (CDU/CSU + SPD) einigt sich auf wesentliche Änderungen: höhere Grundzulage (max. 540 €), neue Kinderzulage (100 % auf 300 €), Einbeziehung aller Selbstständigen und ein niedrigerer Kostendeckel von 1,0 %.

27. März 2026 Beschlossen

Bundestag verabschiedet das Altersvorsorgereformgesetz

Der Bundestag stimmt dem Gesetz mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen zu. Das neue Altersvorsorgedepot ist parlamentarisch beschlossen.

8. Mai 2026 Zugestimmt

Bundesrat billigt das Gesetz

Der Bundesrat stimmt dem Altersvorsorgereformgesetz zu (Drucksache 206/26). Damit hat das Gesetz die letzte parlamentarische Hürde genommen.

29. Mai 2026 Verkündet

Verkündung im Bundesgesetzblatt

Das Gesetz vom 26. Mai 2026 erscheint im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 156) und tritt am 30. Mai 2026 in Kraft. Die Förderregeln gelten ab dem 1. Januar 2027.

Seit September 2026 Jetzt

Zertifizierung läuft, Kostenverordnung im Entwurf

Das Bundeszentralamt für Steuern nimmt seit September Anträge für Zertifikate mit Wirkung ab 1. Januar 2027 an. Zertifiziert ist noch kein Altersvorsorgedepot (Stand 9. Oktober 2026). Das Bundesfinanzministerium hat Anfang September den Entwurf einer Kostenverordnung in die Verbändeanhörung gegeben, die Verordnung zum staatlichen Standarddepot steht noch aus. Zehn Anbieter haben schon Kosten unter Zertifizierungsvorbehalt genannt, darunter Scalable Capital, Deka, DWS, flatex und Smartbroker+.

November 2026

Erste Freigaben erwartet

Die Deka rechnet im November mit der Freigabe ihres Altersvorsorgedepots. Die Frühstart-Rente für Kinder hat der Bundestag schon am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

1. Januar 2027

Offizieller Start

Banken, Neobroker und Fondsgesellschaften können ab jetzt zertifizierte Altersvorsorgedepots anbieten. Konditionen haben unter anderem Scalable Capital, Deka, DWS, flatex und Smartbroker+ genannt. ING, Trade Republic, DKB, comdirect und finanzen.net zero haben ein Angebot angekündigt, ihre Kosten aber noch nicht veröffentlicht. Neue Riester-Verträge sind ab diesem Tag nicht mehr möglich.

Grundlagen

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot (AVD) ist ein neues staatlich gefördertes Wertpapier-Depot, das ab dem 1. Januar 2027 als Nachfolger der Riester-Rente startet. Die gesetzliche Grundlage ist seit dem 30. Mai 2026 in Kraft. Anders als klassische Riester-Produkte ermöglicht es die freie Anlage in UCITS-konforme ETFs und Fonds: ohne Beitragsgarantie, dafür mit deutlich höherer Renditechance.

Der Staat fördert eigene Einzahlungen durch direkte Zulagen und einen Sonderausgabenabzug (Günstigerprüfung). Während der gesamten Ansparphase fallen weder Abgeltungssteuer noch Vorabpauschale an, und Fondsumschichtungen bleiben steuerfrei. Die Steuer zahlst du erst bei der Auszahlung, zum dann gültigen individuellen Steuersatz.

Endgültig im Gesetz verankert: Beamte, Richter, Soldaten und alle Selbstständigen sind förderberechtigt. Der Kostendeckel für das Standarddepot liegt bei 1,0 % pro Jahr, die maximale Grundzulage bei 540 € jährlich.

Die Förderstruktur im Überblick

Eigenbeitrag pro JahrFörderquoteMax. staatliche Zulage
0 bis 360 € 50 % 180 €
360 bis 1.800 € 25 % 360 €
Gesamt (bei 1.800 € Eigenbeitrag) Grundzulage max. 540 € + Kinderzulagen
Kinderzulage pro Kind 100 % auf bis zu 300 € max. 300 € / Kind
Berufseinsteiger-Bonus — 200 € einmalig (unter 25)

Zulagen erhältst du ab einem Eigenbeitrag von 120 € pro Jahr (Sockelbetrag). Insgesamt kannst du bis zu 6.840 € jährlich einzahlen: Beiträge über 1.800 € erhalten keine Zulage, profitieren aber von der steuerfreien Ansparphase.

Zusätzlich greift die Günstigerprüfung: Eigenbeiträge (max. 1.800 €) plus erhaltene Zulagen können als Sonderausgaben abgesetzt werden. Übersteigt die daraus resultierende Steuerersparnis die bereits erhaltenen Zulagen, erstattet das Finanzamt die Differenz.

Vor- und Nachteile

Was spricht für das Altersvorsorgedepot, was dagegen?

Das AVD ist kein Allheilmittel. Für viele Sparer lohnt es sich erheblich, für manche weniger. Hier ist eine ehrliche Abwägung.

Vorteile

  • Hohe Grundzulage: Bis zu 540 € jährlich direkt vom Staat, mehr als dreimal so viel wie bei der alten Riester-Rente (175 €).
  • Kinderzulage: 300 € pro Kind und Jahr, sobald mindestens 300 € Eigenbeiträge geleistet werden.
  • Steuerfreie Ansparphase: Keine Abgeltungssteuer, keine Vorabpauschale, keine Steuer bei Fondsumschichtungen.
  • Freie ETF-Wahl: Anlage in günstige UCITS-konforme ETFs oder Fonds nach eigenem Ermessen.
  • Flexibler Auszahlplan: Auszahlplan bis 85, lebenslange Leibrente oder Kombination; bis zu 30 % als Einmalbetrag möglich.
  • Für nahezu alle: Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständige und Versorgungswerk-Mitglieder sind berechtigt.
  • Portabilität: Anbieterwechsel jederzeit möglich. Liegt der Vertragsschluss weniger als fünf Jahre zurück, darf der bisherige Anbieter bis zu 150 € verlangen; zusätzlich darf der neue Anbieter eine einmalige Verwaltungspauschale von höchstens 150 € erheben.
  • Kostendeckel: Beim Standarddepot sind die Effektivkosten gesetzlich auf maximal 1,0 % pro Jahr begrenzt; andere AV-Depots dürfen teurer sein.

Nachteile

  • Nachgelagerte Besteuerung: Die gesamte Auszahlung versteuerst du im Rentenalter mit deinem persönlichen Steuersatz, nicht nur die Gewinne wie beim ETF-Depot.
  • Lange Bindung: Das Depot ist bis frühestens zum 65. Lebensjahr gebunden (früher nur, wenn du bereits eine gesetzliche Altersrente beziehst). Vorzeitige Entnahme erfordert Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile.
  • Keine Beitragsgarantie: Kursverluste sind möglich. Wer Sicherheit benötigt, muss selbst konservativ anlegen.
  • Nicht immer vorteilhaft: Bei niedrigem Steuersatz heute, keinen Kindern und ähnlichem Steuersatz im Alter kann ein normales ETF-Depot besser abschneiden.
  • Details per Verordnung: Die genauen Produktstandards, etwa für das Standarddepot, legt eine Rechtsverordnung fest, die noch aussteht (Stand Oktober 2026).
  • Eingeschränkte Anlagewahl: Einzelaktien, Derivate und Kryptowährungen sind nicht erlaubt.
Fazit: Das AVD lohnt sich besonders für Personen mit Kindern, einem hohen Grenzsteuersatz in der Erwerbsphase und einem deutlich niedrigeren im Rentenalter. Auch Berufseinsteiger mit langer Ansparzeit profitieren stark. Der Rechner oben zeigt dir den Vergleich für deine individuelle Situation.
Vergleich

Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente

Das Altersvorsorgedepot ist der offizielle Nachfolger der Riester-Rente und unterscheidet sich in fast allen wesentlichen Punkten von ihr.

Merkmal Altersvorsorgedepot (ab 2027) Riester-Rente (Altsystem)
Grundzulage Max. 540 € / Jahr (prozentual) 175 € / Jahr (Festbetrag)
Kinderzulage 100 % auf bis zu 300 € / Kind 300 € / Kind (Festbetrag, ab 2008 geborene Kinder)
Mindestbeitrag Sockelbetrag 120 € / Jahr (10 € / Monat) 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens
Anlageprodukte Freie ETF- und Fondswahl (UCITS-konform) Versicherungsprodukte, Banksparpläne, Fonds (eingeschränkt)
Beitragsgarantie Keine 100 % der Einzahlungen garantiert
Ansparphase (Steuer) Vollständig steuerfrei (keine Abgeltungssteuer, keine Vorabpauschale) Steuerfrei
Auszahlungsphase Auszahlplan, Leibrente oder Kombi; bis 30 % Einmalentnahme möglich Mind. 70 % müssen als Monatsrente ausgezahlt werden
Besteuerung Auszahlung Individueller Grenzsteuersatz (nachgelagert) Individueller Grenzsteuersatz (nachgelagert)
Beamte berechtigt Ja (ausdrücklich im Gesetz verankert) Nur über spezielle Produkte / eingeschränkt
Selbstständige berechtigt Ja (alle Selbstständigen) Nur pflichtversicherte Selbstständige
Vererbung Grundsätzlich möglich (Ehegatte: Förderung bleibt erhalten) Eingeschränkt; Zulagen oft rückzahlungspflichtig
Anbieterwechsel Jederzeit möglich, Wechselkosten gesetzlich gedeckelt (max. 150 € je Anbieter) Häufig mit hohen Kosten und Wechselhürden verbunden
Kostendeckel Standarddepot: max. 1,0 % Effektivkosten gesetzlich vorgeschrieben Kein gesetzlicher Deckel
Verfügbar ab 1. Januar 2027 Seit 2002; keine Neuabschlüsse mit Förderung ab 2027
Bestehende Riester-Verträge genießen vollen Bestandsschutz. Niemand muss kündigen. Eine Übertragung des Riester-Guthabens in ein AVD ist möglich, ohne dass Zulagen zurückgezahlt werden müssen. Ob sich das lohnt, hängt vom jeweiligen Riester-Produkt ab.
Todesfall & Vererbung

Was passiert mit dem Altersvorsorgedepot im Todesfall?

Das Altersvorsorgedepot kann vererbt werden, aber die Regeln unterscheiden sich je nach Verwandtschaftsverhältnis und gewählter Auszahlungsform. Hier sind die vier wichtigsten Szenarien.

Ehegatten & Lebenspartner

Depot übernehmen ohne Förderverlust

Der überlebende Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner kann das gesamte Guthaben direkt in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen. Alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile bleiben vollständig erhalten. Das Finanzamt fordert nichts zurück.

Andere Erben

Auszahlung mit Zulagen-Rückzahlung

Kinder, Geschwister und andere Erben erhalten das Guthaben ausgezahlt. Das Finanzamt fordert dabei staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile zurück. Der eigentliche Eigenbeitrag plus die damit erzielten Investitionserträge verbleiben beim Erben, werden aber besteuert.

Auszahlplan (vor dem 85. Lebensjahr)

Restkapital ist vererbbar

Wer einen Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr gewählt hat und vorher stirbt, hinterlässt das verbleibende Kapital als Erbschaft. Es gibt keine Verfällung. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber einer lebenslangen Leibrente.

Lebenslange Leibrente

Kein Kapital für Erben

Bei einer lebenslangen Leibrente enden die Zahlungen mit dem Tod, es verbleibt kein Restkapital. Optional kann eine Rentengarantiezeit (bis zu 10 Jahre) vereinbart werden, sodass Zahlungen noch bis Ende der Garantiezeit an Erben fließen.

Empfehlung für Ehepaare: Das AVD ist besonders attraktiv, weil der überlebende Partner das Depot übernehmen und die volle Förderung behalten kann. Alleinstehende sollten die Vererbungsregeln im Vergleich zu einem normalen ETF-Depot abwägen, denn dort ist die Erbschaft immer förderneutral möglich.
Hinweis: Die Todesfall-Regelungen basieren auf dem verkündeten Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156). Einzelne Durchführungsdetails konkretisiert eine Rechtsverordnung, die noch aussteht (Stand Oktober 2026).
Passende Ratgeber zum Altersvorsorgedepot
FAQ

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Wann kommt das Altersvorsorgedepot und ist es schon beschlossen?

Ja, endgültig. Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Seit der Verkündung im Bundesgesetzblatt (29. Mai 2026, BGBl. 2026 I Nr. 156) ist das Gesetz in Kraft.

Die ersten zertifizierten Altersvorsorgedepots starten am 1. Januar 2027. Mehrere Anbieter nehmen bereits Vormerkungen entgegen.

Wer darf ein Altersvorsorgedepot eröffnen?

Grundsätzlich alle unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Personen in Deutschland: Arbeitnehmer mit gesetzlicher Rentenversicherung, Beamte, Richter und Soldaten, alle Selbstständigen (auch ohne Rentenversicherungspflicht) sowie Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke.

Nicht berechtigt sind Personen ohne unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland sowie Rentner, die bereits Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen.

Wie hoch ist die staatliche Förderung genau?

Die Grundzulage beträgt 50 % auf Eigenbeiträge bis 360 € (max. 180 €) und 25 % auf Beiträge zwischen 360 und 1.800 € (max. 360 €). Das ergibt eine maximale Grundzulage von 540 € pro Jahr. Den Zulagenanspruch sichert bereits ein Sockelbetrag von 120 € Eigenbeitrag pro Jahr.

Hinzu kommen bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind (100 % Match auf eigene Beiträge bis 300 €/Kind), einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus für Personen unter 25 sowie eine zusätzliche Steuererstattung durch die Günstigerprüfung.

Welche ETFs und Fonds sind im Altersvorsorgedepot erlaubt?

Erlaubt sind UCITS-konforme Fonds und ETFs der Risikoklassen 1 bis 5 (von 7), die an regulierten Börsen innerhalb der EU gehandelt werden. Das umfasst die gängigen Aktien-ETFs auf Weltindizes (MSCI World, FTSE All World, S&P 500 usw.), Anleihe-ETFs und gemischte Fonds. Außerdem zugelassen sind Anleihen von EU-Staaten, Ländern und Gemeinden.

Nicht erlaubt sind Einzelaktien, Derivate, Zertifikate, Kryptowährungen, gehebelte Produkte und andere spekulative Instrumente. Anbieter müssen zertifizierte Produktlisten veröffentlichen.

Ist das Altersvorsorgedepot auch für Beamte geeignet?

Ja, ausdrücklich. Das verabschiedete Gesetz bezieht Beamte, Richter und Soldaten in den Berechtigtenkreis ein. Der ursprüngliche Gesetzentwurf sah das noch nicht vor, die Koalition hat den Kreis im März 2026 erweitert.

Beamte erhalten dieselben Zulagen und können denselben Sonderausgabenabzug nutzen wie Arbeitnehmer. Da Beamte im Ruhestand oft einen niedrigeren Steuersatz haben als in der Aktivphase, profitieren sie besonders von der nachgelagerten Besteuerung.

Kann ich meine Riester-Rente in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?

Ja. Das Riester-Guthaben kann in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden, ohne dass bisher erhaltene Zulagen zurückgezahlt werden müssen. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt stark vom bestehenden Riester-Produkt ab.

Bei Produkten mit hohen Rückkaufswert-Abschlägen oder teuren laufenden Gebühren kann ein Wechsel sinnvoll sein. Bei fondsgebundenen Riester-Policen ist manchmal das Stilllegen (Beitragfreistellung) die bessere Option. Alle bestehenden Riester-Verträge genießen vollen Bestandsschutz.

Kann ich Altersvorsorgedepot und Riester gleichzeitig besparen?

Ja, aber die Förderung gibt es nur einmal. Zulagen und Sonderausgabenabzug richten sich nach der Summe deiner Beiträge, gefördert werden höchstens 1.800 € im Jahr. Ab dem dritten Vertrag, den du nach 2026 abschließt, gibt es keine Förderung mehr.

Wichtig: Schließt du nach dem 31. Dezember 2026 ein AVD ab, gilt das neue Förderrecht automatisch auch für deine bestehenden Riester-Verträge (§ 52 Abs. 50a EStG). Wer bisher nur den Riester-Sockelbeitrag von 60 € zahlt, bekommt dann erst ab 120 € Eigenbeitrag im Jahr überhaupt eine Zulage.

Was passiert bei frühzeitigem Zugriff auf das Guthaben?

Eine vorzeitige Entnahme vor dem 65. Lebensjahr (bzw. vor Beginn einer gesetzlichen Altersrente) ist möglich, gilt aber als schädliche Verwendung: Du zahlst alle Zulagen und die darüber hinausgehende Steuerersparnis zurück. Versteuern musst du dann nur die Erträge, nicht deine eigenen Einzahlungen (§ 22 Nr. 5 Satz 3 EStG).

Eine Ausnahme gilt für selbstgenutztes Wohneigentum: Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Guthaben förderneutral für den Erwerb oder Bau einer Immobilie eingesetzt werden (Wohnförderung).

Wie wird das Altersvorsorgedepot im Alter ausgezahlt und besteuert?

Du hast drei Optionen: einen Auszahlplan (bis mindestens zum 85. Lebensjahr), eine lebenslange Leibrente oder eine Kombination beider Varianten. Zusätzlich kannst du zu Rentenbeginn bis zu 30 % des Guthabens als Einmalbetrag entnehmen.

Der geförderte Teil (Beiträge bis 1.800 € im Jahr, Zulagen und die Erträge darauf) wird voll mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Für Beiträge über 1.800 € zählt nur der Ertrag, nach zwölf Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 nur zur Hälfte. Weil der Steuersatz im Alter meist niedriger ist als im Berufsleben, bleibt unterm Strich ein Vorteil.

Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf die Auszahlung keine Kranken- und Pflegebeiträge. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen darauf rund 21 %, das kann den Vorteil aufzehren. Der Rechner berücksichtigt beides.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot eher nicht?

Am wenigsten bringt das AVD, wenn du im Alter einen ähnlich hohen Steuersatz hast wie heute, etwa durch hohe Betriebsrenten oder Mieteinnahmen, oder wenn du im Alter freiwillig gesetzlich krankenversichert bist. Der Rechner zeigt dir unter „Break-even im Alter“, bis zu welchem Steuersatz sich das AVD für dich lohnt. Wer das Geld vor der Rente womöglich braucht, ist mit einem frei verfügbaren ETF-Depot besser bedient. Geringverdiener und Eltern profitieren dagegen am stärksten, weil die Zulagen bei ihnen den größten Teil der Einzahlung ausmachen.

In diesen Fällen kann ein normales ETF-Depot mit Abgeltungssteuer (25 % auf Gewinne, 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs) besser abschneiden. Nutze den Rechner oben, um deine konkrete Situation zu vergleichen.

Methodik

So rechnet der Altersvorsorgedepot-Rechner

Der Rechner bildet Anspar- und Auszahlphase Monat für Monat ab und vergleicht das Altersvorsorgedepot (AVD) mit einem ETF-Depot, in das du denselben Eigenbeitrag einzahlst. Alle Annahmen stehen auf dieser Seite. Rechenkern 1.1.0, Stand 20. Oktober 2026.

Ansparphase

Grundzulage = 50 % × min(Beitrag; 360 €) + 25 % × (min(Beitrag; 1.800 €) − 360 €)Kinderzulage = Anzahl Kinder mit Kindergeld × min(Beitrag; 300 €)Steuererstattung = max(0; ESt(zvE) − ESt(zvE − Beitrag bis 1.800 € − Zulagen) − Zulagen)
  • Beiträge fließen am Monatsanfang ein. Bis 1.800 € im Jahr sind sie gefördert, darüber bis 6.840 € ungefördert. Unter 120 € im Jahr gibt es keine Zulage (§§ 84 bis 86 EStG neue Fassung).
  • Die Kinderzulage zählt für jedes Kalenderjahr, in dem für das Kind Kindergeld festgesetzt ist, vom Geburtsjahr bis zum Jahr, in dem es die gewählte Grenze von 18, 21 oder 25 Jahren erreicht. Ein Monat Kindergeld im Jahr genügt (§ 85 Abs. 1 EStG). Derselbe Beitrag zählt für jedes Kind.
  • Den Berufseinsteiger-Bonus von 200 € gibt es einmal, wenn du am 1. Januar des ersten Beitragsjahres jünger als 25 bist.
  • Zulagen schreibt der Rechner im Mai, die Steuererstattung im Juni des Folgejahres gut. Legst du die Erstattung wieder ins AVD, zählt sie als Beitrag und bekommt selbst Zulage, solange der Förderrahmen nicht voll ist. Was über den Höchstbeitrag von 6.840 € hinausginge, legt der Rechner in ein ETF-Depot.
  • Das zu versteuernde Einkommen schätzt der Rechner aus dem Brutto: Brutto minus Arbeitnehmer-Pauschbetrag 1.230 €, Renten-, Kranken- und Pflegebeitrag (Arbeitnehmeranteil bis zur Beitragsbemessungsgrenze) und Sonderausgaben-Pauschbetrag. Die Einkommensteuer folgt dem Tarif 2026 nach § 32a EStG mit Solidaritätszuschlag (Freigrenze und Milderungszone) und optional Kirchensteuer. Verheiratete rechnen mit Splittingtarif.

Inflation und Steuern

Der Rechner nimmt an, dass der Steuertarif mit der Inflation mitwächst. Er rechnet jeden Betrag in heutiges Geld um, ermittelt die Steuer mit dem Tarif 2026 und rechnet zurück. Ohne diesen Schritt würde eine Auszahlung im Jahr 2060 so besteuert, als käme sie heute, und die Rentensteuer fiele deutlich zu hoch aus. Ergebnisse zeigt der Rechner nominal und in heutiger Kaufkraft.

Auszahlphase

  • Steigende Rate: Zu Beginn jedes Jahres teilt der Rechner das Restkapital durch die verbleibenden Monate bis zum Ende des Auszahlplans. Das Restkapital arbeitet mit der Rendite der Auszahlphase weiter. So funktioniert auch der gesetzliche Auszahlplan, der mindestens alle drei Jahre neu berechnet wird. Gleichbleibende Rate: Annuität über die Restlaufzeit.
  • Bis zu 30 % Teilkapital zahlt der Rechner zu Rentenbeginn aus und versteuert es im ersten Jahr voll progressiv. Ob die Fünftelregelung greift, ist noch nicht geklärt.
  • Der geförderte Teil ist voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 Satz 1 EStG). Beim ungeförderten Teil zählt nur der Ertrag, nach mindestens zwölf Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 zur Hälfte.
  • Die Steuer berechnet der Rechner als Mehrsteuer auf dein übriges Einkommen im Alter. Die gesetzliche Rente schätzt er aus deinem Gehalt: Brutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt 51.944 €, mal Beitragsjahre ab 22, mal Rentenwert 42,52 €. Davon zieht er den Besteuerungsanteil nach Rentenbeginnjahr (100 % ab 2058), Kranken- und Pflegebeitrag sowie die Pauschbeträge ab. Den Wert aus deiner Renteninformation kannst du selbst eintragen.
  • Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf AVD-Leistungen keine Beiträge (§ 229 SGB V nimmt Leistungen aus Altersvorsorgevermögen aus). Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen rund 14,0 % plus 2,9 % Zusatzbeitrag plus 3,6 % Pflege (kinderlos 4,2 %), der Rechner zieht das bis zur Beitragsbemessungsgrenze von der Auszahlung und von ETF-Gewinnen ab.

ETF-Vergleichsdepot

Das ETF-Depot bekommt denselben monatlichen Eigenbeitrag, aber keine Förderung. Der Rechner führt jeden Kauf als eigene Tranche und verkauft im Alter nach dem Prinzip „zuerst gekauft, zuerst verkauft“ wie das Finanzamt. Jedes Jahr fällt Steuer auf die Vorabpauschale an: Wert am Jahresanfang × Basiszins × 0,7, höchstens der Wertzuwachs des Jahres, für Käufe im laufenden Jahr je vollem Vormonat ein Zwölftel weniger (§ 18 InvStG). Die Steuer zahlst du in der Ansparphase aus der nächsten Sparrate, im Alter aus der Auszahlung. Gewinne sind zu 30 % steuerfrei (Teilfreistellung für Aktienfonds), dann gelten Sparerpauschbetrag und Abgeltungsteuer von 26,375 % oder der niedrigere persönliche Steuersatz. Im Alter zahlt das ETF-Depot nach demselben Plan aus wie das AVD.

Kennzahlen

  • Mehr-Rente: durchschnittliche Netto-Monatsrente aus dem AVD (inklusive Erstattungsdepot) minus der aus dem ETF-Depot, über die ganze Auszahlphase, nominal und in heutiger Kaufkraft. Ein Teilkapital zählt verteilt auf die Auszahlphase mit.
  • Rendite nach Steuern: interner Zinsfuß aller Zahlungen. Eingezahlt hast du nur deinen Eigenbeitrag, zurück bekommst du die Nettorenten.
  • Break-even: pauschaler Steuersatz auf die AVD-Auszahlung, bei dem AVD und ETF-Depot gleich viel Rente liefern.
  • Lebenserwartung: Kohortensterbetafel des Statistischen Bundesamts, mittlere Variante, für deinen Geburtsjahrgang.
Einordnung

Warum AVD-Rechner unterschiedliche Ergebnisse zeigen

Wir haben die gängigen AVD-Rechner mit denselben fünf Beispielfällen gefüttert. Für eine Familie mit 60.000 € Brutto, zwei Kindern und 150 € im Monat lag die Netto-Monatsrente je nach Rechner zwischen rund 770 € und 1.240 €. Die Unterschiede entstehen fast nur durch Annahmen, die du bei uns selbst einstellen kannst:

AnnahmeWirkung
Rendite in der AuszahlphaseOhne Verzinsung im Alter fällt die Monatsrente bei 18 Jahren Auszahlung um rund ein Viertel niedriger aus.
Kindergeld bis 18 oder bis 25Im Familien-Beispiel 4.200 € Kinderzulage Unterschied.
Inflation beim SteuertarifWer nominale Renten mit dem heutigen Tarif besteuert, überschätzt die Rentensteuer bei 40 Jahren Laufzeit um mehrere Prozentpunkte.
Steuersatz im AlterPauschal 25 % oder aus der erwarteten Rente berechnet: Bei Geringverdienern liegt der echte Satz oft bei null.
Beiträge über 1.800 €Nur Ertrag und nach zwölf Jahren nur zur Hälfte steuerpflichtig. Wer alles voll besteuert, lässt das AVD bei hohen Beiträgen schlechter aussehen.
Vorabpauschale und SparerpauschbetragBestimmen, wie gut das ETF-Vergleichsdepot abschneidet.

Mit identischen Annahmen liegt unser Depotwert zu Rentenbeginn in vier von fünf Testfällen höchstens 0,4 % neben einer unabhängigen Vergleichsrechnung. Im fünften Fall (570 € im Monat) zahlt die Vergleichsrechnung die Steuererstattung über den gesetzlichen Höchstbeitrag von 6.840 € hinaus ins AVD ein, wir legen diesen Rest in ein ETF-Depot. Dazu prüfen 58 automatische Tests Zulagen, Steuertarif, Randfälle und die Summenprobe: Ohne Rendite und Steuern muss genau das ausgezahlt werden, was eingezahlt und gefördert wurde.

Grenzen

Was der Rechner nicht abbildet

  • Leibrente und Garantieprodukte, Riester-Übertrag in ein AVD, Entnahme für Wohneigentum und vorzeitige Auszahlung mit Rückzahlung der Förderung.
  • Mittelbar förderberechtigte Ehepartner (eigene Grundzulage bis 175 €) und die Aufteilung der Kinderzulage zwischen den Eltern. Für 2027 bekommt bei verheirateten Eltern die Mutter die Kinderzulage, auf Antrag beider der Vater. Rechne mit dem Elternteil, dem die Zulage zugeordnet ist.
  • Schwankende Renditen: Der Rechner nimmt eine feste Rendite an. Ein Börseneinbruch kurz vor Rentenbeginn trifft AVD und ETF-Depot gleichermaßen.
  • Künftige Gesetzesänderungen. Für 2027 liegen Tarif und Rechengrößen erst als Entwurf vor, der Rechner nutzt deshalb die Werte von 2026 und lässt sie mit der Inflation mitwachsen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Der Rechner ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung.

Inhaltlich geprüft am 20. Oktober 2026 von Florian Baumann. Mehr zur Arbeitsweise: So entstehen die Inhalte.

Quellen
Quellen und rechtliche Grundlagen

Alle Quellen zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026.

Florian Baumann – Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

Mehr über Florian erfahren →
Finanzfacts Logo Finanzfacts

Finanzbildung für Anfänger

Haftungsausschluss & Transparenz

Die auf finanzfacts.de bereitgestellten Inhalte, Rechner und Vergleiche dienen reinen Informationszwecken und stellen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Daten. Investitionen an der Börse sind mit Risiken verbunden, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Historische Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Triff finanzielle Entscheidungen immer auf Basis deiner eigenen Recherche.

Werbehinweis

Einige Links auf dieser Website sind sogenannte Affiliate-Links (Partnerlinks). Wenn du über einen solchen Link ein Produkt kaufst oder ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen dabei keinerlei Zusatzkosten und du unterstützt damit den kostenfreien Betrieb unserer Rechner.

Fragen oder Fehler gefunden? Schreib uns: florian.baumann@finanzfacts.de oder gehe zur Kontaktseite.