Anbietervergleich

Lohnabrechnung Software im Vergleich

10 Programme und Dienstleister im direkten Check. Filtere nach Unternehmensgröße, System und Schwerpunkt und finde die Lösung, die zu deinem Lohnprozess passt.

Florian Baumann Florian Baumann · Lesezeit 9 Minuten
10 von 10 Anbietern
Anbieter Preis ab Eignung Plattform Note
TestsiegerPersonioAll-in-One HR-Cloudab ca. 20 € / MAStartups & KMUCloud8,5Ansehen*
DATEV Lohn und GehaltHybrid, oft via SteuerberatervariabelAlle GrößenHybrid8,2Ansehen
Preis-LeistungLexware Office LohnCloud-Softwareab ca. 10 € / Monat1 bis 20 MACloud8,1Ansehen*
Sage HR SuiteModulare HR-Cloudauf Anfrage50 bis 500+ MACloud7,8Ansehen
HRworksHR-Cloud mit Reisekostenab ca. 7 € / MAab 50 MACloud7,5Ansehen
Lexware lohn+gehaltDesktop-Softwareab ca. 16 € / Monatkleine KMU bis 50 MADesktop7,3Ansehen*
heavenHRHR-Cloud-Plattformab ca. 6 € / MA20 bis 200 MACloud7,2Ansehen
ilohngehaltCloud-Lohn (SBS Software)pro Abrechnungklein bis mittelCloud7,0Ansehen
PaychexFull-Service-OutsourcingPauschale pro MAjede GrößeService7,0Ansehen
zvooveBranchensoftware Zeitarbeitauf AnfragePersonaldienstleisterHybrid6,5Ansehen

Preise als ungefähre Startpreise, Stand Juni 2026. Cloud-Tools rechnen meist Grundgebühr plus Preis je Mitarbeiter. Note ist die gewichtete Gesamtbewertung von finanzfacts. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links.

Transparente Bewertung

Methodik und Noten

Wie wir die Anbieter messen und welche Note am Ende steht. Erst die Gewichtung, dann die Punktevergabe pro Kategorie, am Ende die Begründung je Lösung.

Bewertungskriterien

So bewerten wir Lohnsoftware

Jede Lösung bekommt in sechs Kategorien eine Note von 0 bis 10 Punkten. Die gewichtete Summe ergibt die Gesamtnote. Funktionsumfang und Bedienung zählen am stärksten, weil sie über Rechtssicherheit und deinen Zeitaufwand entscheiden.

  • Funktionsumfang und Lohntiefe (25 %): Abrechnungslogik, Sonderfälle wie Baulohn oder TVöD, Auswertungen und Schnittstellen.
  • Bedienung (20 %): Verständlichkeit der Oberfläche, Assistenten und Eignung ohne Lohn-Vorwissen.
  • Preis-Leistung (20 %): Grundgebühr, Preis pro Mitarbeiter und Transparenz der Kosten.
  • Integration und HR (15 %): DATEV-Schnittstelle, digitale Personalakte, Self-Service und Buchhaltungsanbindung.
  • Compliance (10 %): ITSG-Zertifizierung, automatische Meldungen und ELStAM-Abruf.
  • Eignung und Skalierung (10 %): Wie gut die Lösung zur Zielgröße passt und mitwächst.
Hinweis zur Pflicht-Zertifizierung

Jede Software in diesem Vergleich ist ITSG-zertifiziert. Ohne dieses Zertifikat darf ein Programm in Deutschland keine elektronischen Meldungen an die Krankenkassen senden. Das Zertifikat ist damit Mindeststandard, kein Bonus.

Punktevergabe

Alle Anbieter im Detail

Sortiert nach Gesamtnote, absteigend. Die Spaltenüberschriften zeigen die Gewichtung der jeweiligen Kategorie.

Anbieter Funktion 25 % Bedienung 20 % Preis 20 % Integration 15 % Compliance 10 % Eignung 10 % Gesamt
Personio810610998,5
DATEV Lohn und Gehalt105791098,2
Lexware Office Lohn69108978,1
Sage HR Suite8769997,8
HRworks7878877,5
Lexware lohn+gehalt7796967,3
heavenHR6878877,2
ilohngehalt7596967,0
Paychex8756987,0
zvoove8657856,5
Begründung

So setzen sich die Noten zusammen

Personio8,5

Das moderne HR-Betriebssystem für wachsende Firmen. Lohnabrechnung, Urlaub, Recruiting und Onboarding laufen in einer sehr gut bedienbaren Cloud zusammen. Die DATEV-Schnittstelle sitzt, der Preis pro Mitarbeiter liegt aber im oberen Bereich. Baulohn und komplexe Tarife bildet Personio nicht ab.

DATEV Lohn und Gehalt8,2

Der Goldstandard für Tiefe und Rechtssicherheit. DATEV beherrscht Baulohn, öffentlichen Dienst und jede Sonderkonstellation. Die Bedienung bleibt komplex und entfaltet ihre Stärke vor allem in Zusammenarbeit mit deinem Steuerberater.

Lexware Office Lohn8,1

Der ideale Einstieg für Gründer und Kleinstteams. Standard-Löhne rechnest du in wenigen Minuten ab, Meldungen laufen automatisch und die Buchhaltung sitzt im selben Konto. Bei komplexen Fällen stößt das Tool an seine Grenzen.

Sage HR Suite7,8

Stark im Mittelstand, wenn du mehr als reine Abrechnung brauchst. Modular aufgebaut, mit digitaler Personalakte und Employee Self Service. Die Preise gibt es nur auf Anfrage, die Ersteinrichtung braucht etwas Zeit.

HRworks7,5

Der Prozess-Spezialist mit großer Stärke bei Reisekosten und Zeitwirtschaft. HRworks bereitet alles sauber für die eigentliche Lohnabrechnung vor, oft im Zusammenspiel mit DATEV beim Steuerberater.

Lexware lohn+gehalt7,3

Der bewährte Desktop-Klassiker für kleine Firmen, die ihre Daten lokal halten wollen. Sehr zuverlässig und ITSG-zertifiziert, in der Optik aber in die Jahre gekommen und ohne Cloud-Komfort.

heavenHR7,2

Solide HR-Cloud und faire Alternative zu Personio, oft etwas günstiger. Besonders stark bei Onboarding und digitaler Personalakte. Im Lohnmodul etwas weniger tief als die Spezialisten.

ilohngehalt7,0

Die pure Lohn-Maschine von SBS Software. Optisch kein Highlight, technisch extrem solide und sehr günstig pro Abrechnung. Ideal, wenn du nur eine sichere Abrechnung ohne HR-Beiwerk suchst.

Paychex7,0

Keine Software, sondern volle Dienstleistung. Du lieferst die Rohdaten, Paychex erledigt den Rest inklusive Rechtssicherheit. Die Sorglos-Lösung kostet mehr, spart dir aber den Know-how-Aufbau im Haus.

zvoove6,5

Der Branchenkönig für Personaldienstleister und Zeitarbeit. zvoove bildet die komplexen Tarife der Arbeitnehmerüberlassung ab, die Standard-Tools nicht können. Für normale KMU ist die Lösung überdimensioniert.

Hintergrund

Lohnabrechnung verstehen

Was die Systeme unterscheidet, was sie kosten, worauf du bei Compliance und Sonderfällen achten musst.

Grundlagen

Software, HR-Suite oder Outsourcing

Die Anbieter folgen drei Modellen. Eine reine Lohnsoftware wie Lexware oder ilohngehalt bedienst du selbst. Du pflegst Stammdaten, erfasst Stunden und startest die Abrechnung. Du behältst die volle Kontrolle und hast auch die Arbeit.

Eine HR-Suite wie Personio, Sage oder heavenHR bündelt die Lohnabrechnung mit Urlaub, Recruiting und Personalakte. Das lohnt sich, sobald du ganze HR-Prozesse digitalisieren willst und nicht nur Löhne rechnest.

Beim Outsourcing über Paychex oder deinen Steuerberater lieferst du nur die Rohdaten. Der Dienstleister rechnet ab und übernimmt einen Teil der Verantwortung. Das kostet mehr, nimmt dir aber den Aufbau von Lohn-Wissen ab.

ModellWer bedientFür wen
LohnsoftwareDu oder dein TeamFirmen mit Standard-Löhnen
HR-SuiteDein HR-TeamWachsende Firmen, volle Digitalisierung
OutsourcingDer DienstleisterFirmen ohne Lohn-Know-how
Compliance

ITSG-Zertifizierung und Meldungen

Lohnabrechnung in Deutschland heißt vor allem Meldepflichten. Jeden Monat fließen Daten an Krankenkassen, Finanzamt und weitere Stellen. Drei Bausteine musst du kennen.

  • ITSG-Zertifikat: Pflicht für jede elektronische Meldung an die Krankenkassen. Alle Anbieter hier besitzen es.
  • ELStAM: Die Software ruft die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale deiner Mitarbeiter automatisch ab.
  • Beitragsnachweise und Lohnsteueranmeldung: Laufen monatlich automatisiert an Krankenkassen und Finanzamt.
Praxistipp

Die Software übernimmt die Übermittlung, die Verantwortung für richtige Eingaben bleibt bei dir. Steuerklasse, Stunden und Zuschläge musst du sauber pflegen. Ein falsches Feld erzeugt eine falsche Meldung, die Software erkennt das nicht.

Kosten

Was Lohnabrechnung wirklich kostet

Die meisten Cloud-Anbieter rechnen nach einem klaren Muster. Zwei Bausteine bestimmen deinen Monatspreis, ein dritter kommt beim Outsourcing dazu.

  • Grundgebühr: Oft 10 bis 20 € pro Monat für die Basisnutzung.
  • Preis pro Mitarbeiter: Meist 5 bis 15 € je abgerechnetem Mitarbeiter und Monat.
  • Outsourcing-Pauschale: Beim Dienstleister oder Steuerberater eher 15 bis 30 € pro Mitarbeiter und Abrechnung.
Beispielrechnung

Eine Firma mit 10 Mitarbeitern zahlt bei einem Cloud-Tool oft zwischen 60 € und 150 € im Monat. Beim Steuerberater landest du schnell bei 150 € bis 300 €. Die Lohnsoftware setzt du als Betriebsausgabe komplett von der Steuer ab. Wie dein Netto aussieht, prüfst du mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Sonderfälle

Baulohn, TVöD und Minijobs

Die meisten Cloud-Tools rechnen Standard-Löhne souverän ab. Bei Spezialfällen trennt sich die Spreu vom Weizen. Diese vier Konstellationen prüfst du vor Vertragsabschluss.

  • Minijobs und Werkstudenten: Absoluter Standard. Jedes Tool im Vergleich rechnet geringfügig Beschäftigte korrekt ab und meldet an die Minijob-Zentrale.
  • Baulohn: SOKA-BAU-Meldungen beherrschen die meisten Cloud-Tools nicht. Hier brauchst du DATEV oder eine Branchenlösung.
  • Öffentlicher Dienst (TVöD): Komplexe Tarifwerke bildet kaum ein modernes Cloud-Tool ab. DATEV ist hier oft Pflicht.
  • Zeitarbeit (AÜG): Tarife wie iGZ oder BAP verlangen eine Spezialsoftware wie zvoove.
Achtung

Rund 90 Prozent der modernen Cloud-Tools können keinen Baulohn und keinen öffentlichen Dienst abbilden. Prüfe deinen Bedarf vor der Auswahl. Ein nachträglicher Wechsel mitten im Jahr kostet dich unnötig Zeit.

Auswahl

Welches Tool zu deiner Größe passt

Die beste Lösung hängt von Mitarbeiterzahl und Prozess ab. Vier typische Profile helfen dir bei der Entscheidung.

  • Gründer und Kleinstteams (1 bis 10): Lexware Office Lohn für simple, günstige Abrechnung mit Buchhaltungsanbindung.
  • Wachsende Startups (20 bis 150): Personio oder heavenHR, wenn du HR-Prozesse komplett digitalisieren willst.
  • Klassischer Mittelstand: DATEV, wenn dein Steuerberater damit arbeitet. Sage, wenn du eine eigene Inhouse-Suite suchst.
  • Ohne Lohn-Know-how: Outsourcing über Paychex, um Haftungsrisiken aus dem Haus zu geben.

Teste im Zweifel zwei Anbieter mit einem Probemonat. So merkst du schnell, welche Oberfläche zu deinem Alltag passt, bevor du dich langfristig bindest.

FAQ

Häufige Fragen zur Lohnabrechnung

Brauche ich trotz Lohnsoftware noch einen Steuerberater?
Nicht zwingend. Moderne Cloud-Tools wie Lexware Office oder Personio rechnen Standard-Löhne ohne Vorkenntnisse ab und senden die Meldungen automatisch an Finanzamt und Krankenkassen. Die Haftung für korrekte Eingaben liegt aber bei dir als Arbeitgeber. Viele Firmen wählen eine Hybrid-Lösung: monatliche Abrechnung selbst, Jahresabschluss und Spezialfälle über den Steuerberater.
Was bedeutet ITSG-zertifiziert und warum ist das wichtig?
Die ITSG prüft im Auftrag der Krankenkassen, ob eine Software Sozialversicherungsdaten korrekt und sicher übermittelt. Ohne dieses Zertifikat darf ein Programm in Deutschland keine elektronischen Meldungen an Krankenkassen versenden. Das Zertifikat ist damit das wichtigste Auswahlkriterium. Alle Anbieter in diesem Vergleich besitzen es.
Was kostet eine Lohnabrechnung pro Mitarbeiter?
Cloud-Anbieter berechnen meist eine Grundgebühr von 10 bis 20 € pro Monat plus 5 bis 15 € je abgerechnetem Mitarbeiter. Eine Firma mit 10 Beschäftigten zahlt damit oft zwischen 60 und 150 € im Monat. Komplettes Outsourcing beim Steuerberater oder Dienstleister kostet eher 15 bis 30 € pro Mitarbeiter und Abrechnung.
Kann ich die Lohnsoftware mitten im Jahr wechseln?
Ja, der saubere Zeitpunkt ist aber der Jahreswechsel im Januar. Wechselst du unterjährig, überträgst du die Lohnkonten-Vortragswerte der bisherigen Monate ins neue System, damit die Jahreslohnsteuer stimmt. Gute Anbieter liefern dafür Import-Assistenten, etwas Aufwand bleibt trotzdem.
Florians Finanz Fazit

Erst den Bedarf klären, dann die Software

Die beste Lohnsoftware gibt es nicht, es gibt nur die beste für deine Situation. Wer als Gründer ein kleines Team führt, fährt mit Lexware Office schnell und günstig. Wer ganze HR-Prozesse digitalisieren will, bekommt mit Personio ein modernes Komplettpaket.

Mein wichtigster Rat: Kläre zuerst deine Sonderfälle. Hast du Baulohn oder öffentlichen Dienst, führt kaum ein Weg an DATEV vorbei, egal wie schick eine Cloud-App aussieht. Diese eine Frage entscheidet mehr als jeder Preisvergleich.

Und denk an die Haftung. Die Software meldet zuverlässig, die Richtigkeit der Daten verantwortest du. Wer kein Lohn-Wissen aufbauen will, gibt die Abrechnung lieber komplett aus der Hand und schläft ruhiger.

Florian Baumann, Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Als Unternehmer kennt er die Lohnabrechnung aus eigener Praxis. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

Mehr über Florian erfahren →
Finanzfacts Logo Finanzfacts

Finanzbildung für Anfänger

Haftungsausschluss & Transparenz

Die auf finanzfacts.de bereitgestellten Inhalte, Rechner und Vergleiche dienen reinen Informationszwecken und stellen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Daten. Investitionen an der Börse sind mit Risiken verbunden, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Historische Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Triff finanzielle Entscheidungen immer auf Basis deiner eigenen Recherche.

Werbehinweis

Einige Links auf dieser Website sind sogenannte Affiliate-Links (Partnerlinks). Wenn du über einen solchen Link ein Produkt kaufst oder ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen dabei keinerlei Zusatzkosten und du unterstützt damit den kostenfreien Betrieb unserer Rechner.

Fragen oder Fehler gefunden? Schreib uns: florian.baumann@finanzfacts.de oder gehe zur Kontaktseite.