Aktien-Bewertung

PEG-Ratio Rechner

Berechne das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis und prüfe in Sekunden, ob eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Wachstum günstig, fair oder zu teuer bewertet ist.

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KGV
Kurs-Gewinn-Verhältnis
PEG-Ratio
Kurs-Gewinn-Wachstum
PEGY-Ratio
Inklusive Dividende
Einordnung

0,0 günstig 1,0 fair 2,0+ teuer

Was du über den PEG-Ratio wissen solltest

Die wichtigsten Hintergründe zur Berechnung, Interpretation und den Grenzen der Kennzahl.

Grundlagen

Was der PEG-Ratio aussagt

Der PEG-Ratio (Price/Earnings to Growth) setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer Aktie ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum. Damit löst er ein zentrales Problem des klassischen KGV: Eine Aktie mit KGV 30 wirkt teuer, kann aber bei einem Wachstum von 30 % pro Jahr trotzdem fair bewertet sein. Eine Aktie mit KGV 10 und nur 2 % Wachstum dagegen ist im PEG-Maßstab oft teurer als sie aussieht.

Die Kennzahl wurde in den 1960ern von Mario Farina populär gemacht und vor allem durch den Fondsmanager Peter Lynch in seinem Buch „One Up On Wall Street“ weltweit bekannt. Lynch nutzte sie als Einstiegsfilter für Wachstumsaktien und prägte die Faustregel: Ein PEG nahe 1 gilt als fair, deutlich darunter als attraktiv.

Berechnung

Formel und Beispiel

Der PEG-Ratio berechnet sich in zwei Schritten. Zuerst das KGV aus Kurs und Gewinn pro Aktie, dann das Verhältnis zur Wachstumsrate:

KGV = Aktienkurs / Gewinn pro Aktie
PEG = KGV / Gewinnwachstum in %

Wichtig: Das Wachstum wird als reine Zahl ohne Prozentzeichen eingesetzt. 15 % Wachstum sind also 15, nicht 0,15.

Beispiel: Eine Aktie kostet 180 €, der Gewinn pro Aktie liegt bei 9 €, das erwartete Wachstum bei 15 % pro Jahr.

KGV = 180 € / 9 € = 20
PEG = 20 / 15 = 1,33

Ein PEG von 1,33 deutet auf eine leicht überdurchschnittliche Bewertung hin. Die Aktie ist nicht überteuert, aber auch kein klares Schnäppchen.

Interpretation

So liest du das Ergebnis

Die folgenden Bandbreiten sind die in der Praxis am häufigsten verwendeten Schwellenwerte. Sie dienen als Orientierung, nicht als Kaufsignal:

PEG-RatioEinstufungBedeutung
unter 0,5stark unterbewertetWachstum nicht im Kurs eingepreist, oft Value-Chance oder zu optimistische Wachstumsprognose
0,5 bis 1,0unterbewertetKlassischer Lynch-Bereich, Wachstum wird vom Markt unterschätzt
1,0fair bewertetBewertung entspricht dem erwarteten Wachstum
1,0 bis 2,0leicht überbewertetWachstum bereits eingepreist, Aufschlag für Qualität oder Marktstellung
über 2,0überbewertetHohe Erwartungen, jede Enttäuschung kann starken Kursrutsch auslösen

Praxistipp: Vergleiche den PEG immer mit Branchen-Mitbewerbern. In wachstumsstarken Sektoren wie Tech oder Biotech sind PEG-Werte von 1,5 bis 2,0 normal. In zyklischen Branchen wie Auto oder Stahl gelten Werte unter 1,0 als typisch.

Varianten

PEG, Forward-PEG und PEGY

In der Praxis triffst du auf drei Spielarten der Kennzahl. Sie unterscheiden sich darin, welcher Gewinn und welches Wachstum eingesetzt werden:

  • Trailing PEG: Nutzt den Gewinn der vergangenen 12 Monate. Verlässlicher, weil auf realen Zahlen basierend, aber rückwärtsgewandt.
  • Forward PEG: Nutzt geschätzte Gewinne und Wachstumsraten der nächsten 1 bis 5 Jahre. Aktueller, aber abhängig von Analysten-Schätzungen, die regelmäßig revidiert werden.
  • PEGY-Ratio: Bezieht zusätzlich die Dividendenrendite ein und teilt das KGV durch die Summe aus Wachstum und Dividendenrendite. Sinnvoll bei Dividendenaristokraten mit moderatem Wachstum.

Dieser Rechner berechnet sowohl den klassischen PEG als auch automatisch den PEGY, sobald du eine Dividendenrendite eingibst.

Grenzen

Wo der PEG-Ratio versagt

So nützlich die Kennzahl ist, sie hat klare Schwächen, die du kennen solltest:

  • Verlustunternehmen: Ein negativer Gewinn liefert ein negatives oder sinnloses KGV und damit einen unbrauchbaren PEG. Junge Tech-Firmen oder Sanierungsfälle lassen sich so nicht bewerten.
  • Wachstumsschätzungen schwanken stark: Wer mit 25 % Wachstum rechnet und tatsächlich nur 10 % bekommt, hat den PEG massiv unterschätzt. Konservative Annahmen sind besser als optimistische.
  • Branchen-Unterschiede: Versorger mit 2 % Wachstum und Tech-Konzerne mit 30 % Wachstum lassen sich über den PEG nicht 1:1 vergleichen, auch wenn die Zahl gleich aussieht.
  • Zyklische Werte: Bei Konjunktur-Aktien wie Autobauern oder Chemie verzerrt der Gewinn am Hoch- oder Tiefpunkt des Zyklus das Bild komplett.
  • Bilanzqualität ignoriert: Der PEG sagt nichts über Verschuldung, freien Cashflow oder Eigenkapitalrendite. Ein Unternehmen mit hohem PEG kann finanziell solider sein als eines mit niedrigem.

Faustregel: Nutze den PEG-Ratio als Schnellfilter, nie als alleinige Kaufentscheidung. Kombiniere ihn mit Verschuldung (Debt/Equity), freiem Cashflow und Eigenkapitalrendite, bevor du investierst.

FAQ

Häufige Fragen

Welcher PEG-Ratio gilt als gut?
Peter Lynch betrachtete einen PEG unter 1,0 als attraktiv und unter 0,5 als klares Kaufsignal. In der heutigen Marktlage mit niedrigen Realzinsen und hoher Bewertung großer Tech-Konzerne sind PEG-Werte zwischen 1,0 und 1,5 für Qualitätsaktien aber durchaus normal. Entscheidend ist immer der Vergleich mit Branchen-Mitbewerbern und mit dem eigenen historischen Durchschnitt der Aktie.
Welches Gewinnwachstum soll ich einsetzen?
Üblich ist die durchschnittliche Wachstumsrate des Gewinns pro Aktie über die nächsten 3 bis 5 Jahre, also der Forward-Wert. Du findest die Schätzungen bei Analystendiensten, in Geschäftsberichten oder auf Finanzportalen. Wer konservativ rechnet, nimmt den niedrigsten Schätzwert oder zieht 20 % Sicherheitsabschlag von der Konsens-Schätzung ab. So vermeidest du, dass eine optimistische Prognose den PEG künstlich attraktiv macht.
Ist ein negativer PEG-Ratio aussagekräftig?
Nein. Wenn das Unternehmen Verluste macht oder das erwartete Wachstum negativ ist, liefert die Formel mathematisch zwar ein Ergebnis, dieses ist aber wirtschaftlich nicht sinnvoll interpretierbar. In solchen Fällen solltest du auf andere Kennzahlen ausweichen, etwa Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), Enterprise Value/EBITDA oder den freien Cashflow je Aktie.
Reicht der PEG-Ratio für eine Kaufentscheidung?
Nein, der PEG ist ein Vorfilter, keine vollständige Analyse. Prüfe zusätzlich Verschuldung, Cashflow, Eigenkapitalrendite, Wettbewerbsposition und die Qualität des Managements. Zudem hilft ein Blick auf das Geschäftsmodell: Eine niedrig bewertete Aktie aus einer schrumpfenden Branche bleibt langfristig riskant, auch wenn der PEG attraktiv aussieht.
Quellen

Rechtliche und fachliche Grundlagen

Florians Finanz Fazit

Der PEG-Ratio ist ein guter Schnellcheck, aber kein Orakel

Ich nutze den PEG-Ratio gerne als Vorfilter. Er beantwortet eine simple Frage: Bezahle ich für das, was die Aktie wachsen soll, einen fairen Preis? Wer KGV-Werte von 25 oder 30 sieht und reflexartig „zu teuer“ denkt, übersieht oft, dass starkes Wachstum so eine Bewertung rechtfertigen kann. Genau hier hilft der PEG, das Bild zu sortieren.

Trotzdem würde ich nie eine Aktie nur wegen eines schönen PEG-Werts kaufen. Die Wachstumsschätzung ist die größte Schwachstelle der Formel. Analysten lagen in den letzten Jahren regelmäßig daneben, oft um 20 bis 30 Prozentpunkte. Mein Rat: Rechne immer mit einem konservativen Wachstumsszenario und schau dir parallel Verschuldung und Cashflow an. Eine schuldenfreie Firma mit PEG 1,5 ist mir lieber als eine hochverschuldete mit PEG 0,7.

Wer ohnehin breit über ETFs investiert, braucht den PEG-Ratio gar nicht. Spannend wird er erst, wenn du gezielt Einzelaktien auswählst.

Florian Baumann – Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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