Anlage-Rechner

Hebel-Rechner

Berechne Positionsgröße, Gewinn, Verlust und Stop-Out-Schwelle für gehebelte Positionen. Mit den aktuellen BaFin-Hebelgrenzen für Privatanleger.

Risikohinweis (BaFin): CFDs und andere gehebelte Produkte sind komplexe Instrumente. Die Hebelwirkung vergrößert Gewinne und Verluste gleichermaßen. Du kannst deinen gesamten eingesetzten Betrag verlieren. Dieser Rechner dient ausschließlich der Information und Aufklärung und stellt keine Anlage- oder Handelsempfehlung dar.
€
1 : 10 BaFin-Limit: 1 : 30
1:1 1:30
+5,0 %
−50 % 0 % +50 %

1 % Kursbewegung = 10 % ROI  ·  Stop-Out bei 5,00 % Gegenbewegung  ·  Totalverlust bei 10,00 % Gegenbewegung
Positionsgröße
10.000,00 €
Kapital × Hebel
Gewinn / Verlust
+500,00 €
Kursänderung +5,0 %
ROI auf Margin
+50,0 %
Rendite auf eingesetztes Kapital
Stop-Out-Schwelle
−5,00 % Kursänd.
BaFin: Pflichtschließung bei 50 % Margin-Verlust
Totalverlust bei
−10,00 % Kursänd.
Max. Verlust = eingesetztes Kapital (kein Nachschuss)
Verbleibende Margin
1.500,00 €
Kapital gewachsen
Kapital-Visualisierung
Eingesetztes Kapital

Kurz gesagt

Setzt du 1.000 € mit Hebel 1:10 long ein, bewegst du eine Position von 10.000 €. Steigt der Kurs um 5 %, machst du 500 € Gewinn, also 50 % auf dein Kapital. Schon 5 % Gegenbewegung lösen den Stop-out aus, bei 10 % ist dein Einsatz komplett weg.

Beispielrechnung: Gewinn, Stop-out und Totalverlust mit Hebel

1.000 € eingesetztes Kapital, Long-Position in einem Haupt-Währungspaar.

HebelKursänderungPositionsgrößeGewinn oder VerlustStop-out bei Gegenbewegung von
1:5+5 %5.000,00 €+250,00 € (+25 %)10,00 %
1:10+5 %10.000,00 €+500,00 € (+50 %)5,00 %
1:10-3 %10.000,00 €-300,00 € (-30 %)5,00 %
1:20+2 %20.000,00 €+400,00 € (+40 %)2,50 %
1:30+1 %30.000,00 €+300,00 € (+30 %)1,67 %

Werte aus dem Hebelrechner, Stand Oktober 2026, ohne Spread, Finanzierungskosten und Gebühren. Gerechnet mit diesem Rechner von finanzfacts.de.

Hebel richtig verstehen

Wie Hebelwirkung funktioniert, welche Grenzen die BaFin setzt und was beim gehebelten Handel wirklich wichtig ist.

Grundlagen

Was ein Hebel bewirkt und warum er gefährlich ist

Mit einem Hebel (Leverage) kontrollierst du mit einem kleinen Kapitaleinsatz eine deutlich größere Position. Du hinterlegst eine Sicherheitsleistung (Margin), dein Broker stellt den Rest bereit. Gewinne und Verluste berechnen sich auf die volle Positionsgröße, nicht nur auf deine Margin.

Das Resultat: Schon kleine Kursbewegungen können dein gesamtes Kapital vernichten. Bei einem 30:1-Hebel genügt eine Kursänderung von 3,33 % gegen dich, um die gesamte Margin zu verlieren. Beim Stop-Out, der per Gesetz bei 50 % Margin-Verlust ausgelöst wird, reichen sogar 1,67 %.

Ein Kursschwankungs-Beispiel: Der DAX bewegt sich an einem normalen Handelstag um 0,5 bis 2 %. Wer mit 20:1-Hebel auf den DAX setzt und eine 2,5 %-Bewegung gegen sich erlebt, verliert 50 % der Margin und wird automatisch ausgestoppt.
Berechnung

Formeln und Berechnungslogik im Detail

Alle Werte im Rechner basieren auf diesen Grundformeln. Bei Long-Positionen profitierst du von steigenden Kursen, bei Short-Positionen von fallenden.

Positionsgröße (€) = Kapital × Hebel
Gewinn / Verlust (€) = (Kursänderung % / 100) × Positionsgröße × Richtungsfaktor
ROI (%) = Gewinn / Verlust ÷ Kapital × 100
Stop-Out-Schwelle (%) = 50 ÷ Hebel  (Kursänderung gegen die Position)
Totalverlust-Schwelle (%) = 100 ÷ Hebel  (Kursänderung gegen die Position)
Richtungsfaktor: Long = +1, Short = −1. Der Verlust ist auf das eingesetzte Kapital begrenzt (Nachschusspflicht verboten).

Die Stop-Out-Schwelle von 50 % ist durch die BaFin-Allgemeinverfügung gesetzlich vorgeschrieben. Sobald deine verbleibende Margin unter die Hälfte des ursprünglich eingesetzten Betrags sinkt, muss der Broker die Position automatisch schließen.

Regulierung

BaFin-Hebelgrenzen für Privatanleger (Stand: 2026)

Die BaFin hat auf Grundlage der ESMA-Produktinterventionsmaßnahmen und dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verbindliche Obergrenzen für Hebel bei CFDs festgelegt. Diese gelten für alle Retail-Kunden bei regulierten EU-Brokern:

Asset-KategorieBeispieleMax. HebelStop-Out beiTotalverlust bei
Haupt-WährungspaareEUR/USD, USD/JPY, GBP/USD30 : 11,67 %3,33 %
Neben-Währungspaare, GoldEUR/TRY, USD/ZAR, XAU/USD20 : 12,50 %5,00 %
Haupt-AktienindizesDAX, S&P 500, FTSE 100, Nikkei20 : 12,50 %5,00 %
Neben-Indizes, RohstoffeWTI-Öl, Silber, MDAX10 : 15,00 %10,00 %
EinzelaktienBASF, Apple, Deutsche Bank5 : 110,00 %20,00 %
KryptowährungenBitcoin, Ethereum2 : 125,00 %50,00 %

Professionelle Anleger können höhere Hebel beantragen, müssen dafür aber mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen: 10 signifikante Trades pro Quartal im Vorjahr, Finanzportfolio über 500.000 €, oder mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Finanzbranche.

Schutzvorschriften

Gesetzliche Schutzregeln für Privatanleger bei CFDs

Neben den Hebelgrenzen gelten für Privatanleger bei regulierten Brokern weitere Pflichten:

  • Nachschusspflicht verboten: Du kannst niemals mehr verlieren als dein eingesetztes Kapital. Entsteht durch ein Marktgap ein Verlust jenseits der Margin, trägt der Broker den Differenzbetrag.
  • Margin Close-Out (50 %): Sobald die verbleibende Margin unter 50 % des Ausgangswertes fällt, schließt der Broker die Position automatisch. Das verhindert den vollständigen Kapitalverlust in vielen Situationen.
  • Risikowarnungen: Alle zugelassenen CFD-Anbieter müssen auf der Webseite und in Werbematerialien prominent warnen und die tatsächliche Verlustquote ihrer Retail-Kunden veröffentlichen.
  • Marketingbeschränkungen: Werbung für CFDs darf nicht irreführend sein und muss die Risiken klar und verständlich kommunizieren. Anreize wie Willkommensboni oder Einzahlungsprämien sind verboten.
Diese Schutzregeln gelten ausschließlich für regulierte Anbieter mit BaFin- oder EU-Zulassung. Offshore-Broker ohne europäische Lizenz unterliegen nicht diesen Vorschriften. Prüfe vor der Kontoeröffnung immer, ob der Broker über eine gültige EU-Lizenz verfügt.
Beispiele

Vier konkrete Szenarien im Vergleich

Die Tabelle zeigt, wie dieselbe prozentuale Kursbewegung bei unterschiedlichen Hebeln und Asset-Klassen wirkt:

SzenarioKapitalHebelPositionsgr.Kursänd.G/VROI
EUR/USD Long1.000 €30 : 130.000 €+1,0 %+300 €+30 %
DAX Short2.000 €20 : 140.000 €−2,0 %+800 €+40 %
Einzelaktie Long500 €5 : 12.500 €−5,0 %−125 €−25 %
Bitcoin Long1.000 €2 : 12.000 €−30,0 %−500 € (Stop-Out)−50 %

Das DAX-Short-Beispiel zeigt den „Gewinn durch fallende Kurse“: Fällt der DAX um 2 % und du bist Short mit 20:1-Hebel, erzielst du 40 % ROI auf dein Kapital. Die Kehrseite ist, dass ein unerwarteter Anstieg um 2,5 % direkt den Stop-Out auslöst.

Beim Bitcoin-Beispiel greift der Stop-Out schon bei 25 % Kursverlust: Der Broker schließt die Position, dein Verlust liegt dann bei rund 500 €, also der halben Margin. Bei Kurslücken kann er höher ausfallen. Ohne Stop-Out wären es 600 €.

FAQ

Häufige Fragen zum Hebel

Was ist der Unterschied zwischen Hebel und Margin?
Die Margin ist der Betrag, den du als Sicherheitsleistung beim Broker hinterlegst. Der Hebel gibt an, wie groß die kontrollierte Position im Verhältnis zur Margin ist. Bei einem Hebel von 10:1 und 500 € Margin kontrollierst du eine Position von 5.000 €. Beide Begriffe sind eng verknüpft: Je höher der Hebel, desto geringer die erforderliche Margin in Prozent der Positionsgröße, und desto schneller kannst du dein Kapital verlieren.
Was passiert genau beim Margin Close-Out?
Sobald dein Verlust 50 % deiner hinterlegten Margin erreicht, schließt der Broker die betroffene Position automatisch. Beispiel: Du investierst 1.000 € mit 10:1-Hebel in einen DAX-CFD (Positionsgröße: 10.000 €). Bei einem Kursverlust von 5 % entsteht ein Verlust von 500 € auf die Position, was genau 50 % deiner Margin entspricht. Der Broker schließt die Position, du erhältst die verbleibenden 500 € zurück. Ohne diesen Mechanismus würde der Verlust bis zur vollen Margin weiterlaufen.
Kann ich mit einem Hebel mehr verlieren als ich eingesetzt habe?
Bei Brokern mit EU-Zulassung nein. Die Nachschusspflicht ist für Privatanleger seit der BaFin-Allgemeinverfügung von 2017 (Vorläufer der heutigen Regelung) verboten. Wenn der Markt so schnell gegen dich läuft, dass der automatische Margin Close-Out nicht rechtzeitig greift (zum Beispiel bei einem Kurs-Gap über Nacht oder nach Nachrichten), muss der Broker den Verlust jenseits deiner Margin selbst tragen. Bei Offshore-Brokern ohne EU-Lizenz kann dies anders sein, dort sind Nachschusspflichten möglicherweise noch im Kleingedruckten versteckt.
Gelten die BaFin-Hebelgrenzen auch für Turbo-Zertifikate und Optionsscheine?
Nein. Die BaFin-Allgemeinverfügung gilt ausschließlich für CFDs (Contracts for Difference). Turbo-Zertifikate, Faktor-Zertifikate und Optionsscheine sind als Wertpapiere strukturiert und unterliegen anderen Regeln. Bei diesen Produkten gibt es keine gesetzliche Hebelgrenze für Privatanleger, allerdings auch keine gesetzliche Pflicht zur Margin-Close-Out-Regelung. Der Verlust ist bei klassischen Zertifikaten auf den eingesetzten Betrag begrenzt (kein Nachschuss möglich), da es sich um emittierte Wertpapiere und keine CFDs handelt.
Florians Finanz Fazit

Hebel sollten nur Profis nutzen

Einen hohen Hebel mit einer größeren Gewinnchance gleichzusetzen ist ein verbreiteter Denkfehler. Mathematisch stimmt das sogar, aber die Gegenseite wird dabei vollständig ausgeblendet. Mit einem 30:1-Hebel auf EUR/USD vernichtet eine Kursbewegung von 1,67 % gegen dich bereits die Hälfte deines Kapitals. An einem normalen Handelstag passiert das mehrfach.

Die BaFin-Hebelgrenzen sind kein bürokratisches Hindernis, sondern sinnvoller Verbraucherschutz. Wer mit kleinerem Hebel handelt, überlebt auch mal eine schlechte Phase, lernt dabei und kann aus Fehlern ziehen. Das ermöglicht ein 30:1-Trade am ersten Tag oft nicht mehr.

Wenn du es partout ausprobieren willst: Setze nur sehr geringes Kapital ein und teste zuerst auf einem Demokonto. Eine relativ interessante Ausnahme im Bereich gehebelter Produkte ist der sogenannte „heilige Amumbo“, ein 2-fach gehebelter ETF auf den MSCI USA (Amundi Leveraged MSCI USA Daily). Aber auch hier gilt: Nutze maximal 20 % deines Investmentkapitals für solche Positionen, denn auch ein 2x-Hebel kann in schlechten Marktphasen extreme Verluste erzeugen und braucht deutlich länger zur Erholung als ein ungehebelter Index.

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Florian Baumann – Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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