Steuerberater Kosten Rechner
Berechne die voraussichtlichen Kosten deines Steuerberaters auf Basis der amtlichen Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Du brauchst dafür nur den Gegenstandswert.
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Kurz gesagt
Eine Einkommensteuererklärung für Arbeitnehmer mit 40.000 € Jahreseinkommen kostet beim Steuerberater nach StBVV zwischen 113 € und 675 € netto. Bei durchschnittlicher Komplexität rechnet der Rechner mit 394 € netto, inklusive 19 % Mehrwertsteuer sind das 469 €. Den genauen Betrag vereinbarst du mit deinem Steuerberater, die Gebührentabelle gibt nur den Rahmen vor.
Beispielrechnung: Steuerberaterkosten für die Einkommensteuererklärung
Alle Fälle gelten für die Einkommensteuererklärung von Arbeitnehmern oder Rentnern ohne Zusatzleistungen.
| Jahreseinkommen | Komplexität | Mindestkosten (netto) | Wahrscheinliche Kosten (netto) | Gesamtkosten (brutto) |
|---|---|---|---|---|
| 25.000 € | Durchschnittlich | 85 € | 299 € | 356 € |
| 40.000 € | Einfach | 113 € | 113 € | 134 € |
| 40.000 € | Durchschnittlich | 113 € | 394 € | 469 € |
| 60.000 € | Durchschnittlich | 140 € | 490 € | 583 € |
| 100.000 € | Durchschnittlich | 169 € | 591 € | 703 € |
Die Werte beruhen auf den Gebührentabellen der StBVV, die tatsächliche Vergütung vereinbarst du individuell, Stand Oktober 2026. Gerechnet mit diesem Rechner von finanzfacts.de.
Was kostet ein Steuerberater wirklich?
Wie die StBVV rechnet, welche Tabelle für welche Leistung gilt und wo du sparst.
Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV)
Ohne besondere Vereinbarung richten sich die Kosten eines Steuerberaters in Deutschland nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), die seit Dezember 2012 die frühere StBGebV ersetzt. Die Gebührentabellen gelten in der Fassung vom 1. Juli 2025. Die Verordnung legt Mindest- und Höchstsätze fest, innerhalb derer der Steuerberater seinen konkreten Satz nach Schwierigkeit, Umfang und Bedeutung der Angelegenheit bestimmt.
Die Grundlage der meisten Gebühren ist der sogenannte Gegenstandswert, also der wirtschaftliche Wert, um den es geht (z. B. das Jahreseinkommen bei der Einkommensteuererklärung oder der Jahresumsatz bei der Buchführung). Anhand dieses Werts liest der Steuerberater aus einer amtlichen Tabelle die sogenannte volle Gebühr ab. Der Steuerberater berechnet dann einen Bruchteil dieser vollen Gebühr als sogenannten Zehntelsatz.
Wird also z. B. ein Gegenstandswert von 40.000 € zugrunde gelegt, ergibt sich aus Tabelle A eine volle Gebühr von 1.125 €. Bei der Mittelgebühr von 3,5/10 kostet die Einkommensteuererklärung demnach 393,75 € netto.
Welche Tabellen gelten für welche Leistung?
Die StBVV kennt drei Gebührentabellen, die je nach Leistungsart angewendet werden. Jede Tabelle arbeitet in Stufen: Bis zu einem bestimmten Gegenstandswert gilt ein fester Betrag, darüber der nächste.
- Tabelle A: Gilt für die Steuererklärungen (Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer). Gegenstandswert ist je nach Erklärung die Summe der positiven Einkünfte, ein Zehntel der Umsätze, das Einkommen oder der Gewerbeertrag, jeweils mit einem Mindestwert von 8.000 € (Körperschaftsteuer 16.000 €).
- Tabelle B: Gilt für den Jahresabschluss nach § 35 StBVV. Gegenstandswert ist das Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung.
- Tabelle C: Gilt für die laufende Buchführung nach § 33 StBVV. Gegenstandswert ist der höhere Betrag aus Jahresumsatz und Aufwand; die daraus folgende Gebühr ist eine Monatsgebühr.
| Leistung | Rechtsgrundlage | Gegenstandswert | Zehntelsatz-Rahmen |
|---|---|---|---|
| Einkommensteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 1 StBVV | Summe der positiven Einkünfte, mind. 8.000 € | 1/10 – 6/10 |
| Umsatzsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 8 StBVV | 10 % der Umsätze, mind. 8.000 € | 1/10 – 8/10 |
| Gewerbesteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 5 StBVV | Gewerbeertrag, mind. 8.000 € | 1/10 – 6/10 |
| Körperschaftsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 3 StBVV | Einkommen vor Verlustabzug, mind. 16.000 € | 2/10 – 8/10 |
| Jahresabschluss | § 35 Abs. 1 Nr. 1a StBVV | Mittel aus Bilanzsumme und Jahresleistung | 10/10 – 40/10 |
| Buchführung (monatlich) | § 33 Abs. 1 StBVV | Höherer Wert aus Jahresumsatz und Aufwand | 2/10 – 12/10 |
Typische Kosten im Überblick
Die Tabelle zeigt, was die StBVV für typische Fälle vorsieht, jeweils netto ohne Auslagen und Mehrwertsteuer. Unterer und oberer Satz bilden den Rahmen der Verordnung, die Mittelgebühr ist der übliche Ansatz für einen Durchschnittsfall.
| Leistung (Beispielwert) | Unterer Satz | Mittelgebühr | Oberer Satz |
|---|---|---|---|
| Einkommensteuererklärung, Einkünfte 40.000 € | 113 € | 394 € | 675 € |
| Einkommensteuererklärung, Einkünfte 60.000 € | 140 € | 490 € | 839 € |
| Umsatzsteuererklärung, Umsatz 100.000 € | 61 € | 272 € | 484 € |
| USt-Voranmeldung je Quartal, Umsatz 100.000 € | 20 € | 70 € | 120 € |
| Gewerbesteuererklärung, Gewerbeertrag 50.000 € | 130 € | 456 € | 782 € |
| Körperschaftsteuererklärung, Einkommen 100.000 € | 338 € | 845 € | 1.351 € |
| Jahresabschluss, Gegenstandswert 200.000 € | 548 € | 1.370 € | 2.192 € |
| Buchführung je Monat, Umsatz 200.000 € | 55 € | 193 € | 330 € |
| Lohnabrechnung je Mitarbeiter und Monat | 6 € | 18 € | 30 € |
Buchführung, Lohnabrechnung und Voranmeldung rechnet die Kanzlei je Monat oder Quartal ab, alle anderen Werte gelten je Erklärung oder Abschluss. Selbstständige zahlen für die Einnahmenüberschussrechnung zusätzlich eine eigene Gebühr nach § 25 StBVV. Gerechnet mit den Tabellen der StBVV in der Fassung ab 01.07.2025.
So senkst du die Steuerberaterkosten
Steuerberaterkosten lassen sich durch einfache Maßnahmen spürbar reduzieren. Der größte Kostentreiber ist der Zeitaufwand, den der Steuerberater für das Sortieren, Nachfragen und Nachrechnen aufbringt.
- Belege digital und vollständig einreichen: Wer alle Unterlagen strukturiert und vollständig liefert, senkt den Zeitaufwand der Kanzlei spürbar. Frag nach, ob dein Steuerberater dafür einen niedrigeren Zehntelsatz ansetzt.
- Buchhaltungssoftware selbst nutzen: Tools wie Lexoffice, Sevdesk oder FastBill übernehmen die Grundbuchführung, der Steuerberater prüft und schließt ab. Das ist günstiger als die vollständige Auslagerung.
- Pauschalvereinbarung abschließen: Bei regelmäßigem Mandatsverhältnis bieten viele Kanzleien Pauschalverträge an, die günstiger als Einzelabrechnungen sind.
- Steuererklärung selbst vorbereiten: Wer das ELSTER-Formular so weit wie möglich vorbefüllt und nur prüfen lässt, zahlt deutlich weniger als beim Rundum-sorglos-Paket.
- Kanzlei vergleichen: Die StBVV schreibt Mindest- und Höchstsätze vor, nicht einen fixen Betrag. Besonders für kleinere Mandate lohnt sich ein Vergleich von zwei bis drei Angeboten.
Häufige Fragen zu Steuerberater-Kosten
Muss ein Steuerberater nach der StBVV abrechnen?
Was ist der Unterschied zwischen Gebühr und Auslagen?
Kann ich Steuerberaterkosten selbst von der Steuer absetzen?
Lohnt sich ein Steuerberater für Arbeitnehmer?
Was kostet ein Steuerberater für eine GmbH?
Tabellen, Zehntelsätze und Grenzen des Steuerberaterkosten-Rechners
Der Rechner bildet die Steuerberatervergütungsverordnung nach: Aus dem Gegenstandswert (etwa Einkommen oder Bilanzsumme) liefert die passende Tabelle eine volle Gebühr. Davon rechnet der Steuerberater einen Zehntelsatz ab, dessen Rahmen von der Leistung abhängt. Deine Angabe zur Komplexität verschiebt den Satz zwischen unterem Rahmen, Mittelgebühr und oberem Rahmen. Die Tabellen liest er wie die Verordnung in Stufen ab, oberhalb der letzten Stufe gelten die Mehrbetragsregeln der Anlagen.
- Tabelle A, B und C der StBVV in der seit 01.07.2025 geltenden Fassung (BGBl. 2025 I Nr. 105): Anlage 1, Anlage 2, Anlage 3. Zehntelrahmen nach § 24, § 33 (2/10 bis 12/10, Mittelgebühr 7/10) und § 35 StBVV (10/10 bis 40/10). Mindestgegenstandswerte nach § 24: 8.000 € (Einkommen-, Umsatz-, Gewerbesteuer), 16.000 € (Körperschaftsteuer).
- Zusatzleistungen nach StBVV: USt-Voranmeldung nach § 24 Abs. 1 Nr. 7 (1/10 bis 6/10 der Tabelle A, Gegenstandswert 10 % des Umsatzes im Voranmeldungszeitraum, mindestens 650 €), Lohnabrechnung nach § 34 Abs. 2 (6 bis 30 € je Mitarbeiter und Monat, ohne Einrichtung der Lohnkonten), Beratungsstunde nach der Zeitgebühr (§ 13 StBVV: 16,50 bis 41 € je angefangene Viertelstunde, also 66 bis 164 € je Stunde).
- Auslagen und Post- und Telekommunikationspauschale (§ 16), die separate Gebühr für die Ermittlung der Einkünfte (§§ 25, 27).
- Individuell vereinbarte Honorare nach § 4 StBVV. Viele Kanzleien arbeiten mit Pauschalen ober- oder unterhalb der Tabellenwerte.
Inhaltlich geprüft am 24. Oktober 2026 von Florian Baumann. Mehr zur Arbeitsweise: So entstehen die Inhalte.
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Alle Quellen zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026.