EZB Zinspolitik · Verlauf & Prognose

EZB-Leitzins aktuell

Aktueller Leitzins der Europäischen Zentralbank mit historischem Verlauf seit 1999, Community-Abstimmung zur nächsten Zinsentscheidung und allem, was du zum Thema wissen solltest.

Kurz gesagt

Der Leitzins der EZB, also der Hauptrefinanzierungssatz, liegt bei 2,65 %, der für Sparer wichtigere Einlagensatz bei 2,50 %. Auf ihrer Sitzung am 29. Oktober 2026 hat die EZB die Zinsen unverändert gelassen, nachdem sie im Juni und im September 2026 um je 0,25 Prozentpunkte erhöht hatte. Die nächste Zinsentscheidung fällt am 17. Dezember 2026, die erste des Jahres 2027 am 4. Februar.

Einlagefazilität
2,50 %
Hauptrefinanzierung
2,65 %
Spitzenrefinanzierung
2,90 %
Entwicklung der EZB-Leitzinsen von 1999 bis heute als Liniendiagramm. Die vollständigen Werte findest du in der Tabelle Zinshistorie weiter unten.
Deine Prognose

Wie entscheidet die EZB beim nächsten Treffen?

Nächste Entscheidung: 17. Dezember 2026
Aktueller Leitzins (Einlagefazilität): 2,50 %
✓ Deine Stimme wurde gezählt.
Neuer Leitzins 2,75 %
2,55 % 5,00 %
▲ Erhöhung0 %
— Unverändert0 %
▼ Senkung0 %
Umfrage läuft an
Community-Prognose (Median)
—
Erwarteter Leitzins am 17.12.2026
Was der Leitzins für dein Tagesgeld heißtStand 03.11.2026, aus dem Tagesgeld-Barometer
Trading 212Zinsen auf Cash · Neobroker
3,27 %über 12 Monate
4,20 % für 4 Monate
Zur Bank
BBVATagesgeld · Direktbank
3,13 %über 12 Monate
3,75 % für 6 Monate
Zur Bank
Suresse Direkt BankTagesgeld · Direktbank
3,03 %über 12 Monate
3,80 % für 6 Monate
Zur Bank
Bank of Scotland Anzeigebestes Angebot mit Partnerlink
3,00 %über 12 Monate
3,00 % für 12 Monate
Konto eröffnen
Reihenfolge nur nach Zins über 12 Monate. Für Links mit Label Anzeige erhält finanzfacts eine Provision, am Zins ändert das nichts.Alle 46 Banken im Barometer
Inhaltsverzeichnis +
  1. So treffsicher ist die Community
  2. EZB-Zinsentscheide 2025 & 2026
  3. Zinshistorie seit 1999
  4. Was ist der Leitzins?
  5. Die drei EZB-Zinsinstrumente
  6. Was bedeutet das für dich?
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen & weiterführende Links

So treffsicher ist die Community

Vor jeder EZB-Zinsentscheidung stimmen Leser von finanzfacts ab. Die Prognose ist der Median aller erwarteten Leitzinssätze, dadurch verzerren einzelne Ausreißer das Ergebnis nicht. Die Diagramme zeigen den Verlauf über alle Runden: wie nah die Community-Prognose an der tatsächlichen Entscheidung lag und wie sich die Erwartung verschiebt. Am 29. Oktober 2026 lag die Community daneben: 78 % der 37 Teilnehmer erwarteten eine weitere Erhöhung, der Median lag bei 2,75 %. Die EZB hat den Einlagensatz aber bei 2,50 % gelassen. Die laufende Runde zur Dezember-Sitzung aktualisiert sich live mit jeder Stimme, jede einzelne findest du in der aufklappbaren Tabelle unten.

3 von 5
Richtungen bisher korrekt vorhergesagt
Ø 10 bp
Durchschnittliche Abweichung der Median-Prognose vom EZB-Entscheid über fünf Runden
läuft an
Aktuelle Median-Prognose für den 17. Dezember 2026

Prognose gegen tatsächlichen Leitzins

Community-Prognose und EZB-Entscheid je Sitzung, Einlagefazilität in Prozent

Jede Stimme im Zeitverlauf

Eine Stimme = ein Punkt. Höhe zeigt die erwartete Änderung: grün Erhöhung, schwarz auf der Nulllinie unverändert, rot Senkung. Die laufende Dezember-Runde pulsiert live.

Community-Prognose (Median der erwarteten Leitzinssätze) gegen tatsächlichen EZB-Leitzins und Stimmenverteilung je Sitzung, Einlagefazilität in Prozent
SitzungCommunity-PrognoseEZB-EntscheidAbweichungErhöhungUnverändertSenkungStimmen
30. April 20262,00 %2,00 % (unverändert)±0 bp41 %50 %9 %44
11. Juni 20262,25 %2,25 % (+25 bp)±0 bp73 %15 %12 %26
23. Juli 20262,50 %2,25 % (unverändert)+25 bp70 %27 %3 %30
10. September 20262,50 %2,50 % (+25 bp)±0 bp72 %19 %9 %32
29. Oktober 20262,75 %2,50 % (unverändert)+25 bp78 %16 %6 %37
17. Dezember 2026 (laufend)läuft annoch offen————0
Alle Stimmen der laufenden Dezember-Runde anzeigen (0) +
Alle abgegebenen Stimmen zur EZB-Zinsentscheidung am 17. Dezember 2026 in chronologischer Reihenfolge: erwartete Richtung, erwartete Änderung der Einlagefazilität in Basispunkten und erwarteter neuer Leitzins. Stand: 29. Oktober 2026.
Nr.Abgegeben amErwartungÄnderungErwarteter Leitzins
Noch keine Stimmen in dieser Runde.

Die Tabelle aktualisiert sich live mit jeder neuen Stimme. Auch Extremwerte bleiben sichtbar, die Median-Prognose verschieben sie aber kaum.

Methodik: Die Community-Prognose ist der Median der erwarteten Leitzinssätze aller abgegebenen Stimmen. Der Median ist robust gegen Ausreißer: Einzelne Extremtipps verschieben ihn kaum, während sie einen Mittelwert deutlich verzerren. Die abgeschlossenen Runden haben wir mit derselben Median-Methode ausgewertet (30. April 2026: 44 Stimmen, 11. Juni 2026: 26 Stimmen, 23. Juli 2026: 30 Stimmen, 10. September 2026: 32 Stimmen, 29. Oktober 2026: 37 Stimmen). Die Umfrage zur Entscheidung am 17. Dezember 2026 läuft, oben im Widget kannst du mitmachen.

EZB-Zinsentscheide 2025 & 2026

Alle Beschlüsse und Termine im Überblick. Am 29. Oktober 2026 hat die EZB alle drei Leitzinsen unverändert gelassen: Die Einlagefazilität bleibt bei 2,50 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 % und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,90 %. Zuletzt angehoben hatte sie am 10. September 2026 um 25 Basispunkte, die zweite Erhöhung in diesem Jahr nach dem Schritt vom 11. Juni 2026. Die Pause hat einen klaren Grund: Die Energiepreise steigen weiter und treiben die Inflation, gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen seit September verschärft und bremsen damit Inflation und Wachstum schon ohne weiteren Zinsschritt. Einen festen Zinspfad gibt die EZB nicht vor, sie entscheidet weiter von Sitzung zu Sitzung. Im September erwartete sie für 2026 eine Inflation von 3,0 %, für 2027 von 2,5 % und für 2028 von 2,1 %, neue Projektionen folgen am 17. Dezember 2026. Ebenfalls am 29. Oktober hat Christine Lagarde angekündigt, ihr Amt als EZB-Präsidentin am 7. Februar 2027 abzugeben.

2026
5. Feb.
2,00 %
unverändert
19. März
2,00 %
unverändert
30. Apr.
2,00 %
unverändert
11. Juni
2,25 %
+25 bp
23. Juli
2,25 %
unverändert
10. Sept.
2,50 %
+25 bp
29. Okt.
2,50 %
Aktuell
unverändert
17. Dez.
?
nächster Termin
2025
30. Jan.
2,75 %
6. März
2,50 %
17. Apr.
2,25 %
5. Juni
2,00 %
24. Juli
2,00 %
unverändert
11. Sept.
2,00 %
unverändert
30. Okt.
2,00 %
unverändert
18. Dez.
2,00 %
unverändert
Community-Prognose · Nächste Entscheidung 17. Dezember 2026
▲ Erhöhung0 %
— Unverändert0 %
▼ Senkung0 %
Umfrage läuft an
Prognose (Median)
—
am 17.12.2026 · noch keine Stimmen

Zinshistorie seit 1999

Alle Zinsschritte der EZB von der Euro-Einführung bis heute. Die Spalte „Schritt“ zeigt die Veränderung der Einlagefazilität in Basispunkten.

4,00 %
Höchststand der Einlagefazilität
(September 2023 bis Juni 2024)
−0,50 %
Tiefststand in der Negativzinsphase
(September 2019 bis Juli 2022)
2,50 %
Aktueller Stand
(seit 16. September 2026)
Alle Zinsschritte seit 1999 anzeigen +
DatumEinlagefazilitätHauptrefinanzierungSpitzenrefinanzierungSchritt
16. September 20262,50 %2,65 %2,90 %+25 bp
17. Juni 20262,25 %2,40 %2,65 %+25 bp
11. Juni 20252,00 %2,15 %2,40 %−25 bp
23. April 20252,25 %2,40 %2,65 %−25 bp
12. März 20252,50 %2,65 %2,90 %−25 bp
5. Februar 20252,75 %2,90 %3,15 %−25 bp
18. Dezember 20243,00 %3,15 %3,40 %−25 bp
23. Oktober 20243,25 %3,40 %3,65 %−25 bp
18. September 20243,50 %3,65 %3,90 %−25 bp
12. Juni 20243,75 %4,25 %4,50 %−25 bp
20. September 20234,00 %4,50 %4,75 %+25 bp
2. August 20233,75 %4,25 %4,50 %+25 bp
21. Juni 20233,50 %4,00 %4,25 %+25 bp
10. Mai 20233,25 %3,75 %4,00 %+25 bp
22. März 20233,00 %3,50 %3,75 %+50 bp
8. Februar 20232,50 %3,00 %3,25 %+50 bp
21. Dezember 20222,00 %2,50 %2,75 %+50 bp
2. November 20221,50 %2,00 %2,25 %+75 bp
14. September 20220,75 %1,25 %1,50 %+75 bp
27. Juli 20220,00 %0,50 %0,75 %+50 bp
18. September 2019−0,50 %0,00 %0,25 %−10 bp
16. März 2016−0,40 %0,00 %0,25 %−10 bp
9. Dezember 2015−0,30 %0,05 %0,30 %−10 bp
10. September 2014−0,20 %0,05 %0,30 %−10 bp
11. Juni 2014−0,10 %0,15 %0,40 %−10 bp
13. November 20130,00 %0,25 %0,75 %±0 bp
8. Mai 20130,00 %0,50 %1,00 %±0 bp
11. Juli 20120,00 %0,75 %1,50 %−25 bp
14. Dezember 20110,25 %1,00 %1,75 %−25 bp
9. November 20110,50 %1,25 %2,00 %−25 bp
13. Juli 20110,75 %1,50 %2,25 %+25 bp
13. April 20110,50 %1,25 %2,00 %+25 bp
13. Mai 20090,25 %1,00 %1,75 %±0 bp
8. April 20090,25 %1,25 %2,25 %−25 bp
11. März 20090,50 %1,50 %2,50 %−50 bp
21. Januar 20091,00 %2,00 %3,00 %−100 bp
10. Dezember 20082,00 %2,50 %3,00 %−75 bp
12. November 20082,75 %3,25 %3,75 %−50 bp
15. Oktober 20083,25 %3,75 %4,25 %−50 bp
9. Juli 20083,25 %4,25 %5,25 %+25 bp
13. Juni 20073,00 %4,00 %5,00 %+25 bp
14. März 20072,75 %3,75 %4,75 %+25 bp
13. Dezember 20062,50 %3,50 %4,50 %+25 bp
11. Oktober 20062,25 %3,25 %4,25 %+25 bp
9. August 20062,00 %3,00 %4,00 %+25 bp
15. Juni 20061,75 %2,75 %3,75 %+25 bp
8. März 20061,50 %2,50 %3,50 %+25 bp
6. Dezember 20051,25 %2,25 %3,25 %+25 bp
6. Juni 20031,00 %2,00 %3,00 %−50 bp
7. März 20031,50 %2,50 %3,50 %−25 bp
6. Dezember 20021,75 %2,75 %3,75 %−50 bp
9. November 20012,25 %3,25 %4,25 %−50 bp
18. September 20012,75 %3,75 %4,75 %−50 bp
31. August 20013,25 %4,25 %5,25 %−25 bp
11. Mai 20013,50 %4,50 %5,50 %−25 bp
6. Oktober 20003,75 %4,75 %5,75 %+25 bp
1. September 20003,50 %4,50 %5,50 %+25 bp
9. Juni 20003,25 %4,25 %5,25 %+50 bp
28. April 20002,75 %3,75 %4,75 %+25 bp
17. März 20002,50 %3,50 %4,50 %+25 bp
4. Februar 20002,25 %3,25 %4,25 %+25 bp
5. November 19992,00 %3,00 %4,00 %+50 bp
9. April 19991,50 %2,50 %3,50 %−50 bp
1. Januar 19992,00 %3,00 %4,00 %Start

Datum = Tag des Inkrafttretens. Die Werte zeigen die Zinssätze nach der jeweiligen Entscheidung. Sitzungen ohne Zinsänderung tauchen in der Tabelle nicht auf. Quelle: Europäische Zentralbank.

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins ist das wichtigste Steuerungsinstrument einer Zentralbank.

Der Leitzins ist der Zinssatz, den die Europäische Zentralbank (EZB) festlegt und zu dem sich Banken Geld leihen oder bei ihr anlegen können. Er dient als Orientierungsgröße für das gesamte Zinsniveau im Euroraum: von Kredit- und Hypothekenzinsen bis hin zu den Sparzinsen auf deinem Tagesgeldkonto.

Vereinfacht gesagt: Senkt die EZB den Leitzins, kostet geliehenes Geld weniger, das soll die Wirtschaft ankurbeln. Erhöht sie ihn, verteuert sich Kredit, das soll die Inflation bremsen. Die EZB verfolgt ein klares Ziel: mittelfristig 2 % Inflation im Euroraum. Wie Zentralbanken überhaupt entstanden sind, von der schwedischen Riksbank 1668 bis zur EZB 1998, zeigt die Geschichte des Geldes.

Kreditkosten
Niedrigere Leitzinsen bedeuten günstigere Kredite für Unternehmen und Verbraucher.
Sparzinsen
Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher orientieren sich direkt am EZB-Zinsniveau.
Inflation & Wachstum
Über die Steuerung der Geldmenge kontrolliert die EZB Preisstabilität und Konjunktur.

Die drei EZB-Zinsinstrumente

Die EZB arbeitet mit einem Zinskorridor aus drei Sätzen. Zusammen steuern sie die kurzfristigen Zinsen im gesamten Bankensystem.

Einlagefazilität

2,50 %
Banken erhalten diesen Zinssatz, wenn sie überschüssige Gelder über Nacht bei der EZB parken. Er bildet die Untergrenze des Zinskorridors. Seit September 2024 dient er als direkter Referenzsatz, der Abstand zum Hauptrefinanzierungssatz beträgt nur noch 15 Basispunkte.
Untergrenze

Hauptrefinanzierungssatz

2,65 %
Zum Hauptrefinanzierungssatz leihen sich Banken für eine Woche Geld bei der EZB. Er ist der bekannteste der drei Leitzinsen. Den Abstand zur Einlagefazilität hat die EZB im September 2024 von 50 auf 15 Basispunkte verringert.
Hauptsatz

Spitzenrefinanzierung

2,90 %
Banken nutzen die Spitzenrefinanzierung als Notfalllinie und leihen sich damit über Nacht Geld von der EZB, wenn kurzfristig Liquidität fehlt. Der Satz liegt 25 Basispunkte über dem Hauptsatz und bildet die Obergrenze des Zinskorridors.
Obergrenze
ZinssatzBeschreibungWirkung
EinlagefazilitätZins für Bankguthaben bei der EZB über NachtBestimmt, wie attraktiv es für Banken ist, Geld bei der EZB zu parken statt zu verleihen
HauptrefinanzierungssatzZinssatz für 1-Wochen-Kredite der Banken bei der EZBRichtwert für das allgemeine Zinsniveau, beeinflusst direkt Kredit- und Sparzinsen
SpitzenrefinanzierungZinssatz für Übernacht-Notfallkredite der EZBDeckel für kurzfristige Refinanzierungskosten, Banken zahlen nie mehr als diesen Satz

Was bedeutet das für dich?

Ob Zinsen steigen oder fallen: Du kannst dich in beiden Phasen clever positionieren. Hier sind die wichtigsten Zusammenhänge und Überlegungen für deinen Alltag.

▲ Bei steigenden Zinsen Zinserhöhung

Was passiert
  • Kredite verteuern sich: Hypotheken, Ratenkredite und Unternehmensfinanzierungen steigen im Preis
  • Verzugszinsen steigen mit: Der Basiszinssatz nach § 247 BGB folgt zum 1. Januar und 1. Juli dem Hauptrefinanzierungssatz. Was eine unbezahlte Rechnung dann kostet, rechnet der Verzugszinsen-Rechner taggenau aus
  • Sparzinsen steigen: Tagesgeld und Festgeld werden attraktiver, ein seltener Vorteil für Sparer
  • Anleihen unter Druck: Bestehende Anleihen verlieren an Wert, neue bieten höhere Kupons
Deine Optionen
  • Festgeld sichern: Gute Konditionen mit langer Laufzeit festschreiben, bevor die Zinsen wieder fallen. Mit dem Festgeldrechner rechnest du verschiedene Laufzeiten durch
  • Variable Kredite überdenken: Der Wechsel in einen Festzinskredit kann vor weiteren Erhöhungen schützen
  • Kurzlaufende Anleihen: Weniger Zinsrisiko als langfristige Bonds, alternativ Geldmarktfonds

▼ Bei sinkenden Zinsen Zinssenkung

Was passiert
  • Kredite kosten weniger: Bauzinsen und Unternehmenskredite sinken, gut für Investitionen
  • Sparzinsen fallen: Tagesgeld und Festgeld verlieren an Attraktivität
  • Aktien & Immobilien profitieren: Niedrigzinsen kurbeln in der Regel Risikomärkte an
Deine Optionen
  • ETF-Sparplan aufstocken: Breit gestreute Fonds wie MSCI World profitieren oft vom günstigen Geldumfeld. Den Langfrist-Effekt zeigt dir der Zinseszinsrechner
  • Anschlussfinanzierung prüfen: Niedrige Bauzinsen für Umschuldung oder Neubau nutzen
  • Sachwerte erwägen: Immobilien und Rohstoffe als Puffer gegen Inflation und Niedrigzinsen

Was der Leitzins für dein Tagesgeld bedeutet

Im Tagesgeld-Barometer vergleichen wir die Zinsen von 45 Banken jeden Tag, sortiert nach dem Zins, den du über zwölf Monate tatsächlich bekommst. Für Festgeld gibt es das Festgeld-Barometer.

Tagesgeldkonto bei der 1822direkt*

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Häufige Fragen zum EZB-Leitzins

Warum verändert die EZB den Leitzins?
Die EZB passt den Leitzins an, um Inflation zu kontrollieren und wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Ihr Mandat ist eindeutig: mittelfristig 2 % Inflation im Euroraum. Liegt die Inflation dauerhaft über diesem Ziel, erhöht die EZB die Zinsen. Schwächt sich die Wirtschaft ab oder fällt die Inflation zu stark, senkt sie sie wieder. Am 10. September 2026 hat die EZB den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben, die zweite Erhöhung im Jahr 2026 nach dem Schritt vom 11. Juni 2026. Am 29. Oktober 2026 hat sie den Satz bei 2,50 % belassen. Grund für die Erhöhungen ist der anhaltende Inflationsdruck durch hohe Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten.
Was ist der Unterschied zwischen Einlagefazilität und Hauptrefinanzierungssatz?
Die Einlagefazilität (aktuell 2,50 %) ist der Zins, den Banken bekommen, wenn sie Geld über Nacht bei der EZB parken. Sie ist die Untergrenze des Zinskorridors und seit September 2024 der maßgebliche Referenzsatz. Der Hauptrefinanzierungssatz (aktuell 2,65 %) ist der Zins, zu dem sich Banken für eine Woche Geld bei der EZB leihen. Der Abstand zwischen beiden beträgt seit September 2024 nur noch 15 Basispunkte statt früher 50.
Wie wirkt sich der Leitzins auf meine Baufinanzierung aus?
Bauzinsen orientieren sich nicht direkt am Leitzins, sondern vor allem an den Renditen langlaufender Staatsanleihen. Dennoch gibt der Leitzins die grundsätzliche Richtung vor. Nach dem starken Anstieg 2022 bis 2023 gaben die Bauzinsen mit den EZB-Senkungen 2024 nur etwas nach (Bundesbank-Schnitt für über 10 Jahre Zinsbindung: von rund 3,9 % Ende 2023 auf 3,3 % Ende 2024). Seit 2025 steigen sie mit der Bund-Rendite wieder, im Juli 2026 lag der Schnitt bei 3,9 %. Steigt der Leitzins, ziehen mittelfristig auch die Bauzinsen häufig nach. Die aktuelle Entwicklung findest du unter Bauzinsen aktuell.
Wie geht es mit dem Leitzins weiter?
Sicher weiß das niemand. Die EZB entscheidet von Sitzung zu Sitzung anhand der Daten zu Inflation, Wirtschaftswachstum und globalen Rahmenbedingungen und legt sich ausdrücklich auf keinen Zinspfad fest. Am 29. Oktober 2026 hat sie den Einlagensatz bei 2,50 % belassen. Weiter steigende Energiepreise sind aus Sicht der EZB ein Aufwärtsrisiko für die Inflation und ein Abwärtsrisiko für das Wachstum, gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen verschärft. In ihren September-Projektionen erwartet die EZB eine Inflation von 3,0 % für 2026 und 2,5 % für 2027. Die letzte Zinsentscheidung des Jahres steht am 17. Dezember 2026 an, dann mit neuen Projektionen. Die finanzfacts-Community lag mit ihrer Median-Prognose bei drei von fünf Sitzungen richtig: im April (2,00 %), im Juni (2,25 %) und im September (2,50 %). Vor dem 23. Juli und vor dem 29. Oktober 2026 erwartete die Mehrheit jeweils eine Erhöhung, die EZB hielt den Zins aber an. Oben im Widget stimmst du für die Dezember-Entscheidung ab und verfolgst die aktuelle Community-Prognose live.

Quellen & weiterführende Links

Persönliche Einschätzung

Florians Finanz Fazit

Drei Treffer aus fünf Runden: Am 29. Oktober 2026 lag unsere Community daneben. 78 % tippten auf eine weitere Erhöhung, der Median lag bei 2,75 %, die EZB hat aber pausiert und den Einlagensatz bei 2,50 % gelassen. Wie schon im Juli hat die Mehrheit die Zinspause nicht kommen sehen. Für mich zeigt das ein klares Muster: Die Richtung erkennt die Community meist früh, beim Tempo ist die EZB vorsichtiger, denn sie wartet nach jedem Schritt erst ab, wie er wirkt.

Für dich heißt das konkret: Verlasse dich nicht auf eine einzelne Prognose, auch nicht auf unsere. Baue deine Finanzen so auf, dass beide Szenarien funktionieren. Festgeld lohnt sich wieder mehr, Kredite kalkulierst du besser mit Puffer. Und ein langfristiger ETF-Sparplan läuft ohnehin durch jede Zinsphase.

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Florian Baumann, Gründer von finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle: Europäische Zentralbank (EZB). Keine Anlageberatung.

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