Immobilie und Geldanlage

Sondertilgung vs. ETF Rechner

Sondertilgung, ETF-Sparplan oder 50/50 Mix? Spiel Crash, Seitwärtsmarkt und Boom durch und finde die Strategie, die zu deiner Situation passt.

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Bei einer vermieteten Immobilie setzt du die Schuldzinsen als Werbungskosten ab. Der Rechner ermittelt den Steuervorteil monatlich und reinvestiert ihn automatisch in die jeweilige Strategie.
Ergebnis

Beste Strategie
Sondertilgung
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Schuldenfrei
Beste Strategie
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Beste Strategie
50/50 Mix
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Netto-Vermögen im Zeitverlauf
Sondertilgung ETF-Sparplan 50/50 Mix
Jahreswerte als Tabelle anzeigen
Jahr Restschuld (Tilgung) Sondertilgung ETF-Sparplan 50/50 Mix

Netto-Vermögen je Strategie: Depotwert abzüglich Kapitalertragsteuer und Restschuld. Negative Werte bedeuten, dass die Restschuld das Depot noch übersteigt.

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Sondertilgung oder ETF: So entscheidest du richtig

Wie der Rechner funktioniert, was die Szenarien bedeuten und welche Strategie wann gewinnt.

Grundlagen

Das Duell: Kredit tilgen oder Vermögen aufbauen?

Viele Immobilienbesitzer kennen die Überlegung: Sondertilgen oder lieber in ETFs investieren? Hier kannst du die einzelnen Szenarien für dich durchspielen. Die Grundregel: Bei fallenden Kursen gewinnt die Sondertilgung, bei steigenden Kursen schneidet das ETF-Portfolio besser ab.

Der Rechner simuliert drei Strategien Monat für Monat. Bei der Sondertilgung fließt dein freier Betrag komplett in den Kredit. Sobald der Kredit getilgt ist, wandern Rate und freier Betrag in einen ETF-Sparplan. Beim ETF-Sparplan zahlst du nur die normale Rate und investierst den freien Betrag an der Börse. Der 50/50 Mix teilt den Betrag hälftig auf beide Wege auf.

Am Ende vergleicht der Rechner das Netto-Vermögen: Depotwert nach Steuern minus verbleibende Restschuld. So siehst du auf einen Blick, welche Strategie dich unter deinen Annahmen am weitesten bringt.

Berechnung

Diese Formeln stecken dahinter

Deine Monatsrate ergibt sich aus Restschuld, Sollzins und anfänglicher Tilgung:

Monatsrate = Restschuld × (Sollzins + Tilgung) / 12
= 150.000 € × (3,5 % + 2,0 %) / 12 = 687,50 €

Das ETF-Depot wächst monatlich mit dem Zinseszinseffekt:

Depot neu = Depot alt × (1 + r) + Sparrate
mit r = (1 + Jahresrendite)1/12 − 1

Auf Kursgewinne fällt beim Verkauf Kapitalertragsteuer an. Für Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 %, sodass effektiv 18,46 % vom Gewinn abgehen:

Steuer = Kursgewinn × 70 % × 26,375 % = Kursgewinn × 18,46 %

26,375 % = 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr bleibt zugunsten der Einfachheit unberücksichtigt.

Szenarien

Beispiel: 150.000 € Restschuld, 1.000 € frei pro Monat

So entwickelt sich das Netto-Vermögen nach 10 Jahren bei 3,5 % Sollzins und 2 % Tilgung, je nachdem wie sich der Markt entwickelt:

SzenarioSondertilgungETF-Sparplan50/50 Mix
Crash (-3 % p.a.)28.043 €-10.564 €9.364 €
Seitwärts (+2 % p.a.)28.925 €16.129 €22.710 €
Historisch (+7 % p.a.)29.698 €47.484 €38.388 €
Boom (+10 % p.a.)30.160 €70.977 €50.134 €

Die Tabelle zeigt das Kernprinzip: Die Sondertilgung liefert in jedem Szenario fast dasselbe Ergebnis, weil ihre Rendite vom Kreditzins abhängt und nicht vom Markt. Der ETF-Sparplan schwankt dagegen zwischen Verlust und deutlichem Gewinn. In diesem Beispiel überholt er die Sondertilgung ab etwa 4,3 % Rendite pro Jahr.

Entscheidungshilfe

Wann welche Strategie die bessere Wahl ist

Die Sondertilgung ist die richtige Wahl, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

  • Dein Kreditzins liegt über 4 %. Dann muss der ETF nach Steuern eine Rendite schaffen, die historisch nicht selbstverständlich ist.
  • Deine Zinsbindung läuft bald aus und du willst die Restschuld vor der Anschlussfinanzierung drücken.
  • Schulden belasten dich. Der psychologische Wert eines abbezahlten Hauses taucht in keiner Renditerechnung auf, ist aber real.

Der ETF-Sparplan spielt seine Stärke aus, wenn dein Kreditzins niedrig ist, du mindestens 10 bis 15 Jahre Zeit hast und zwischenzeitliche Kursverluste aushältst, ohne zu verkaufen.

Merksatz: Jede Sondertilgung ist eine risikofreie, steuerfreie Geldanlage mit einer Rendite in Höhe deines Kreditzinses. Frag dich also nicht „Schafft der ETF 7 %?“, sondern „Will ich für 2 bis 3 Prozentpunkte Mehrrendite das Schwankungsrisiko tragen?“

Bevor du überhaupt sondertilgst oder investierst: Erst Dispo und Konsumkredite loswerden, dann einen Notgroschen von 3 bis 6 Monatsausgaben aufbauen. Beides schlägt jede der drei Strategien.

Vermietete Immobilie

Warum Vermieter seltener sondertilgen sollten

Bei einer vermieteten Immobilie setzt du die Schuldzinsen als Werbungskosten von deinen Mieteinnahmen ab (§ 9 EStG). Bei 42 % persönlichem Steuersatz kostet dich ein Kreditzins von 3,5 % effektiv nur rund 2 %. Jede Sondertilgung reduziert diesen Steuervorteil, weil weniger Zinsen anfallen.

Die Folge: Die Messlatte für den ETF sinkt deutlich. Im Beispiel oben liegt der Break-even bei Vermietung schon bei etwa 2,5 % ETF-Rendite statt 4,3 % im Eigenheim-Fall. Deshalb tilgen erfahrene Vermieter ihre vermieteten Objekte oft bewusst langsam und nutzen freies Kapital lieber für Investments oder das nächste Objekt.

Stell im Rechner einfach auf „Vermietet“ um und trag deinen Steuersatz ein. Der Steuervorteil fließt dann automatisch in die jeweilige Strategie zurück.

FAQ

Häufige Fragen

Meine Bank erlaubt nur 5 % Sondertilgung pro Jahr. Was heißt das für die Rechnung?
Die meisten Darlehensverträge begrenzen die Sondertilgung auf 5 % der ursprünglichen Kreditsumme pro Jahr. Bei 150.000 € sind das 7.500 € jährlich, also 625 € pro Monat. Liegt dein freier Betrag darüber, kannst du den Überschuss nicht in den Kredit stecken. In der Praxis wird die reine Sondertilgungsstrategie dann automatisch zu einem Mix: das Limit ausschöpfen und den Rest investieren oder aufs Tagesgeld legen. Der Rechner rechnet ohne Limit, damit du die Strategien sauber vergleichen kannst.
Wie realistisch sind 7 % ETF-Rendite pro Jahr?
Der MSCI World hat über lange Zeiträume im Schnitt 7 bis 8 % pro Jahr vor Steuern und Inflation gebracht. Das ist aber ein Durchschnitt über Jahrzehnte. In einzelnen 10-Jahres-Fenstern gab es auch Phasen nahe null, etwa von 2000 bis 2010. Genau deshalb bietet der Rechner die Szenario-Buttons: Prüfe immer auch, wie deine Entscheidung im Crash-Fall aussieht, nicht nur im historischen Durchschnitt.
Was passiert bei der Anschlussfinanzierung, wenn ich nicht sondertilge?
Nach Ablauf der Zinsbindung brauchst du für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung zum dann gültigen Zins. Wer nicht sondergetilgt hat, steht mit deutlich höherer Restschuld da. Sind die Zinsen bis dahin gestiegen, trifft dich das doppelt. Theoretisch kannst du das ETF-Depot dann auflösen und die Restschuld tilgen. Das Risiko: Die Börse kann genau in diesem Moment im Keller stehen. Wer auf das Depot als Tilgungsreserve setzt, braucht zeitliche Flexibilität.
Kann ich ETF-Verluste steuerlich verrechnen?
Ja, aber nur eingeschränkt. Realisierte Verluste aus ETF-Verkäufen landen im Verlustverrechnungstopf deiner Bank und mindern künftige Kapitalerträge, nicht aber dein normales Einkommen. Dazu kommt der Sparerpauschbetrag: 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben steuerfrei. Bei langem Anlagehorizont lohnt es sich, diesen Freibetrag jedes Jahr durch gezielte Teilverkäufe oder die Vorabpauschale auszunutzen.
Florians Finanz Fazit

Der Kreditzins ist deine Messlatte, nicht die ETF-Rendite

Die meisten rechnen bei dieser Frage falsch herum: Sie fragen, was der ETF bringt. Entscheidend ist aber, was die Sondertilgung garantiert bringt, nämlich deinen Kreditzins als risikofreie und steuerfreie Rendite. Bei 3,5 % Sollzins muss ein Aktien-ETF nach Steuern über 4 % schaffen, nur um gleichzuziehen. Das hat er historisch meist getan, aber eben nicht immer.

Meine Faustregel: Liegt dein Kreditzins unter 3 %, investiere ich den freien Betrag lieber an der Börse. Ab etwa 4 % tilge ich zuerst, denn eine sichere 4-Prozent-Anlage findest du sonst nirgends. Dazwischen entscheidet dein Nervenkostüm, und genau dafür ist der 50/50 Mix da: Er ist rechnerisch nie die beste Lösung, aber psychologisch oft die klügste, weil du beide Wege gehst und keinen Fehler bereust.

Eine Ausnahme gilt für Vermieter: Wer Schuldzinsen absetzen kann, sollte mit dem Tilgen nicht eilen. Und egal welche Strategie du wählst: Rechne dein Depot-Wachstum mit dem Zinseszinsrechner nach und vergleiche vorher die Kosten deines Brokers im Neobroker-Vergleich. Gebühren fressen sonst genau die Mehrrendite auf, um die es hier geht.

Florian Baumann – Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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