Dividendenrechner
Berechne, wie sich dein Vermögen und dein passives Einkommen durch Dividenden und den Zinseszinseffekt über die Jahre entwickeln.
So baust du dir ein passives Einkommen mit Aktien und ETFs auf
Was sind Dividenden?
Eine Dividende ist die Gewinnausschüttung eines Unternehmens an seine Aktionäre. Wenn ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, kann es entscheiden, einen Teil davon im Unternehmen zu behalten (für Investitionen) und den anderen Teil an die Besitzer (die Aktionäre) auszuzahlen. Für Anleger ist dies eine Form von passivem Einkommen, das direkt auf das Verrechnungskonto fließt.
Wie viel ein Unternehmen ausschüttet, entscheidet die Hauptversammlung jedes Jahr neu. Die Kennzahl dafür ist die Dividendenrendite: Sie setzt die jährliche Ausschüttung ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Zahlt eine Aktie mit Kurs 100 € eine Dividende von 3,50 €, liegt die Dividendenrendite bei 3,5 %.
So rechnet der Dividendenrechner
Der Rechner simuliert dein Depot Jahr für Jahr: Deine Sparraten fließen ins Depot, auf das vorhandene Kapital erhältst du die eingestellte Dividendenrendite als Ausschüttung, und zusätzlich wächst dein Bestand mit der Kursentwicklung. Hast du das Reinvestieren aktiviert, wandern die Ausschüttungen direkt zurück ins Depot und erwirtschaften ab dann selbst Dividenden und Kursgewinne.
Netto-Dividende = Jährliche Dividende × (1 − 26,375 % Steuersatz, optional)
Der Steuerabzug greift nur, wenn du den Haken bei „Steuern abziehen“ setzt.
Das Ergebnis zeigt dir drei Bausteine getrennt an: deine eigenen Einzahlungen, die Summe aller erhaltenen Dividenden und die reinen Kursgewinne. So siehst du auf einen Blick, welcher Anteil deines Endkapitals aus eigener Sparleistung stammt und welchen Teil der Markt für dich erledigt hat.
Die Magie des Reinvestierens
Der Zinseszinseffekt ist der stärkste Hebel beim Vermögensaufbau. Wenn du die ausgeschütteten Dividenden nicht ausgibst, sondern sofort wieder in neue Aktien oder ETFs investierst, erhältst du im nächsten Jahr nicht nur Dividenden auf dein ursprünglich eingezahltes Kapital, sondern auch auf die bereits reinvestierten Dividenden.
Wie stark der Effekt über Jahrzehnte wirkt, kannst du auch im Zinseszinsrechner nachvollziehen. Die Mechanik ist identisch: Erträge, die im Depot bleiben, arbeiten ab sofort mit.
Wie viel Kapital brauchst du für deine Wunschdividende?
Viele Anleger rechnen die Dividendenstrategie von hinten: Sie legen eine monatliche Wunschdividende fest und ermitteln daraus das nötige Depotvolumen. Die Formel dafür ist simpel:
Bei einer Dividendenrendite von 3,5 % ergeben sich diese Größenordnungen:
| Wunschdividende pro Monat | Nötiges Kapital (vor Steuern) | Nötiges Kapital (nach Abgeltungssteuer) |
|---|---|---|
| 100 € | ca. 34.300 € | ca. 46.600 € |
| 250 € | ca. 85.700 € | ca. 116.400 € |
| 500 € | ca. 171.400 € | ca. 232.800 € |
| 1.000 € | ca. 342.900 € | ca. 465.700 € |
Annahme: 3,5 % Dividendenrendite, voller Steuersatz von 26,375 %, Sparer-Pauschbetrag nicht eingerechnet.
Die Zahlen wirken hoch, aber genau hier setzt der Rechner oben an: Mit Startkapital, Sparrate und Zeit kannst du durchspielen, wann dein Depot diese Schwellen erreicht.
Welche Dividendenrendite ist realistisch?
Die Dividendenrendite hängt stark davon ab, worin du investierst. Diese Spannen geben dir eine grobe Orientierung:
| Anlage | Typische Dividendenrendite p.a. |
|---|---|
| Welt-ETF (z. B. MSCI World, ausschüttend) | ca. 1,5 bis 2 % |
| Deutsche Standardwerte (DAX) | ca. 2 bis 4 % |
| Dividenden-ETFs | ca. 3 bis 5 % |
| REITs und Immobilienaktien | ca. 4 bis 6 % |
So besteuert Deutschland deine Dividenden
Dividenden zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Diese vier Regeln entscheiden, wie viel netto bei dir ankommt:
- Abgeltungssteuer: Pauschal 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Kirchensteuer kommt gegebenenfalls obendrauf. Dein deutscher Broker führt die Steuer automatisch ab.
- Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr bleiben steuerfrei, bei zusammenveranlagten Paaren 2.000 €. Richte dafür einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker ein, sonst verschenkst du bares Geld.
- Teilfreistellung bei ETFs: Ausschüttungen von Aktien-ETFs mit mindestens 51 % Aktienquote sind zu 30 % steuerfrei. Effektiv zahlst du auf ETF-Dividenden also nur rund 18,5 % statt 26,375 %.
- US-Quellensteuer: Auf Dividenden von US-Aktien behalten die USA 15 % ein. Dein Broker rechnet diesen Betrag in der Regel automatisch auf die deutsche Abgeltungssteuer an.
Der Rechner oben arbeitet zur Vereinfachung mit dem vollen Steuersatz von 26,375 %. Mit Pauschbetrag und Teilfreistellung fällt deine reale Steuerlast meist niedriger aus.
Dividenden-ETF oder Einzelaktien?
Für den Aufbau eines Dividenden-Depots gibt es zwei Wege, und beide haben ihre Berechtigung:
- Dividenden-ETFs streuen dein Geld über hunderte Unternehmen. Kürzt ein einzelner Konzern seine Ausschüttung, fällt das im Gesamtkorb kaum auf. Du brauchst weder Bilanzanalyse noch laufende Überwachung, zahlst dafür aber eine jährliche Fondsgebühr von meist 0,2 bis 0,5 %.
- Einzelaktien kosten nach dem Kauf keine laufenden Gebühren und du bestimmst selbst, welche Unternehmen in dein Depot kommen. Dafür trägst du das Klumpenrisiko: Streicht einer deiner zehn Werte die Dividende, fehlt sofort ein spürbarer Teil deines Einkommens.
- Die Mischung funktioniert ebenfalls: Ein breiter ETF als Basis, ergänzt um eine Handvoll Qualitätsaktien mit langer Dividendenhistorie.
Für Einsteiger ist der ETF-Weg meist die bessere Wahl. Was ETFs ausmacht und worauf du bei der Auswahl achten solltest, erklärt unser ETF-Wiki. Ein günstiges Depot findest du im Neobroker-Vergleich.
FAQ zur Dividendenberechnung
Wie werden die Steuern in diesem Rechner behandelt?
Was bedeutet „Kursentwicklung p.a.“?
Ist die monatliche Dividende garantiert?
Reicht eine Dividendenstrategie für die finanzielle Freiheit?
Dividenden sind Motivation, keine Extra-Rendite
Rein rechnerisch ist eine Dividende kein Geschenk: Am Ausschüttungstag sinkt der Kurs um genau diesen Betrag. Was zählt, ist die Gesamtrendite aus Kursgewinnen und Ausschüttungen. Wer nur auf hohe Dividendenrenditen schielt, kauft sich schnell schwächelnde Unternehmen ins Depot.
Trotzdem halte ich die Dividendenstrategie für viele Anleger für sinnvoll, und zwar aus einem psychologischen Grund: Regelmäßige Zahlungseingänge halten dich bei der Stange. Wer jeden Monat Geld aufs Konto bekommt, verkauft im Crash seltener in Panik. Diese Disziplin ist mehr wert als der letzte Zehntelprozentpunkt Rendite.
Mein Vorschlag: In der Ansparphase fährst du mit einem breiten, thesaurierenden Welt-ETF steuerlich meist effizienter. Rechne das im Zinseszinsrechner durch. Auf Ausschütter umstellen kannst du später immer noch, wenn du vom Depot leben willst.
