Zuletzt aktualisiert am 19. Juli 2026 · Florian Baumann
Vermögensaufbau

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Wissen: Fonds & ETFs

Die wichtigsten Unterschiede und Mechanismen bei der Geldanlage

Grundlagen

Aktive Fonds vs. Passive ETFs

Wer an der Börse investieren möchte, nutzt dafür in der Regel Investmentfonds. Hier wird das Geld vieler Anleger gesammelt und gestreut investiert.

  • Aktive Investmentfonds: Hier wählt ein Fondsmanager aktiv die Aktien aus, von denen er glaubt, dass sie sich am besten entwickeln. Für diesen Service fällt in der Regel beim Kauf ein Ausgabeaufschlag (oft 5 %) an, sowie höhere laufende Kosten (TER).
  • Passive Indexfonds (ETFs): Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet stur einen Index (wie den DAX oder den MSCI World) nach. Es gibt keinen teuren Manager. Daher entfällt der Ausgabeaufschlag (0 %) meist komplett, und die laufenden Kosten sind extrem gering.
Gebühren

Wie wirkt der Ausgabeaufschlag?

Der Ausgabeaufschlag (Agio) ist eine Vertriebsgebühr, die meistens an deine Hausbank oder den Berater fließt. Er wird direkt von deiner Einzahlung abgezogen.

Ein Rechenbeispiel: Wenn du 100 € in einen Fonds mit 5 % Ausgabeaufschlag sparst, werden in der Regel nur 95,24 € tatsächlich in Aktien investiert. Die restlichen 4,76 € behält die Bank sofort als Gebühr ein. (Formel: 100 € / 1,05).

Tipp: Teste in unserem Rechner mal aus, wie stark diese Gebühr das Endkapital über 20 Jahre schmälert!
Steuern

So versteuerst du Fondsgewinne

Auf Kursgewinne, Ausschüttungen und die Vorabpauschale zahlst du Abgeltungsteuer: 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 % (ohne Kirchensteuer). Vorher greift der Sparerpauschbetrag: 1.000 € pro Jahr bleiben steuerfrei, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €. Dafür brauchst du einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker.

Zusätzlich stellt das Investmentsteuergesetz einen Teil der Erträge komplett steuerfrei. Diese Teilfreistellung hängt vom Fondstyp ab (§ 20 InvStG):

FondstypVoraussetzungSteuerfrei
Aktienfonds und Aktien-ETFsmind. 51 % Aktienquote30 %
Mischfondsmind. 25 % Aktienquote15 %
ImmobilienfondsSchwerpunkt Immobilien60 %
Auslands-ImmobilienfondsSchwerpunkt Auslandsimmobilien80 %

Ein Rechenbeispiel: Du verkaufst Anteile eines Aktien-ETFs mit 1.000 € Gewinn. Steuerpflichtig sind nur 700 €. Ist dein Pauschbetrag schon ausgeschöpft, zahlst du 184,63 € Steuer statt 263,75 €. Die Teilfreistellung spart dir hier fast 80 €.

Bei thesaurierenden Fonds fällt außerdem jährlich die Vorabpauschale an. Für 2026 gilt dafür der Basiszins von 3,20 %, den das Bundesfinanzministerium im Januar 2026 festgelegt hat. Wie viel das konkret ausmacht, zeigt dir der Vorabpauschale-Rechner.

Kosten

Was laufende Kosten deine Rendite wirklich kosten

Die laufenden Kosten eines Fonds fasst die TER (Total Expense Ratio) zusammen. Sie geht jedes Jahr direkt vom Fondsvermögen ab und wirkt damit wie ein Renditeabzug mit Zinseszinseffekt. Über lange Zeiträume entscheidet sie stärker über dein Endvermögen als die meisten anderen Faktoren, die du beeinflussen kannst.

Laufende Kosten (TER)Typisch fürEndwert nach 20 Jahren*
0,2 % pro JahrWelt-ETF30.883 €
1,5 % pro Jahraktiver Aktienfonds24.117 €
2,0 % pro Jahrteurer aktiver Fonds21.911 €

*10.000 € Einmalanlage, 6 % Rendite pro Jahr vor Kosten, ohne Steuern. Zwischen dem günstigen ETF und dem teuren aktiven Fonds liegen nach 20 Jahren fast 9.000 €, allein durch die Kosten. Rechne den Effekt für deine eigene Sparrate mit dem Zinseszinsrechner nach.

Häufige Fragen

FAQ zum Fondssparen

Welche Rendite ist realistisch?
Historisch gesehen hat ein breit gestreuter Welt-Aktienindex (wie der MSCI World) über lange Zeiträume (15 Jahre +) eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 % bis 8 % pro Jahr erwirtschaftet. In Krisenjahren kann es auch mal deutlich ins Minus gehen, das wird in guten Jahren aber meist überkompensiert. Konservative Mischfonds peilen oft eher 3 % bis 5 % an.
Muss ich auf die Gewinne Steuern zahlen?
Ja. In Deutschland unterliegen Kursgewinne und Ausschüttungen der Abgeltungssteuer (25 % + Soli). Aktienfonds genießen jedoch eine Teilfreistellung, sodass oft 30 % der Gewinne komplett steuerfrei bleiben. Zudem gibt es den Sparer-Pauschbetrag (aktuell 1.000 € pro Jahr). Steuern fallen allerdings erst an, wenn du den Fonds mit Gewinn verkaufst oder er Dividenden ausschüttet.
Was passiert, wenn ich mal nicht zahlen kann?
Das ist der große Vorteil von Fondssparplänen gegenüber Lebensversicherungen oder Bausparverträgen: Du kannst die monatliche Rate jederzeit (meist per Mausklick in der App) kostenlos pausieren, reduzieren oder erhöhen.
Was ist die Vorabpauschale?
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds. Sie berechnet sich aus dem Fondswert zum Jahresanfang, dem amtlichen Basiszins (3,20 % für 2026) und dem Faktor 0,7, gedeckelt auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres. Die Steuer darauf bucht dein Broker Anfang des Folgejahres ab. Beim späteren Verkauf werden bereits versteuerte Vorabpauschalen angerechnet, du zahlst also nichts doppelt.
Was bedeutet TER?
TER steht für Total Expense Ratio, die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens. Breite Welt-ETFs kosten oft 0,1 % bis 0,3 % pro Jahr, aktive Aktienfonds meist 1,5 % bis 2 %. Die TER wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen, du siehst sie also nie als separate Abbuchung.
Ausschüttend oder thesaurierend: Was ist besser?
Ausschüttende Fonds überweisen dir Dividenden aufs Konto, thesaurierende legen sie automatisch wieder an und nutzen so den Zinseszinseffekt voll aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds meist bequemer, ausschüttende helfen dagegen, den Sparerpauschbetrag Jahr für Jahr auszuschöpfen. Die Unterschiede erklärt der Wiki-Artikel Acc vs. Dist im Detail.
Quellen
Quellen und rechtliche Grundlagen

Alle Quellen zuletzt geprüft am 19. Juli 2026.

Florian Baumann, Gründer von finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de zeigt er dir den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor.

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