Tagesgeld-Barometer: Zinsen aller Anbieter täglich im Verlauf
Wir prüfen jeden Tag die Tagesgeldzinsen von 45 Anbietern. Aktionszins und Zins danach stehen getrennt, damit du siehst, was nach dem Ende einer Aktion übrig bleibt.
So haben sich die Tagesgeldzinsen entwickelt
Oben schaltest du zwischen dauerhaftem Zins und Aktionszins um, darunter wählst du bis zu fünf Banken. Die gestrichelten Linien sind Referenzwerte.
Tagesgeld-Vergleich mit Zins nach Aktionsende
Sortiert nach dem 12-Monats-Effektivzins: Aktionszins für die Aktionsdauer, danach der Standardzins der Bank. Klick auf eine Zeile öffnet die Details.
| Anbieter | Aktionszins | Zins danach | Effektiv 12 Mon. | Sicherung | Verlauf |
|---|
Wer hat zuletzt erhöht oder gesenkt?
Jede erfasste Änderung mit Datum und Quelle. Angekündigte Schritte stehen mit Wirksamkeitsdatum drin.
So liest du das Barometer richtig
Wie die Zahlen entstehen und was du mit ihnen anfangen kannst.
Wie das Tagesgeld-Barometer entsteht
Wir prüfen jeden Tag die Produktseiten der 45 erfassten Anbieter und speichern nur, was dort steht: den Aktionszins mit Dauer, Betragsgrenze und Bedingungen, und den Standardzins, der für Bestandskunden und nach Ablauf einer Aktion gilt. Vergleichsportale greifen wir nicht ab. Jede Zahl hat eine Quelle bei der Bank oder eine verlinkte Sekundärquelle, die du in der Detailzeile findest. Erfasst sind Direktbanken, Filialbanken, Autobanken, Neobroker und Fintechs mit Tagesgeld oder verzinstem Guthaben für Privatkunden in Deutschland.
Als Referenz laufen zwei amtliche Reihen mit: der Einlagenzins der EZB (Einlagefazilität), den Banken für Guthaben bei der Zentralbank bekommen, und der Durchschnittszins der Bundesbank für täglich fällige Einlagen privater Haushalte im Neugeschäft. Der Abstand zwischen beiden ist die Marge, die im Bankensystem hängen bleibt.
12-Monats-Effektivzins = (Aktionszins × Aktionsmonate + Standardzins × Restmonate) ÷ 12
Weitergabe-Quote je Bank = Standardzins ÷ EZB-Einlagenzins
Beim Effektivzins berücksichtigen wir die Betragsgrenze der Aktion: Liegt dein Anlagebetrag darüber, wird der Rest mit dem Standardzins verzinst. Aktionen ohne feste Zinsgarantie zählen mit null garantierten Monaten, weil die Bank den Satz jederzeit senken kann. Der Barometer-Wert steht bei 100, wenn Sparer im Schnitt den vollen EZB-Zins bekommen. Aktuell liegt er bei 58: Von 2,50 % Einlagenzins kommen im Schnitt 1,45 % an.
Was für dich zählt: Zinshopper oder bequem bleiben
Fast jede Aktion hat denselben Aufbau: ein hoher Zins für drei bis sechs Monate, nur für Neukunden, oft mit Betragsgrenze. Danach gilt der Standardzins, und der liegt bei vielen Aktionsanbietern deutlich unter dem EZB-Einlagenzins. Ob sich die Aktion lohnt, entscheidet also nicht der Aktionszins, sondern dein Verhalten danach.
| Angebot | Aktion | danach | 12 Monate effektiv | Zinsen auf 10.000 € |
|---|---|---|---|---|
| Ikano Bank | 3,91 % für 3 Monate | 1,51 % | 2,11 % | 211 € |
| Suresse Direkt Bank | 3,50 % für 6 Monate | 2,05 % | 2,77 % | 278 € |
| Ferratum | keine | 3,00 % | 3,00 % | 300 € |
| ING | 3,20 % für 4 Monate | 0,75 % | 1,57 % | 157 € |
Zinshopper nehmen die Aktion mit, setzen sich eine Erinnerung auf das Aktionsende und ziehen dann zum nächsten Anbieter weiter. Das bringt über ein Jahr meist 3 % bis 4 %, kostet aber jedes Mal eine Kontoeröffnung mit Legitimation, einen neuen Freistellungsauftrag und bei Auslandsbanken die Anlage KAP in der Steuererklärung. Wer nicht wechseln will, fährt mit einem dauerhaft hohen Zins besser, auch wenn die Zahl kleiner aussieht. Die Sortierung nach dem 12-Monats-Effektivzins in der Tabelle stellt beide Wege nebeneinander.
Faustregel: Eine Aktion lohnt sich nur, wenn der Aufschlag zum besten dauerhaften Zins mal Aktionsdauer größer ist als der Abschlag danach mal Restlaufzeit. Bei 4 % für 3 Monate gegen 3 % dauerhaft heißt das: 1 Prozentpunkt mal 3 Monate gegen 1,5 Prozentpunkte mal 9 Monate. Die Aktion verliert, wenn du liegen bleibst.
Einlagensicherung: worauf du bei ausländischen Banken achten solltest
Innerhalb der EU sind 100.000 € je Kunde und Bank gesetzlich geschützt, in Schweden 1.050.000 SEK. Der Unterschied liegt im Ernstfall: Es zahlt der Sicherungsfonds des Landes, in dem die Bank ihren Sitz hat, mit dessen Finanzkraft und Tempo. Deutsche Privatbanken sichern über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken zusätzlich Beträge weit über 100.000 € ab, Sparkassen und Genossenschaftsbanken über ihre Institutssicherung. Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital verwahren dein Guthaben bei Partnerbanken, dort gilt die gesetzliche Sicherung je Partnerbank.
- Bleib je Bank unter 100.000 €, bei Gemeinschaftskonten unter 200.000 €. Dann ist die Länderfrage zweitrangig.
- Prüfe, ob der Anbieter eine Bank mit eigener Lizenz ist oder ein Vermittler, der dein Geld weiterreicht. Im Barometer steht das Sicherungssystem bei jedem Angebot.
- Angebote mit Geldmarktfonds statt Bankeinlage (etwa bei Trading 212) fallen nicht unter die Einlagensicherung, sondern unter das Sondervermögen des Fonds. Der Filter „nur klassische Bankeinlagen“ blendet sie aus.
- Banken ohne deutsche Niederlassung führen keine Abgeltungsteuer ab. Die Zinsen kommen brutto und gehören in die Anlage KAP.
EZB-Zins, Weitergabe-Quote und Realzins
Am 10. September 2026 hat die EZB den Einlagenzins auf 2,50 % angehoben, gültig ab 16. September. Neobroker geben solche Schritte innerhalb weniger Tage weiter, weil ihr Zins direkt am Einlagenzins hängt. Direktbanken folgen mit zwei bis vier Wochen Verzögerung, meist zuerst beim Aktionszins für Neukunden. Filialbanken und regionale Institute passen den Standardzins oft gar nicht an. Genau das misst der Barometer-Wert: Er steigt, wenn Banken den EZB-Zins weitergeben, und sinkt, wenn sie ihn behalten.
Für deine Kaufkraft zählt der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation. Bei 2,9 % Inflation im August 2026 bleibt vom besten dauerhaften Zins von 3,00 % ein Realzins von 0,10 %. Der Bundesbank-Marktschnitt von 0,48 % bedeutet für den durchschnittlichen Sparer einen realen Verlust von 2,42 % pro Jahr. Mit dem Inflationsrechner siehst du, was das über Jahre ausmacht.
Häufige Fragen zum Tagesgeld-Barometer
Lohnt sich ein Aktionszins von 4 % für 3 Monate mehr als 3 % dauerhaft?
Wie schnell geben Banken eine EZB-Zinserhöhung an Sparer weiter?
Ist mein Geld bei einer Bank aus Schweden, Estland oder Malta genauso sicher wie bei einer deutschen Bank?
Muss ich Zinsen von ausländischen Banken selbst versteuern?
Drei Seiten, die dazu passen: der Leitzins, weil er die Richtung vorgibt, der Zinsrechner für deinen konkreten Betrag und der Vergleich für Firmenguthaben.
- Europäische Zentralbank: Key ECB interest rates (Einlagefazilität, Historie seit 1999)
- Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik, Einlagen privater Haushalte täglich fällig, Neugeschäft (BBIM1.M.DE.B.L21.A.R.A.2250.EUR.N)
- Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex und Inflationsrate
- Eurostat: HVPI Deutschland, Veränderung zum Vorjahresmonat (bis 2025)
- BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung
- Einlagensicherungsgesetz (EinSiG)
- Konditionen: Produktseiten der Anbieter, bei jedem Angebot in der Tabelle verlinkt (Stand 21. September 2026)
Der Aktionszins ist die Schlagzeile, der Zins danach ist die Wahrheit
Ich habe das Barometer gebaut, weil mich eine Frage bei jedem Tagesgeld-Vergleich gestört hat: Was passiert nach Monat vier? Die Antwort steht bei den meisten Portalen im Kleingedruckten, hier steht sie in einer eigenen Spalte. Heute liegt der beste Aktionszins bei 4,25 % (Revolut), der beste dauerhafte Zins bei 3,00 % (Ferratum). Rechnest du den Aktionssieger über zwölf Monate durch, bleiben 2,25 %. Der dauerhafte Sieger kommt auf 3,00 %.
Mein Vorgehen: Notgroschen auf ein Konto mit dauerhaft gutem Zins und deutscher Einlagensicherung, ohne Wechselstress. Alles darüber darf gern hoppen, aber nur mit Kalendereintrag zum Aktionsende. Und einmal im Monat ein Blick auf den Barometer-Wert. Steigt er, geben die Banken weiter. Fällt er, verdienen sie an deiner Bequemlichkeit.
Florian Baumann
