Renteneintrittsalter berechnen
Du gibst Geburtsdatum und Beitragsjahre ein, der Rechner zeigt dir alle vier Wege in den Ruhestand mit konkretem Datum, Tagen bis dahin und möglichen Abschlägen oder Zuschlägen.
Renteneintrittsalter 2026 verstehen
Vier Wege führen in die gesetzliche Altersrente. Welcher zu dir passt, hängt von Jahrgang, Beitragsjahren und Gesundheit ab.
Die vier Wege in die Altersrente
Das deutsche Rentensystem kennt aktuell vier reguläre Wege in die Altersrente. Welcher davon für dich offensteht, entscheiden dein Geburtsjahr und deine Versicherungszeit. Mit jedem zusätzlichen Beitragsjahr verbesserst du deine Optionen.
- Regelaltersrente: Der Standardweg. Wer fünf Beitragsjahre vorweist, bekommt zur Regelaltersgrenze die volle Rente ohne Abschlag. Ab Jahrgang 1964 liegt diese Grenze bei 67 Jahren.
- Rente für besonders langjährig Versicherte: Mit 45 Beitragsjahren kannst du bis zu zwei Jahre früher abschlagsfrei in den Ruhestand. Im Volksmund „Rente mit 63“, obwohl die Grenze für junge Jahrgänge inzwischen bei 65 liegt.
- Rente für langjährig Versicherte: Mit 35 Beitragsjahren kannst du frühestens ab 63 starten, allerdings mit Abschlag. Pro Monat 0,3 Prozent, also bei vier Jahren früher 14,4 Prozent dauerhaft.
- Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Bei einem Grad der Behinderung von mindestens 50 und 35 Versicherungsjahren startet die abschlagsfreie Rente für Jahrgang 1964 mit 65, vorzeitig bereits ab 62 mit Abschlag von maximal 10,8 Prozent.
Renteneintrittsalter nach Jahrgang
Die Regelaltersgrenze steigt seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Die folgende Tabelle zeigt für jeden Jahrgang das exakte Alter beim regulären Renteneintritt nach Anlage 23 SGB VI.
| Geburtsjahr | Regelaltersgrenze | Renteneintritt frühestens |
|---|---|---|
| 1957 | 65 Jahre 11 Monate | 2023 |
| 1958 | 66 Jahre | 2024 |
| 1959 | 66 Jahre 2 Monate | 2025 |
| 1960 | 66 Jahre 4 Monate | 2026 |
| 1961 | 66 Jahre 6 Monate | 2027 |
| 1962 | 66 Jahre 8 Monate | 2028 |
| 1963 | 66 Jahre 10 Monate | 2029 |
| ab 1964 | 67 Jahre | ab 2031 |
Rente für besonders langjährig Versicherte
Wer 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, geht bis zu zwei Jahre früher in Rente. Ohne Abschlag, voll bezahlt. Zu den 45 Jahren zählen Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehungszeiten, Pflege von Angehörigen und Zeiten mit Arbeitslosengeld I (allerdings nicht in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn).
| Geburtsjahr | Abschlagsfrei mit 45 Beitragsjahren | Monate früher als Regel |
|---|---|---|
| 1958 | 64 Jahre | 24 Monate |
| 1959 | 64 Jahre 2 Monate | 24 Monate |
| 1960 | 64 Jahre 4 Monate | 24 Monate |
| 1961 | 64 Jahre 6 Monate | 24 Monate |
| 1962 | 64 Jahre 8 Monate | 24 Monate |
| 1963 | 64 Jahre 10 Monate | 24 Monate |
| ab 1964 | 65 Jahre | 24 Monate |
Wie Abschläge und Zuschläge funktionieren
Wer früher als zur Regelaltersgrenze in Rente geht, akzeptiert Abschläge. Wer später geht, bekommt Zuschläge. Beides gilt lebenslang und wirkt sich monatlich auf die Auszahlung aus.
Zuschlag = Monate später × 0,5 % (kein Maximum)
Ein Beispiel: Du gehst 36 Monate vor deiner Regelaltersgrenze in Rente. Das ergibt 10,8 Prozent Abschlag. Bei 1.500 € Anspruch bleiben dir lebenslang nur 1.338 € pro Monat. Über 20 Jahre Rentenbezug summiert sich das auf rund 38.880 € weniger.
Andersherum: Wer ein Jahr länger arbeitet, bekommt 6 Prozent obendrauf, also bei 1.500 € rund 1.590 € monatlich. Das sind über 20 Jahre Rentenbezug etwa 21.600 € mehr, plus die zusätzlich erworbenen Entgeltpunkte aus dem zwölften Arbeitsjahr.
Frühere Rente bei Schwerbehinderung
Mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 und 35 Versicherungsjahren kannst du deutlich früher in Rente. Die Altersgrenzen liegen niedriger als bei der regulären Altersrente und der Abschlag ist auf 10,8 Prozent gedeckelt.
| Geburtsjahr | Abschlagsfrei | Vorzeitig (mit Abschlag) |
|---|---|---|
| 1958 | 64 Jahre | 61 Jahre |
| 1959 | 64 Jahre 2 Monate | 61 Jahre 2 Monate |
| 1960 | 64 Jahre 4 Monate | 61 Jahre 4 Monate |
| 1961 | 64 Jahre 6 Monate | 61 Jahre 6 Monate |
| 1962 | 64 Jahre 8 Monate | 61 Jahre 8 Monate |
| 1963 | 64 Jahre 10 Monate | 61 Jahre 10 Monate |
| ab 1964 | 65 Jahre | 62 Jahre |
Was sich beim Renteneintritt 2026 ändert
Der Bundestag hat am 5. Dezember 2025 das Rentenpaket beschlossen. Drei Punkte solltest du kennen:
- Rentenniveau bleibt bei 48 Prozent bis 2031. Die sogenannte Haltelinie wurde verlängert. Ohne diese Regelung wäre das Niveau planmäßig gesunken.
- Rentenwert steigt zum 1. Juli 2026 auf 42,52 €. Ein Entgeltpunkt entspricht damit etwa 42,52 € monatlicher Rente. 45 Punkte ergeben rund 1.913 € brutto.
- Aktivrente startet 2026. Wer trotz erreichter Regelaltersgrenze weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 € pro Monat steuerfrei dazu verdienen. Das macht den späteren Renteneintritt deutlich attraktiver.
Parallel arbeitet die im Januar 2026 eingesetzte Alterssicherungskommission unter Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda an Reformvorschlägen. Bis Mitte 2026 sollen Ergebnisse vorliegen. Die Kommission diskutiert unter anderem eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze, die Kopplung an die Lebenserwartung und höhere Anreize für längeres Arbeiten. Unionsfraktionschef Spahn hält eine „Rente mit 70“ perspektivisch für unausweichlich.
Renteneintrittsalter in Europa im Vergleich
Deutschland liegt mit 67 Jahren über dem EU-Durchschnitt von rund 64 Jahren, allerdings haben mehrere Nachbarländer die Latte schon höher gelegt oder koppeln das Eintrittsalter automatisch an die Lebenserwartung.
| Land | Reguläres Renteneintrittsalter 2026 | Besonderheit |
|---|---|---|
| Deutschland | 66 Jahre 6 Monate (Jg. 1961), 67 ab Jg. 1964 | Schrittweise Anhebung bis 2031 |
| Dänemark | 67 Jahre | Anhebung auf 70 Jahre bis 2040 beschlossen |
| Niederlande | 67 Jahre | Automatische Kopplung an Lebenserwartung |
| Italien | 67 Jahre | Wird mit Lebenserwartung weiter steigen |
| Spanien | 66 Jahre 10 Monate | Stufenweise Anhebung auf 67 bis 2027 |
| Schweden | flexibel 63 bis 69 Jahre | Richtalter wird laufend angepasst |
| Frankreich | 64 Jahre | Nach Reform 2023 von 62 auf 64 angehoben |
| Schweiz | 65 Jahre (M und F bis 2028) | AHV21 hebt Frauenrentenalter auf 65 |
| Österreich | 65 Männer, schrittweise 65 für Frauen | Frauen seit 2024 jährlich +6 Monate |
FAQ zum Renteneintrittsalter
Wie finde ich heraus, wie viele Beitragsjahre ich schon habe?
Lohnt sich die „Rente mit 63“ wirklich?
Kann ich Rente und Job gleichzeitig haben?
Steigt das Renteneintrittsalter weiter über 67?
- Deutsche Rentenversicherung: Renten für langjährig und besonders langjährig Versicherte
- Deutsche Rentenversicherung: Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung zum 1. Januar 2026
- Anlage 23 SGB VI: Stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze
- Deutscher Bundestag: Beschluss Rentenpaket 2025
- Deutsche Rentenversicherung: Altersrente für schwerbehinderte Menschen
- BMAS: Alterssicherung im internationalen Vergleich
Rente mit 63 ist romantisch, Rente mit 67 ist rechnerisch fast immer besser
Ich habe in den letzten Jahren mit Dutzenden Leuten über ihren Rentenbeginn gesprochen. Die Rente mit 63 wirkt verführerisch, weil „endlich Schluss“. Wer aber in der Spitze oder im verträglichen Bürojob arbeitet, lässt mit zwei Jahren früher Ausstieg im Schnitt eine hohe fünfstellige Summe liegen.
Mein Tipp: Nutze die Aktivrente ab 2026, um in Teilzeit weiterzuarbeiten und die ersten 2.000 € steuerfrei zu kassieren. Parallel sicherst du dir Zuschläge von 0,5 Prozent pro Monat zusätzlich. Das schlägt jede Variante „Rente mit 63“. Ausnahme: Wer körperlich angeschlagen ist oder seinen Job hasst, sollte trotzdem früh aussteigen. Lebensqualität wiegt mehr als Punkte auf dem Rentenkonto.
Was du heute schon tun kannst: Kontenklärung beantragen, um Lücken zu schließen, und parallel mit dem Altersvorsorgedepot oder einem ETF-Sparplan die zweite Säule aufbauen. Auf die gesetzliche Rente allein zu setzen, ist 2026 kein guter Plan mehr.
