Gehaltsrechner

Brutto-Netto-Rechner Ausbildung

Berechne dein Netto-Gehalt als Auszubildender. Inklusive aktueller Sozialabgaben, Lohnsteuer und Soli-Berechnung.

Schnellauswahl Ausbildungsjahr (Mindestvergütung 2026)
%
Netto pro Monat
Sozialabgaben
KV, RV, PV, ALV
Steuern gesamt
Lohnsteuer + Soli + KiSt
Brutto- und Netto-Vergleich
Brutto0 €
Netto0 €

Berechnung im Detail

Vereinfachte Berechnung. Sozialabgaben verwenden aktuelle Beitragssätze 2026. Die Lohnsteuer basiert auf dem Einkommensteuertarif 2026 mit pauschaler Vorsorgepauschale. Keine Steuerberatung.

Brutto-Netto in der Ausbildung verstehen

Welche Abzüge dich treffen, ab wann du Steuern zahlst und was die Geringverdienergrenze von 325 € für dich bedeutet.

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Grundlagen

Was vom Azubi-Brutto übrig bleibt

Dein Brutto ist nicht das, was auf deinem Konto landet. Vom Brutto werden zuerst die Sozialabgaben abgezogen. Übrig bleibt das Brutto-Steuerentgelt, von dem die Lohnsteuer und gegebenenfalls Soli und Kirchensteuer abgehen.

Bei einer Ausbildung gilt eine Besonderheit: Solange dein Brutto unter 325 € liegt, übernimmt dein Arbeitgeber sämtliche Sozialabgaben allein. Diese Geringverdienergrenze wurde 2003 festgelegt und hat sich seitdem nicht verändert. Seit der Einführung der Mindestausbildungsvergütung 2020 spielt sie kaum noch eine praktische Rolle, weil Azubi-Löhne immer über dieser Grenze liegen.

Die Mindestausbildungsvergütung steigt 2026 auf 724 € im ersten Lehrjahr. Damit greifen die normalen Beitragssätze, jeweils zur Hälfte zwischen dir und deinem Ausbildungsbetrieb aufgeteilt.

Sozialabgaben

Die vier Beitragssäulen 2026

Als Azubi zahlst du auf dein Brutto vier Sozialversicherungsbeiträge. Die folgenden Sätze gelten für deinen Anteil als Arbeitnehmer:

VersicherungGesamtsatz 2026Dein Anteil
Krankenversicherung (KV)14,6 %7,3 %
KV-Zusatzbeitrag (Durchschnitt)2,9 %1,45 %
Pflegeversicherung (PV)3,6 %1,8 %
PV-Zuschlag (kinderlos über 23)0,6 %0,6 %
Rentenversicherung (RV)18,6 %9,3 %
Arbeitslosenversicherung (ALV)2,6 %1,3 %

In Summe gehen rund 21,15 % deines Bruttos für Sozialabgaben drauf. Bist du kinderlos und über 23, sind es etwa 21,75 %. Bei einer Vergütung von 1.000 € sind das knapp 212 € Abzug allein durch die Sozialversicherung.

Vorteil als Azubi: Du bist über deine Ausbildung pflichtversichert, das gilt auch für die Familienversicherung deiner Eltern automatisch nicht mehr. Dafür hast du eigenständigen Versicherungsschutz und sammelst bereits Rentenpunkte.
Lohnsteuer

Ab wann du als Azubi Steuern zahlst

Der Grundfreibetrag für 2026 liegt bei 12.348 € pro Jahr. Solange dein Jahresbrutto darunter bleibt, zahlst du keine Lohnsteuer. Pro Monat entspricht das etwa 1.029 € Brutto.

Konkret heißt das für dich: Wer im ersten oder zweiten Lehrjahr nur Mindestvergütung bezieht, zahlt 2026 keinen Cent Lohnsteuer. Erst ab dem dritten Lehrjahr oder in besser zahlenden Branchen wie dem öffentlichen Dienst greift der Fiskus zu.

Jahres-Brutto 12 × 1.000 € = 12.000 €
Werbungskostenpauschale − 1.230 €
Sonderausgabenpauschale − 36 €
Vorsorgepauschale − 2.382 €
= zu versteuerndes Einkommen 8.352 €
Lohnsteuer = 0 € (unter Grundfreibetrag)

Erst wenn dein zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag knackt, beginnt der Eingangssteuersatz bei 14 % und steigt progressiv an. Soli fällt 2026 nur an, wenn deine Lohnsteuer über 19.950 € pro Jahr liegt. Für Azubis: praktisch nie.

Mindestvergütung

Was du mindestens verdienst

Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Untergrenze für die Ausbildungsvergütung. Sie steigt jedes Jahr und gilt für die gesamte Ausbildungszeit nach den Sätzen des Startjahres.

AusbildungsjahrAufschlagMindestbrutto 2026
1. LehrjahrBasis724,00 €
2. Lehrjahr+18 %854,00 €
3. Lehrjahr+35 %977,00 €
4. Lehrjahr+40 %1.014,00 €

Diese Sätze sind das absolute Minimum. In tarifgebundenen Branchen bekommst du oft deutlich mehr. Der durchschnittliche Azubi im öffentlichen Dienst verdient laut BIBB im ersten Lehrjahr rund 1.329 €. Im westdeutschen Handwerk liegt der Schnitt bei 1.091 €.

Vorsicht bei Tarifverträgen: Wenn dein Ausbildungsbetrieb tarifgebunden ist, gilt der Tariflohn, auch wenn er unter der Mindestvergütung liegt. In der Praxis sind tarifliche Sätze fast immer höher.
Beispielrechnung

Was bleibt netto übrig?

Drei typische Szenarien für das Jahr 2026, Steuerklasse I, ohne Kinder, mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 %:

SzenarioBruttoSV-AbzügeSteuernNetto
1. Lehrjahr Mindestvergütung724,00 €153,13 €0,00 €570,87 €
2. Lehrjahr Handwerk1.091,00 €230,75 €0,00 €860,25 €
3. Lehrjahr höhere Branche1.500,00 €317,25 €10,01 €1.172,74 €

Die SV-Abzüge bleiben in der prozentualen Höhe gleich, die Steuern wachsen progressiv. Wer im ersten Lehrjahr nur Mindestvergütung bekommt, bleibt steuerfrei. Sobald du die 1.029 €-Grenze pro Monat überschreitest, fällt schrittweise Lohnsteuer an.

Steuererklärung

Warum sich die Abgabe trotzdem lohnt

Auch wenn du keine Lohnsteuer zahlst, lohnt sich die freiwillige Steuererklärung in der Ausbildung oft. Du kannst Werbungskosten geltend machen, die später dein zu versteuerndes Einkommen senken.

  • Fahrtkosten zur Berufsschule: 0,30 € pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer.
  • Arbeitsmittel: Fachbücher, Werkzeug, Arbeitskleidung, Laptop für die Ausbildung.
  • Doppelte Haushaltsführung: Wenn du auswärts wohnst und am Wochenende heimfährst.
  • Lernmaterial: Software, Bücher, Kurse mit Bezug zur Ausbildung.

Wichtig: Übersteigen deine Werbungskosten im Verlustjahr den Grundfreibetrag, kannst du einen Verlustvortrag in spätere Jahre mitnehmen. Damit reduziert sich deine Steuer im ersten Berufsjahr nach der Ausbildung.

FAQ

Häufige Fragen zum Azubi-Netto

Muss ich als Azubi überhaupt Steuern zahlen?
Nur wenn dein Jahresbrutto den Grundfreibetrag von 12.348 € übersteigt. Das entspricht etwa 1.029 € pro Monat. Die meisten Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr liegen darunter und zahlen keine Lohnsteuer. Sozialabgaben fallen aber trotzdem an, sobald dein Brutto über 325 € liegt.
Was ist die Geringverdienergrenze von 325 €?
Wenn deine Ausbildungsvergütung 325 € oder weniger beträgt, übernimmt dein Arbeitgeber alle Sozialversicherungsbeiträge allein, sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil. Seit Einführung der Mindestausbildungsvergütung 2020 verdienen Azubis aber immer mehr als 325 €, weshalb die Grenze in der Praxis kaum noch greift.
Welche Steuerklasse habe ich als Auszubildender?
Standardmäßig wirst du in Steuerklasse I geführt, solange du ledig und kinderlos bist. Bist du alleinerziehend, bekommst du Steuerklasse II mit zusätzlichem Entlastungsbetrag. Verheiratete Azubis können zwischen IV/IV oder III/V wählen. Eine zweite Ausbildung oder ein Nebenjob landet automatisch in Steuerklasse VI mit höheren Abzügen.
Wie kann ich mein Netto erhöhen?
Drei Hebel funktionieren immer. Erstens: Steuerliche Freibeträge eintragen lassen, etwa für Werbungskosten oder Fahrtkosten. Zweitens: Geld in eine betriebliche Altersvorsorge umwandeln, die mindert Brutto-Bezug und Sozialabgaben. Drittens: Vermögenswirksame Leistungen mit Arbeitnehmer-Sparzulage nutzen, falls dein Betrieb sie zahlt. Schau dir auch unseren Brutto-Netto-Rechner für reguläre Gehälter an, wenn du in den Beruf einsteigst.
Florians Finanz Fazit

Dein Azubi-Lohn reicht weiter, als du denkst

Die wenigsten Azubis zahlen in den ersten zwei Lehrjahren Lohnsteuer. Was du wirklich verlierst, sind die Sozialabgaben mit gut 21 % vom Brutto. Das wirkt auf den ersten Blick viel, ist aber dein Versicherungsschutz und dein erstes Rentenpolster.

Mein Tipp: Mach in deinem zweiten Lehrjahr deine erste freiwillige Steuererklärung. Fahrtkosten zur Berufsschule, Arbeitsmittel und doppelte Haushaltsführung summieren sich oft auf einen Verlustvortrag von mehreren tausend Euro. Den kannst du nach der Ausbildung im ersten richtigen Job geltend machen und sparst dir locker einen vierstelligen Steuerbetrag.

Und noch ein Gedanke: Wenn du jeden Monat 100 € von deinem Azubi-Netto in einen ETF-Sparplan steckst, hast du nach drei Jahren rund 4.000 € auf der Seite. Bei 7 % Rendite würden daraus mit 65 fast 84.000 €, auch wenn du danach keinen einzigen Euro mehr nachlegst. Frühe Sparquote schlägt späteres Aufholen, immer.

Florian Baumann, Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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