Anbietervergleich

Krypto-Börsen in Deutschland im Vergleich

9 regulierte Börsen und Broker im direkten Check. Filtere nach Zielgruppe, Aufsicht und Gebühren und finde die Plattform, die zu dir passt.

Florian Baumann Florian Baumann · Lesezeit 8 Minuten
9 von 9 Anbietern
Anbieter Handelsgebühr Aufsicht Coins Note
TestsiegerBitvavoKrypto-Börse
0,15 / 0,25 %EU-MiCAR425+8,8Ansehen
BitpandaBroker
0,99 bis 1,49 %BaFin + MiCAR650+8,7Ansehen
Preis-LeistungKrakenKrypto-Börse
0,25 / 0,40 %EU-MiCAR640+8,4Ansehen
BISONBroker, Börse Stuttgart
1,25 % SpreadBaFin63+7,4Ansehen
CoinbaseBörse / Broker
0,40 bis 1,49 %BaFin + EU240+7,3Ansehen
Trade RepublicBroker
ca. 1 % Spread + 1 €BaFin50+7,2Ansehen
justTRADEBroker
ca. 0,30 % SpreadBaFin667,0Ansehen
Bybit EUKrypto-Börse
0,10 % SpotEU-MiCAR120+6,9Ansehen
Scalable CapitalBroker, Krypto-ETP
0,69 bis 0,99 % SpreadBaFin30+ ETP6,8Ansehen

Handelsgebühren als Maker/Taker oder durchschnittlicher Spread. Werte ändern sich je nach Handelsvolumen und Tarif. Note ist die gewichtete Gesamtbewertung von finanzfacts, Stand Juni 2026.

Transparente Bewertung

Methodik und Noten

Wie wir die Anbieter messen und welche Note am Ende steht. Erst die Gewichtung, dann die Punktevergabe pro Kategorie, am Ende die Begründung je Plattform.

Bewertungskriterien

So bewerten wir Krypto-Börsen

Jede Plattform bekommt in sieben Kategorien eine Note von 0 bis 10 Punkten. Die gewichtete Summe ergibt die Gesamtnote. Kosten und Sicherheit zählen am stärksten, weil sie über deine Rendite und den Schutz deiner Coins entscheiden.

  • Kosten (20 %): Handelsgebühr, Spread, Ein- und Auszahlungskosten und versteckte Aufschläge beim Sofortkauf.
  • Sicherheit und Regulierung (20 %): BaFin- oder MiCAR-Lizenz, getrennte Verwahrung, Cold Storage und Zwei-Faktor-Schutz.
  • Coin-Auswahl (15 %): Anzahl handelbarer Kryptowährungen und Verfügbarkeit großer Altcoins.
  • Bedienung (15 %): Verständlichkeit der App, deutscher Support und Eignung für Einsteiger.
  • Funktionen (10 %): Sparplan, Staking, Krypto-Indizes und weitere Extras.
  • Ein- und Auszahlung (10 %): SEPA-Optionen, Geschwindigkeit und Kosten der Geldwege.
  • Reputation (10 %): Trustpilot-Bewertung, Marktstellung und bisheriger Track Record.
Hinweis zur Reputation

Trustpilot-Werte schwanken stark. Bitvavo liegt mit über 20.000 Bewertungen bei rund 4,2 von 5. Große Handelsplätze wie Coinbase sammeln dort oft schwache Noten, weil unzufriedene Nutzer überproportional bewerten. Wir gewichten deshalb auch Marktstellung und Historie mit.

Punktevergabe

Alle Anbieter im Detail

Sortiert nach Gesamtnote, absteigend. Die Spaltenüberschriften zeigen die Gewichtung der jeweiligen Kategorie.

Anbieter Kosten 20 % Sicherheit 20 % Auswahl 15 % Bedienung 15 % Funktionen 10 % Ein/Ausz. 10 % Reputation 10 % Gesamt
Bitvavo988991098,8
Bitpanda51010109998,7
Kraken981069898,4
BISON5104106987,4
Coinbase59787787,3
Trade Republic610396977,2
justTRADE89475867,0
Bybit EU106659656,9
Scalable Capital69385976,8
Begründung

So setzen sich die Noten zusammen

Bitvavo8,8

Niedrige Gebühren ab 0,15 Prozent, kostenlose SEPA-Zahlungen und seit Juni 2025 eine eigene MiCAR-Lizenz. Über 425 Coins und mehr als 60 Staking-Optionen machen Bitvavo zum starken Allrounder für preisbewusste Einsteiger. Profi-Trader finden anderswo mehr Tiefe.

Bitpanda8,7

Dreifach reguliert über FMA, BaFin und MiCAR, dazu 650 Assets und eine sehr einfache App. Die hohen Spreads von rund 1 bis 1,5 Prozent kosten dich Rendite. Über Bitpanda Fusion drückst du sie auf 0,25 Prozent.

Kraken8,4

640 Coins und Pro-Gebühren ab 0,25 Prozent sprechen für aktive Trader. Die Pro-Oberfläche überfordert Einsteiger und der Sofortkauf ist teuer. Dafür ein sauberer Track Record seit 2011 ohne großen Hack.

BISON7,4

Die App der Börse Stuttgart steht komplett unter deutscher BaFin-Aufsicht und bedient sich kinderleicht. Dafür zahlst du 1,25 Prozent Spread und bekommst nur gut 60 Coins.

Coinbase7,3

Eigene BaFin-Lizenz der Coinbase Germany GmbH und riesige Bekanntheit. Im Standard-Modus zahlst du bis zu 1,49 Prozent plus Spread, erst der kostenlose Advanced-Modus wird günstig.

Trade Republic7,2

Alles in einem Depot, kostenlose Sparpläne ab 1 € und deutsche Vollbanklizenz. Nur rund 50 Coins, kein Staking und ein Spread, den du im Kurs nicht direkt siehst.

justTRADE7,0

Günstige Spreads ab etwa 0,30 Prozent, deutsche Regulierung und 66 echte Coins im selben Depot wie Aktien. Komfortfunktionen und Staking fehlen weitgehend.

Bybit EU6,9

Mit 0,10 Prozent Spot-Gebühr die günstigste Plattform im Test und seit 2025 MiCAR-reguliert in Wien. Der Hack der Hauptbörse Anfang 2025 und die starke Trader-Ausrichtung kosten Punkte bei Sicherheit und Bedienung.

Scalable Capital6,8

Solider deutscher Neobroker mit günstigen Sparplänen. Du kaufst hier aber nur Krypto-ETPs, keine echten Coins, und kannst sie nicht auf eine eigene Wallet auszahlen.

Hintergrund

Krypto-Börsen verstehen

Was die Anbieter unterscheidet, wie Gebühren funktionieren, worauf du bei Sicherheit und Steuern achten musst.

Grundlagen

Börse, Broker oder ETP

Die Anbieter im Vergleich folgen drei Modellen. Bei einer echten Krypto-Börse wie Kraken oder Bybit handelst du über ein Orderbuch direkt gegen andere Nutzer. Du zahlst Maker- und Taker-Gebühren und bekommst meist die besten Kurse.

Ein Broker wie Bitpanda, BISON oder Trade Republic verkauft dir die Coins direkt. Statt einer sichtbaren Gebühr steckt der Aufschlag im Spread, also der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Die Bedienung ist einfacher, die Kosten oft höher.

Ein Krypto-ETP wie bei Scalable Capital ist ein Wertpapier, das den Kurs einer Kryptowährung abbildet. Es liegt in deinem normalen Depot. Du kaufst keine echten Coins und kannst sie nicht auf eine eigene Wallet übertragen.

ModellKostenformFür wen
Krypto-BörseMaker/Taker-GebührAktive Trader, große Auswahl
BrokerSpread im KursEinsteiger, einfache Bedienung
Krypto-ETPSpread plus ProduktkostenDepot-Anleger ohne Wallet
Regulierung

MiCAR und BaFin verständlich erklärt

Seit Ende 2024 gilt in der gesamten EU die Verordnung MiCAR (Markets in Crypto-Assets). Sie schreibt einheitliche Regeln für Kapital, Verwahrung und Kundenschutz vor. Jeder Anbieter braucht eine Lizenz, um Kryptowerte anzubieten.

In Deutschland läuft die nationale Übergangsfrist am 1. Juli 2026 ab. Ab diesem Stichtag darf nur noch handeln, wer eine gültige MiCAR-Lizenz besitzt. Deutsche Häuser wie BISON, Trade Republic, justTRADE und Scalable arbeiten zusätzlich unter direkter Aufsicht der BaFin. Bitvavo, Kraken und Bybit halten eigene MiCAR-Lizenzen aus den Niederlanden, Irland und Österreich.

Praxistipp

Eine Lizenz schützt dich vor unseriösen Anbietern, aber nicht vor Kursverlusten. Eine Einlagensicherung wie beim Tagesgeld gibt es für Kryptowerte nicht. Deine Coins liegen getrennt vom Firmenvermögen, ihr Wert schwankt aber frei.

Kosten

Was der Handel wirklich kostet

Schau nie nur auf die beworbene Handelsgebühr. Den größten Unterschied macht der Spread, den viele Broker nicht offen ausweisen. Drei Bausteine bestimmen deine Gesamtkosten.

  • Handelsgebühr: Bei Börsen 0,1 bis 0,4 Prozent als Maker oder Taker, sinkend mit dem Volumen.
  • Spread: Bei Brokern 0,3 bis 1,5 Prozent, versteckt im Kurs.
  • Ein- und Auszahlung: SEPA ist meist kostenlos, Kreditkarte und Sofortkauf kosten extra.
Beispielrechnung

Du kaufst Bitcoin für 1.000 €. Bei Bitvavo mit 0,25 Prozent zahlst du rund 2,50 €. Bei Bitpanda mit etwa 1,4 Prozent Spread sind es 14 €. Bei Coinbase im Standard-Modus mit 1,49 Prozent plus Spread landest du bei rund 20 €. Über viele Trades im Jahr summiert sich diese Lücke deutlich.

Sicherheit

So schützt du deine Coins

Die Lizenz regelt den Anbieter, den Rest hast du selbst in der Hand. Diese vier Punkte senken dein Risiko spürbar.

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Aktiviere sie sofort, am besten über eine Authenticator-App statt SMS.
  • Cold Storage: Seriöse Anbieter verwahren den Großteil der Coins offline. Achte auf diese Angabe.
  • Eigene Wallet: Größere Beträge gehören auf eine Hardware-Wallet, die nur dir gehört.
  • Auszahlungslimits: Lege ein Whitelist-Konto fest, damit niemand fremde Adressen nutzt.
Achtung

Liegen deine Coins auf der Börse, hältst du nur einen Anspruch gegen den Anbieter. Geht er pleite oder wird gehackt, drohen Verluste. Wer langfristig viel hält, sollte über eine eigene Wallet nachdenken.

Steuern

Krypto-Gewinne und das Finanzamt

Kryptowährungen gelten in Deutschland als sonstige Wirtschaftsgüter nach Paragraf 23 EStG. Entscheidend ist, wie lange du hältst.

  • Über ein Jahr gehalten: Der Gewinn bleibt komplett steuerfrei.
  • Unter ein Jahr verkauft: Der Gewinn zählt zu deinem persönlichen Steuersatz von bis zu 45 Prozent.
  • Freigrenze 1.000 €: Bleiben alle privaten Veräußerungsgeschäfte im Jahr darunter, fällt keine Steuer an. Ein Euro darüber macht den gesamten Gewinn steuerpflichtig.
  • Staking und Lending: Erträge versteuerst du beim Zufluss, hier gilt eine separate Freigrenze von 256 €.
Neu ab 2026

Mit der Meldepflicht DAC8 melden Krypto-Anbieter deine Trades EU-weit an die Finanzbehörden. Eine saubere Dokumentation deiner Käufe und Verkäufe ist damit Pflicht. Das hier ersetzt keine Steuerberatung.

Auswahl

Welche Börse zu dir passt

Die beste Plattform hängt von deinem Ziel ab. Drei typische Profile helfen dir bei der Entscheidung.

  • Einsteiger mit kleinem Budget: Bitvavo für niedrige Gebühren, BISON oder Bitpanda für deutsche und europäische Aufsicht plus simple Bedienung.
  • Aktive Trader: Kraken und Bybit für niedrige Maker/Taker-Gebühren und eine große Coin-Auswahl.
  • Sparplan und alles in einem Depot: Trade Republic, Scalable oder justTRADE, wenn du Aktien, ETFs und Krypto an einer Stelle bündeln willst.

Teste im Zweifel zwei Anbieter mit kleinen Beträgen. So findest du heraus, welche App sich für dich am besten anfühlt, bevor du größere Summen bewegst.

FAQ

Häufige Fragen zu Krypto-Börsen

Welche Krypto-Börse ist für Einsteiger in Deutschland am besten?
Für den Start passen Bitvavo, Bitpanda und BISON besonders gut. Bitvavo punktet mit niedrigen Gebühren ab 0,15 Prozent und einer aufgeräumten App. Bitpanda steht zusätzlich unter deutscher BaFin-Aufsicht und bietet 650 Coins. BISON gehört zur Börse Stuttgart und bedient sich besonders simpel, kostet dafür aber 1,25 Prozent Spread.
Sind Krypto-Börsen in Deutschland legal und reguliert?
Ja. Seit Ende 2024 gilt die EU-Verordnung MiCAR. Nach Ablauf der nationalen Übergangsfrist am 1. Juli 2026 braucht jeder Anbieter eine MiCAR-Lizenz. Deutsche Anbieter wie BISON, Trade Republic oder justTRADE arbeiten zusätzlich unter direkter BaFin-Aufsicht. Bitvavo, Kraken und Bybit halten eigene EU-MiCAR-Lizenzen.
Muss ich Gewinne aus Kryptowährungen versteuern?
Hältst du deine Coins länger als ein Jahr, bleibt der Gewinn nach Paragraf 23 EStG steuerfrei. Verkaufst du innerhalb eines Jahres, zählt der Gewinn zu deinem persönlichen Steuersatz, sofern alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen über der Freigrenze von 1.000 € pro Jahr liegen. Rechne deine Szenarien mit dem Bitcoin-Gewinn-Rechner durch. Das ersetzt keine Steuerberatung.
Echte Coins oder Krypto-ETP, was ist besser?
Bei echten Coins gehören dir die Kryptowährungen direkt und du kannst sie auf eine eigene Wallet abheben. Ein Krypto-ETP wie bei Scalable Capital bildet den Kurs nur ab und liegt in deinem Wertpapierdepot. Das ist bequem, du kannst die Coins aber nicht transferieren und bist vom Emittenten abhängig.
Florians Finanz Fazit

Niedrige Gebühren schlagen jede Werbung

Wer 2026 in Krypto einsteigt, hat einen riesigen Vorteil gegenüber den frühen Jahren. Die EU-Regulierung MiCAR sortiert die unseriösen Anbieter aus, und seriöse Plattformen gibt es genug. Für die meisten in Deutschland gewinnen Bitvavo und Bitpanda, weil sie niedrige Kosten, starke Aufsicht und einfache Bedienung verbinden.

Mein wichtigster Rat: Achte auf den Spread, nicht nur auf die beworbene Gebühr. Eine Börse mit 0,2 Prozent schlägt einen Broker mit 1,5 Prozent über die Jahre klar, selbst wenn die App weniger schick aussieht. Willst du alles in einem Depot, sind Trade Republic oder justTRADE bequem. Aktive Trader fahren mit Kraken oder Bybit am günstigsten.

Und denk an die Steuer. Die Ein-Jahres-Frist ist das stärkste legale Geschenk, das dir der Gesetzgeber macht. Wer durchhält, kassiert den Gewinn steuerfrei.

Florian Baumann, Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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