Anbietervergleich

Factoring-Anbieter in Deutschland im Vergleich

10 etablierte Factoring-Gesellschaften im direkten Vergleich. Filtere nach Umsatzklasse, Zielgruppe und Factoring-Art, finde den passenden Partner für dein Unternehmen.

Kurz gesagt

Kleine Unternehmen und Selbstständige starten am schnellsten bei aifinyo: kein Mindestumsatz, 1,0 bis 4,5 % Gebühr, alles online und auch für einzelne Rechnungen. Ab rund 100.000 € Jahresumsatz werden klassische Anbieter wie abcfinance (0,5 bis 2,8 %) oder die Deutsche Factoring Bank (ab 150.000 €, 0,4 bis 2,5 %) günstiger. Welcher Anbieter passt, hängt vor allem von deinem Umsatz und deinem Geschäftsmodell ab. Stand Oktober 2026.

9 von 9 Anbietern
Anbieter Mindestumsatz Gebühr ModellModusZum Anbieter
aifinyoaifinyo AG (inkl. Billomat)
Kein Mindestumsatz1,0 bis 4,5 %
Full-ServiceEinzelrechnung
OnlineZum Anbieter
abcfinanceWerhahn-Gruppe
ab 100.000 €0,5 bis 2,8 %
Full-ServiceInhouseReverseEinzelrechnungExport
OnlineZum Anbieter
Deutsche Factoring BankSparkassen-Finanzgruppe
ab 150.000 €0,4 bis 2,5 %
Full-ServiceInhouse
KlassischZum Anbieter
VR FactoringDZ Bank / Volksbanken Raiffeisenbanken
ab 250.000 €0,4 bis 2,2 %
Full-ServiceInhouseExport
KlassischZum Anbieter
A.B.S. Global FactoringA.B.S. Global Factoring AG
ab 300.000 €0,3 bis 2,5 %
Full-ServiceInhouseReverse
KlassischZum Anbieter
Coface FinanzCoface SA (Frankreich)
ab 1 Mio. €0,3 bis 2,2 %
Full-ServiceInhouseReverseFälligkeit
KlassischZum Anbieter
BFS financeBertelsmann
ab 2 Mio. €0,3 bis 2,0 %
Full-ServiceInhouseReverse
KlassischZum Anbieter
Crédit Agricole Leasing & FactoringCrédit Agricole S.A. (ehemals Eurofactor)
ab 2,5 Mio. €0,3 bis 2,0 %
Full-ServiceInhouseReverseExport
KlassischZum Anbieter
TARGOBANK FactoringTARGOBANK / Crédit Mutuel Alliance Fédérale
ab 2,5 Mio. €0,05 bis 1,5 %
Full-ServiceInhouseReverse
KlassischZum Anbieter

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Reputation, Methodik und Noten

Wie wir die Factoring-Anbieter messen und welche Noten am Ende stehen. Erst Online-Bewertungen, dann die Bewertungslogik, am Ende die Punktevergabe mit detaillierter Begründung.

Online-Bewertungen

Was Kunden und Markt sagen

Factoring ist ein B2B-Geschäft. Trustpilot und ähnliche Portale liefern hier deutlich weniger Daten als bei Verbraucher-Produkten. Wir ergänzen daher um BankingCheck-Profile, Mitgliedschaft im Deutschen Factoring-Verband (DFV) und Marktstellung.

AnbieterTrustpilotBankingCheckDFVMarktstellung
Deutsche Factoring Bankn/vProfilJaTop 3 Bank-Anbieter
Coface Finanzn/vProfilJaInternationaler Kreditversicherer
Crédit Agricole Leasing & Factoringn/vNeinJaTop-Anbieter Europa
VR Factoringn/vNeinJaTop Mittelstands-Factoring
TARGOBANK Factoringn/vProfilJaPreisbrecher bei Volumen
BFS financen/vProfilJaBertelsmann-Factoring
A.B.S. Global Factoringn/vProfilJaMittelstands-Spezialist
abcfinancen/vProfilJaFastfactoring-Pionier
aifinyo
3,1
18 Bew.
ProfilNeinOnline-Pionier Solo / KMU
Hinweis: Trustpilot-Werte beziehen sich auf die deutschen Profile der Anbieter, Stand Oktober 2026. Werte mit wenigen Bewertungen sind statistisch nur eingeschränkt belastbar. Bei klassischen B2B-Anbietern fehlt häufig ein eigenes Trustpilot-Profil; in diesen Fällen prüfen wir BankingCheck.de und die DFV-Mitgliedschaft als zusätzliche Indikatoren.
Bewertungskriterien

So bewerten wir die Factoring-Anbieter

Unsere Bewertung von 0 bis 10 Punkten gewichtet die Faktoren, die für Factoring-Kunden den Unterschied machen. Kosten und Mindestumsatz zählen mit je 20 Prozent am stärksten, weil sie über Zugang zum Anbieter und Marge nach der Finanzierung entscheiden. Die Reputation fließt mit 15 Prozent ein und sorgt dafür, dass Trustpilot-Bewertungen und Branchen-Auszeichnungen die Endnote sichtbar bewegen.

  • Kosten (20 %): Servicegebühr in Prozent, Vorfinanzierungszins, Bonitätsprüfungskosten, Mindestumsatzgebühren bei Nichterreichen des vereinbarten Volumens.
  • Mindestumsatz (20 %): Eintrittsschwelle in Jahresumsatz. Kein Mindestumsatz erhält 10 Punkte, ab 2,5 Mio. € geht die Note auf 3 Punkte zurück.
  • Flex (10 %): Vertragslaufzeit, Spot-Option für Einzelrechnungen, Möglichkeit zur Auswahl bestimmter Debitoren statt Gesamtportfolio.
  • Speed (10 %): Onboarding-Dauer von Vertragsunterschrift bis erstem Cash, Auszahlungsgeschwindigkeit pro Rechnung, Bonitätsentscheidung neuer Debitoren.
  • Service (15 %): Persönlicher Ansprechpartner, Forderungsmanagement, Mahnwesen, Bonitätsdatenbank, Kreditversicherung als Zusatzleistung.
  • Reichweite (10 %): Akzeptierte Branchen, Größenklassen vom Solo bis zum Konzern, Export- und Cross-Border-Forderungen, B2C-Option.
  • Reputation (15 %): Trustpilot-Score und Bewertungsanzahl, Mitgliedschaft im Deutschen Factoring-Verband, BankingCheck-Profil, Auszeichnungen wie TOP SERVICE Deutschland.
Punktevergabe

Alle 9 Anbieter im Detail

Jeder Anbieter erhält in den sieben Kategorien eine Note von 0 bis 10 Punkten. Die gewichtete Summe ergibt die Gesamtnote. Sortiert nach Gesamtnote, absteigend.

AnbieterKosten20 %Min.-Umsatz20 %Flex10 %Speed10 %Service15 %Reichweite10 %Reputation15 %Gesamt
VR Factoring8,07,06,08,09,08,09,07,9
Coface Finanz8,05,05,05,010,010,010,07,6
Deutsche Factoring Bank7,07,05,05,09,09,010,07,6
A.B.S. Global Factoring7,07,08,07,09,07,08,07,6
abcfinance6,08,07,08,07,07,08,07,3
BFS finance9,04,06,06,08,08,09,07,1
aifinyo4,010,010,010,06,05,06,07,1
Crédit Agricole Leasing & Factoring9,03,05,05,08,09,09,06,9
TARGOBANK Factoring10,03,04,05,07,08,08,06,5
Begründung

So setzen sich die Noten zusammen

Für jeden Anbieter findest du hier nachvollziehbar, wie die Einzelnoten entstanden sind. Sortiert nach Gesamtnote, absteigend.

VR Factoring7,9 / 10
Kosten 8/10:
0,4 bis 2,2 % Gebühr, für eigene Genossenschaftskunden oft günstiger.
Min.-Umsatz 7/10:
250.000 € Jahresumsatz, niedrigere Hürde als bei vielen Bank-Anbietern.
Flex 6/10:
Vertragslaufzeiten über die Hausbank verhandelbar, kein Spot-Geschäft.
Speed 8/10:
Bis zu 90 % deiner Forderungssumme innerhalb von maximal 24 Stunden.
Service 9/10:
Persönlicher Ansprechpartner über die eigene Volks- oder Raiffeisenbank.
Reichweite 8/10:
Auch Export, Fokus auf Mittelstand bis 100 Mio. € Umsatz.
Reputation 9/10:
DZ-Bank-Tochter, eingebunden ins genossenschaftliche Netzwerk, DFV-Mitglied.
Coface Finanz7,6 / 10
Kosten 8/10:
0,3 bis 2,2 % Gebührenspanne, faire Konditionen für mittelständische Volumina.
Min.-Umsatz 5/10:
1 Mio. € Jahresumsatz, mittlere Hürde im Bank-Segment.
Flex 5/10:
Klassische Verträge mit meist 1 bis 3 Jahren Laufzeit, keine Spot-Variante.
Speed 5/10:
Klassisches Onboarding, oft 4 bis 6 Wochen bis zum ersten Cash.
Service 10/10:
Factoring plus Kreditversicherung plus Bonitätsdatenbank aus einer Hand.
Reichweite 10/10:
In rund 100 Ländern tätig, Kunden in rund 200 Märkten, branchenoffen, starker Exportfokus.
Reputation 10/10:
Einer der weltweit führenden Kreditversicherer, DFV-Mitglied.
Deutsche Factoring Bank7,6 / 10
Kosten 7/10:
Individuell verhandelt, gehobenes Mittelfeld bei Sparkassen-Konditionen.
Min.-Umsatz 7/10:
150.000 € Jahresumsatz, einer der niedrigsten Schwellen unter klassischen Bank-Anbietern.
Flex 5/10:
Vertragslaufzeit meist 24 Monate, Standard-Produkt ohne Spot-Option.
Speed 5/10:
Klassisches Onboarding über die Hausbank, mehrere Wochen bis zum ersten Cash.
Service 9/10:
Sehr starkes persönliches Service-Niveau, eigenes Risikoteam in Bremen.
Reichweite 9/10:
Branchenoffen, alle Größenklassen ab 150.000 € Umsatz, eigenes Export-Programm.
Reputation 10/10:
Factoring-Kompetenzcenter der Sparkassen-Finanzgruppe seit 1971, Teil der Deutsche Leasing Gruppe.
A.B.S. Global Factoring7,6 / 10
Kosten 7/10:
0,3 bis 2,5 %, etwas teurer als Bank-Anbieter, dafür stark verhandelbar.
Min.-Umsatz 7/10:
300.000 € Jahresumsatz, moderate Hürde im Spezialisten-Segment.
Flex 8/10:
Maßgeschneiderte Verträge, auch schwierige Branchen prüfbar.
Speed 7/10:
Angebot meist binnen 48 Stunden, danach bis zu 90 % Auszahlung binnen 24 Stunden.
Service 9/10:
Persönliche Betreuung durch Spezialisten, hohe Beratungstiefe.
Reichweite 7/10:
Fokus auf Start-ups, KMU und Mittelstand bis 50 Mio. € Umsatz, breite Branchenabdeckung.
Reputation 8/10:
Bank-unabhängiger Spezialist, DFV-Mitglied, internationale Präsenz.
abcfinance7,3 / 10
Kosten 6/10:
0,5 bis 2,8 % im oberen Mittelfeld, Fastfactoring etwas teurer.
Min.-Umsatz 8/10:
100.000 € Jahresumsatz, sehr niedriger Einstieg dank Fastfactoring-Tarif.
Flex 7/10:
Fastfactoring mit schlanker Vertragsstruktur, klassisches Modell ab 1 Mio. €.
Speed 8/10:
Online-Anfrage, eines der schnellsten klassischen Häuser am Markt.
Service 7/10:
Persönliche Beratung, n-tv- und Handelsblatt-zertifiziert.
Reichweite 7/10:
Branchenoffen, kleine bis mittlere Unternehmen 100k bis 100 Mio. € Umsatz.
Reputation 8/10:
Werhahn-Gruppe, TOP SERVICE Deutschland 2026: Platz 2 bei den B2B-Unternehmen.
BFS finance7,1 / 10
Kosten 9/10:
0,3 bis 2,0 %, eine der günstigeren Spannen im Bank-unabhängigen Segment.
Min.-Umsatz 4/10:
2 Mio. € Jahresumsatz, hoch im Vergleich zu kleineren Spezialisten.
Flex 6/10:
Individuelle Vertragsgestaltung, kein Spot, aber maßgeschneidert.
Speed 6/10:
Klassisches Onboarding, das Kundenportal SCOT mit Echtzeit-Reporting beschleunigt die laufende Abwicklung.
Service 8/10:
Inkasso und Debitorenmanagement aus einer Hand, starker Forderungsmanagement-Hintergrund.
Reichweite 8/10:
Sehr stark im E-Commerce und Versandhandel, über 5.000 Geschäftskunden.
Reputation 9/10:
Bertelsmann-Konzernanbindung, DFV-Mitglied, über 60 Jahre Erfahrung.
aifinyo7,1 / 10
Kosten 4/10:
1,0 bis 4,5 %, deutlich teurer als klassische Anbieter.
Min.-Umsatz 10/10:
Kein Mindestumsatz, geeignet schon ab der ersten Rechnung.
Flex 10/10:
Einzelrechnungen möglich, kein Rahmenvertrag nötig, sofortige Anmeldung.
Speed 10/10:
Auszahlung typischerweise binnen 24 Stunden nach Rechnungseinreichung.
Service 6/10:
Online-Service, gemischte Trustpilot-Bewertungen.
Reichweite 5/10:
Solo-Selbstständige und kleine KMU, weniger für klassischen Mittelstand.
Reputation 6/10:
Börsennotierte AG, Trustpilot 3,1 / 5 bei 18 Bewertungen, seit Oktober 2025 Bitcoin-Treasury-Strategie.
Crédit Agricole Leasing & Factoring6,9 / 10
Kosten 9/10:
0,3 bis 2,0 %, sehr gute Konditionen für volumenstarke Kunden.
Min.-Umsatz 3/10:
2,5 Mio. € Jahresumsatz, harte Hürde für kleinere Unternehmen.
Flex 5/10:
Klassische Bank-Verträge, dafür viele Sonderformen verfügbar.
Speed 5/10:
Onboarding über Crédit Agricole, klassische Bank-Prozesse.
Service 8/10:
Mehrwährungsfähig, paneuropäisches Setup, starkes Reverse-Angebot.
Reichweite 9/10:
Factoring in mehreren europäischen Ländern plus FCI-Netzwerk, sehr starkes Reverse-Angebot.
Reputation 9/10:
Tochter von Crédit Agricole S.A., 2025 rund 134,5 Mrd. € Factoringumsatz in der Gruppe.
TARGOBANK Factoring6,5 / 10
Kosten 10/10:
0,05 bis 1,5 % Gebühr, eine der günstigsten Spannen am Markt.
Min.-Umsatz 3/10:
2,5 Mio. € Jahresumsatz, schließt kleinere Mittelständler aus.
Flex 4/10:
Klassische Vertragsbindung, in der Regel zwei bis drei Jahre, kein Spot-Geschäft.
Speed 5/10:
Klassisches Onboarding, keine Online-Anmeldung.
Service 7/10:
Solide Betreuung, weniger Spezialprodukte als Coface.
Reichweite 8/10:
Auch B2C-Forderungen, branchenoffen inklusive Versandhandel.
Reputation 8/10:
Crédit-Mutuel-Hintergrund, 60 Jahre Erfahrung im Factoring.

Factoring verstehen

Was Factoring kostet, welche Arten es gibt und für wen sich der Verkauf von Forderungen wirklich lohnt.

Grundlagen

Was ist Factoring?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an eine Factoring-Gesellschaft. Der Factor zahlt sofort einen Großteil der Rechnungssumme aus, meist 80 bis 90 Prozent, und übernimmt je nach Vertrag das Ausfallrisiko sowie das Forderungsmanagement. Den Rest erhältst du nach Zahlungseingang beim Debitor, abzüglich der Factoring-Gebühr.

Der deutsche Factoring-Markt ist 2025 auf ein Rekordvolumen von 423,5 Milliarden € gewachsen, ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber 2024 (Deutscher Factoring-Verband). Factoring etabliert sich damit zunehmend als Mittelstandsfinanzierung neben dem klassischen Bankkredit.

Übersicht

Diese Factoring-Arten gibt es

Factoring ist nicht gleich Factoring. Je nachdem, wer das Ausfallrisiko trägt und wie viel Service der Anbieter übernimmt, unterscheiden sich die Modelle deutlich.

ArtWas passiert?Für wen?
Echtes FactoringFactor übernimmt das Ausfallrisiko vollständig.Standard für KMU mit Schutzbedürfnis.
Unechtes FactoringRisiko bleibt beim Verkäufer, nur Vorfinanzierung.Günstiger, aber kein Schutz vor Forderungsausfall.
Full-Service-FactoringFactor übernimmt Mahnwesen, Inkasso, Buchhaltung.Unternehmen ohne eigene Debitorenabteilung.
Inhouse-FactoringDebitorenmanagement bleibt beim Unternehmen.Größere Mittelständler mit eigener Abteilung.
Stilles FactoringKunden erfahren nichts von der Forderungsabtretung.Sensible Kundenbeziehungen, B2B-Industrie.
FälligkeitsfactoringKein Vorschuss, nur Risikoübernahme zum Stichtag.Unternehmen, die nur Sicherheit wollen, keine Liquidität.
Reverse FactoringKäufer initiiert Vorfinanzierung an seine Lieferanten.Konzerne mit langen Zahlungszielen.
Export-FactoringAusländische Forderungen, oft mit lokalem Partner.Exporteure ins EU- und Nicht-EU-Ausland.
Ablauf

So funktioniert Factoring Schritt für Schritt

  • 1. Rahmenvertrag. Du schließt mit dem Factor einen Vertrag über eine bestimmte Forderungs-Linie und einen festen Debitorenkreis.
  • 2. Rechnung erstellen. Du stellst deine Rechnung wie gewohnt aus und reichst sie beim Factor ein, oft per Schnittstelle aus deiner Buchhaltung.
  • 3. Bonitätsprüfung. Der Factor prüft den Debitor auf Bonität und vergibt einen Limit. Im Online-Factoring passiert das in wenigen Minuten.
  • 4. Auszahlung. Du erhältst 80 bis 90 Prozent der Bruttoforderung sofort, in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
  • 5. Forderungseinzug. Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Mahnwesen. Beim stillen Factoring zahlt der Kunde an dich, du leitest weiter.
  • 6. Restzahlung. Nach Zahlungseingang beim Factor erhältst du den Restbetrag abzüglich Factoring-Gebühr und Zinsen.
Kosten

Was kostet Factoring wirklich?

Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen. Der Vergleich der einzelnen Komponenten ist wichtiger als ein Blick allein auf die Servicegebühr.

KostenblockÜbliche SpanneWorauf achten?
Factoring-Gebühr0,3 bis 2,5 % pro Rechnung, online bis 4,5 %Hängt vom Jahresumsatz und Servicepaket ab.
Vorfinanzierungs-Zinsrund 4 bis 6,5 % p.a.Meist Euribor plus Aufschlag, tageweise auf den vorfinanzierten Betrag berechnet.
Bonitätsprüfungrund 15 bis 40 € je Debitor und JahrBei vielen kleinen Kunden schnell relevant.
Beispielrechnung: Bei 50.000 € Bruttorechnung, 30 Tagen Zahlungsziel und 1 % Gebühr plus 4 % Jahreszins kostet die Vorfinanzierung rund 664 €. Das entspricht etwa 1,33 % der Rechnungssumme.
Bewertung

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Was für Factoring spricht

  • Sofortige Liquidität statt 30 bis 90 Tage warten.
  • Schutz vor Forderungsausfall beim echten Factoring.
  • Bilanzverkürzung erhöht die Eigenkapitalquote.
  • Bessere Bonität und damit günstigere Kreditkonditionen.
  • Outsourcing von Mahnwesen und Debitorenmanagement.
  • Skontiernutzung beim eigenen Einkauf möglich.

Was dagegen spricht

  • Laufende Gebühren senken die Marge spürbar.
  • Mindestumsätze schließen kleine Betriebe oft aus.
  • Bonität der Debitoren entscheidet, nicht nur deine eigene.
  • Manche Anbieter lehnen Bau- oder Werkvertrags-Forderungen ab.
  • Bei offener Abtretung erfahren Kunden vom Factoring.
  • Vertragsbindung meist 1 bis 3 Jahre üblich.
Eignung

Für wen lohnt sich Factoring?

Factoring rechnet sich nicht für jedes Unternehmen. Drei Konstellationen passen besonders gut:

  • Wachstum bei knappem Working Capital. Wenn Aufträge schneller wachsen als die Liquidität, schafft Factoring sofort Raum.
  • Lange Zahlungsziele in B2B-Branchen. Industrie, Großhandel und IT-Dienstleister warten oft 60 bis 90 Tage auf Geld. Diese Lücke schließt Factoring.
  • Hohes Ausfallrisiko bei Großkunden. Wer von wenigen Schlüsselkunden abhängt, sichert sich beim echten Factoring gegen die Insolvenz eines Debitors ab.

Weniger geeignet ist Factoring für reine B2C-Geschäfte, projektbasiertes Werkvertragsgeschäft mit Abschlagsrechnungen und für Unternehmen mit sehr hohen Margen, denen die Gebühr zu teuer ist.

FAQ

Häufige Fragen zum Factoring

Verlieren meine Kunden Vertrauen, wenn sie vom Factoring erfahren?
In der Praxis kaum noch. Factoring gilt heute als professionelles Finanzinstrument, nicht als Notnagel. Wer sensible Kundenbeziehungen schützen will, wählt das stille Factoring. Hier zahlt der Kunde weiter an dich, du leitest den Betrag an den Factor weiter.
Welche Branchen lehnen Factoring-Gesellschaften häufig ab?
Klassische Schwierigkeiten gibt es bei Bauleistungen mit Werkvertragsrecht, Anzahlungs- und Abschlagsrechnungen, Glücksspiel, Erotikgewerbe sowie bei Branchen mit hohen Reklamationsquoten. Einige Anbieter haben sich aber gerade auf Bau und Handwerk spezialisiert.
Wie schnell bekomme ich beim Online-Factoring mein Geld?
Bei Online-Anbietern wie aifinyo liegt die Auszahlung typischerweise innerhalb von 24 Stunden nach Rechnungseinreichung auf dem Konto. Bei klassischen Anbietern dauert die Erstausstattung des Rahmenvertrags zwei bis sechs Wochen, danach läuft die laufende Abwicklung ähnlich schnell.
Kann ich auch nur einzelne Rechnungen verkaufen?
Ja, das nennt sich Einzelrechnungs-Factoring oder Spot-Factoring. Online-Anbieter wie aifinyo haben sich darauf spezialisiert. Im klassischen Factoring verlangen die meisten Gesellschaften einen kompletten Debitorenkreis oder zumindest einen großen Teil davon.
Florians Finanz Fazit

Sofort liquide mit Factoring

Wer Factoring 2026 noch als Zeichen wirtschaftlicher Schwäche sieht, hat die letzten zehn Jahre verschlafen. Mit über 420 Milliarden € Marktvolumen ist Factoring längst Standardinstrument im deutschen Mittelstand. Die spannende Frage lautet nicht ob, sondern welcher Anbieter zu deinem Geschäftsmodell passt. Online-Anbieter wie aifinyo sind unschlagbar schnell, wenn du klein bist oder einzelne Rechnungen flott zu Geld machen willst.

Mein Rat: Frage immer mindestens drei Angebote an und schau nicht nur auf die Servicegebühr, sondern rechne die Vorfinanzierungszinsen, Mindestumsatz-Strafgebühren und Bonitätsprüfungen mit ein. Die effektiven Kosten unterscheiden sich oft um 50 Prozent und mehr, ohne dass du das auf den ersten Blick siehst.

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Florian Baumann, Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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