PayPal-Gebühren berechnen
Berechne in Sekunden, was nach Abzug aller Gebühren auf deinem PayPal-Konto landet. Inklusive Rückwärtsrechnung, allen Tarifen und Auslandsaufschlag.
Alles zu PayPal-Gebühren
Gebührenstruktur, Berechnungslogik und konkrete Spartipps für Verkäufer.
Wie PayPal seine Gebühren berechnet
PayPal nimmt nur vom Empfänger einer Zahlung Geld. Als Käufer überweist du den vollen Preis, als Verkäufer behält PayPal einen prozentualen Anteil plus eine feste Gebühr pro Transaktion und schreibt dir den Rest gut.
Wie hoch dieser Anteil ist, hängt von drei Stellschrauben ab: dem Tarif (Standard, Mikro, QR-Code, Spenden, Händlerstufen), dem Standort des Senders und davon, ob eine Währungsumrechnung stattfindet.
Privatzahlungen in der EU sind kostenlos, wenn du das Geld als Freunde & Familie sendest, keine Kreditkarte nutzt und der Empfänger ebenfalls im EWR sitzt. Sobald PayPal die Option Waren und Dienstleistungen erkennt, greifen die Verkäufergebühren.
Aktuelle PayPal-Gebühren in Deutschland
Diese Tarife gelten für gewerbliche Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums:
| Tarif | Prozent | Fix | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Waren / Dienstleistungen | 2,49 % | 0,35 € | Standardtarif |
| Geschäftliche Zahlung | 2,99 % | 0,39 € | Käufer wählt Geschäftlich |
| Händlerkonditionen I | 1,99 % | 0,35 € | 5.001 bis 25.000 € Monatsumsatz |
| Händlerkonditionen II | 1,79 % | 0,35 € | 25.001 bis 100.000 € |
| Händlerkonditionen III | 1,49 % | 0,35 € | über 100.000 € |
| QR-Code-Zahlung | 0,90 % | 0,00 € | Zahlung vor Ort |
| Mikrozahlung | 4,99 % | 0,10 € | günstiger bei Beträgen unter 10 € |
| Spenden | 1,99 % | 0,35 € | nur für gemeinnützige Organisationen |
Seit Mitte 2020 vergibt PayPal keine neuen individuellen Händlervereinbarungen mehr. Die gestaffelten Konditionen bleiben aber für Bestandskunden gültig. Bei Neueröffnung läufst du standardmäßig auf 2,49 % plus 0,35 € pro Transaktion.
Die Formeln Schritt für Schritt
Die Vorwärtsrechnung zieht Prozentgebühr und Festgebühr direkt vom Bruttobetrag ab:
Die Rückwärtsrechnung dreht das um. Du gibst deinen Wunsch-Auszahlungsbetrag vor und bekommst zurück, was der Käufer zahlen muss, damit nach Gebührenabzug genau dieser Betrag ankommt:
Bei Auslandszahlungen erhöht sich der Prozentsatz um den Aufschlag der jeweiligen Region, bevor die Formel angewendet wird.
Praxisnutzen der Rückwärtsrechnung: Wenn du 50 € netto behalten willst und mit dem Standardtarif arbeitest, brauchst du 51,64 € Brutto. PayPal verbietet einen separaten Aufschlag mit der Bezeichnung PayPal-Gebühr, aber du darfst die Differenz fest in deinen Verkaufspreis einkalkulieren.
Drei Szenarien im direkten Vergleich
So wirken sich die Gebühren beim Standardtarif (2,49 % + 0,35 €) auf typische Beträge aus:
| Brutto | Prozentgebühr | Festgebühr | Gesamt | Du erhältst |
|---|---|---|---|---|
| 25,00 € | 0,62 € | 0,35 € | 0,97 € | 24,03 € |
| 100,00 € | 2,49 € | 0,35 € | 2,84 € | 97,16 € |
| 500,00 € | 12,45 € | 0,35 € | 12,80 € | 487,20 € |
Die Festgebühr von 0,35 € fällt bei kleinen Beträgen stark ins Gewicht. Bei 25 € macht sie 36 % der Gesamtgebühr aus, bei 500 € nur noch 2,7 %.
Auslandsaufschlag und Währungsumrechnung
Sobald Sender und Empfänger nicht beide im EWR sitzen, kommt ein zusätzlicher Prozentsatz auf den Tarif. Das gilt unabhängig davon, ob die Zahlung in Euro oder Fremdwährung erfolgt:
| Region des Senders | Zusatzgebühr | Beispiel: 100 € Standard |
|---|---|---|
| Deutschland / EWR | 0,00 % | 2,84 € |
| Großbritannien | +1,29 % | 4,13 € |
| USA / Kanada | +1,99 % | 4,83 € |
| Andere Länder | +2,99 % | 5,83 € |
Kommt eine Währungsumrechnung dazu, schlägt PayPal etwa 3 bis 4 % auf den Marktmittelkurs auf. Aus einem 100-US-Dollar-Verkauf werden so schnell 3 € extra Wechselkursaufschlag, zusätzlich zum Auslandsaufschlag. Wer regelmäßig international verkauft, fährt mit einem Multiwährungskonto und externer Umrechnung oft günstiger.
Mikrozahlung gegen Standard: wann lohnt sich was?
Der Mikrozahlungstarif tauscht eine niedrigere Festgebühr (0,10 € statt 0,35 €) gegen einen höheren Prozentsatz (4,99 % statt 2,49 %). Der Break-Even-Punkt liegt mathematisch genau bei 10,00 €:
| Betrag | Standard | Mikrozahlung | Differenz |
|---|---|---|---|
| 2,00 € | 0,40 € | 0,20 € | Mikro spart 0,20 € |
| 5,00 € | 0,47 € | 0,35 € | Mikro spart 0,12 € |
| 10,00 € | 0,60 € | 0,60 € | Gleichstand |
| 15,00 € | 0,72 € | 0,85 € | Standard spart 0,13 € |
| 25,00 € | 0,97 € | 1,35 € | Standard spart 0,38 € |
Den Mikrozahlungstarif aktiviert PayPal nur auf Antrag und erst, wenn deine durchschnittlichen Transaktionen unter 10 € liegen.
Vier konkrete Hebel für niedrigere Gebühren
- QR-Code für Vor-Ort-Verkäufe. 0,90 % ohne Festgebühr schlägt bei jedem Betrag den Standardtarif. Ideal für Märkte, Hofläden, mobile Dienstleister.
- Mikrozahlung beantragen. Wenn du regelmäßig Beträge unter 10 € abrechnest (Newsletter, digitale Downloads, Tickets), spart der Tarif teilweise mehr als die Hälfte der Gebühr.
- In Euro abrechnen. Der Wechselkursaufschlag von 3 bis 4 % frisst oft mehr Marge als der Auslandsaufschlag selbst. Stelle Auslandskäufern Euro-Beträge in Rechnung und lass sie selbst umrechnen.
- Preis sauber kalkulieren. Nutze die Rückwärtsrechnung oben, um die Gebühren von vornherein in deinen Verkaufspreis einzuplanen. Das ist legal, ein offener Gebührenaufschlag dagegen nicht.
FAQ zu PayPal-Gebühren
Wer zahlt die PayPal-Gebühren?
Darf ich die PayPal-Gebühren auf den Käufer umlegen?
Wann lohnt sich der Mikrozahlungstarif?
Was kostet eine Rückerstattung bei PayPal?
Offizielle Gebührentabellen
PayPal-Gebühren tun nicht weh, bis sie es plötzlich tun
Solange du gelegentlich etwas verkaufst, sind 0,97 € auf 25 € verschmerzbar. Sobald daraus aber regelmäßiger Umsatz wird, kommt schnell ein vierstelliger Betrag pro Jahr zusammen, der dich nichts außer Bequemlichkeit kostet. Genau dann lohnt sich ein zweiter Blick.
Mein Hebel mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Ersparnis: QR-Code für alles, was vor Ort passiert, und der Mikrozahlungstarif, sobald du regelmäßig unter 10 € abrechnest. Beides musst du aktiv bei PayPal beantragen, die Standardeinstellung ist immer der teurere Tarif.
Was ich dagegen ungern sehe: Verkäufer, die einen offenen PayPal-Aufschlag aufs Angebot schreiben. Das verstößt gegen die Nutzungsbedingungen und ärgert Kunden. Kalkuliere die Gebühren stattdessen still in deinen Preis ein. Genau dafür ist die Rückwärtsrechnung oben gemacht.
