Skontorechner
Berechne deinen Skontobetrag, den tatsächlich zu zahlenden Rechnungsbetrag und den effektiven Jahreszins beim Verzicht auf Skonto.
Alles rund um Skonto
Was Skonto ist, wie du ihn berechnest und wann sich die Nutzung wirklich lohnt.
Was ist Skonto?
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass, den ein Lieferant gewährt, wenn der Rechnungsempfänger die Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist leistet. Typische Formulierungen auf Rechnungen lauten: „zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto“. Du hast dann die Wahl, entweder frühzeitig den reduzierten Betrag zu überweisen oder den vollen Rechnungsbetrag später zu zahlen.
Skonto ist im Handelsrecht weit verbreitet und kommt vor allem im B2B-Bereich vor. Für den Gläubiger schafft er einen Anreiz zur schnellen Zahlung. Für den Schuldner bedeutet er eine direkte Kostenersparnis. Bei den Fristen setzt das Gesetz übrigens Grenzen: Vereinbarte Zahlungsziele zwischen Unternehmen dürfen laut § 271a BGB im Regelfall höchstens 60 Tage betragen.
Formeln Schritt für Schritt
Die Berechnung von Skonto besteht aus drei Schritten. Als Grundlage dient immer der Bruttorechnungsbetrag.
Schritt 1: Skontobetrag
Schritt 2: Zu zahlender Betrag
Schritt 3: Effektiver Jahreszins beim Skontoverzicht
Der effektive Jahreszins zeigt, wie teuer der Verzicht auf Skonto ist. Zahlst du erst am Ende des Zahlungsziels, nimmst du faktisch einen Lieferantenkredit auf: Du leihst dir den Zahlbetrag für die Differenztage und zahlst dafür den Skontobetrag als Zinsen.
Typische Skontokonditionen im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt, wie stark sich unterschiedliche Skontosätze und Fristen auf den effektiven Jahreszins auswirken. Als Rechnungsbetrag dienen jeweils 10.000 €.
| Skontosatz | Skontofrist | Zahlungsziel | Skontobetrag | Zahlbetrag | Eff. Jahreszins |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 % | 10 Tage | 30 Tage | 100,00 € | 9.900,00 € | 18,18 % |
| 2 % | 10 Tage | 30 Tage | 200,00 € | 9.800,00 € | 36,73 % |
| 3 % | 10 Tage | 30 Tage | 300,00 € | 9.700,00 € | 55,67 % |
| 2 % | 14 Tage | 60 Tage | 200,00 € | 9.800,00 € | 15,97 % |
| 2 % | 5 Tage | 30 Tage | 200,00 € | 9.800,00 € | 29,39 % |
Schon 2 % Skonto bei 10 Tagen Frist und 30 Tagen Zahlungsziel entsprechen einem effektiven Jahreszins von rund 37 %. Keine risikofreie Geldanlage bringt dir auch nur annähernd so viel.
Wann lohnt sich Skonto wirklich?
Skonto lohnt sich fast immer, weil der effektive Jahreszins beim Verzicht in der Regel weit über den Kontokorrentzinsen liegt. Ein paar Punkte musst du trotzdem im Blick behalten:
- Liquidität sichern: Nutze Skonto nur, wenn die frühzeitige Zahlung deine Liquidität nicht gefährdet. Ein teurer Dispozins kann den Vorteil aufzehren.
- Kreditkosten vergleichen: Liegt dein Kontokorrentzins unter dem effektiven Skonto-Jahreszins, lohnt es sich, den Kredit in Anspruch zu nehmen und Skonto zu ziehen.
- Umsatzsteuer beachten: Der Skontoabzug mindert die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer. Rechnungsempfänger müssen den Vorsteuerabzug entsprechend anpassen.
- Konditionen aushandeln: Im B2B-Bereich sind Skontosätze und Fristen oft verhandelbar. Längere Fristen bei gleichem Skonto verbessern deinen Handlungsspielraum erheblich.
- Fristen nicht verpassen: Nutze Buchhaltungssoftware mit Fälligkeitserinnerungen, damit keine Skontofrist ungenutzt verstreicht.
Häufige Fragen zu Skonto
Wie berechnet man Skonto aus einem Bruttobetrag?
Hat Skonto Auswirkungen auf die Umsatzsteuer?
Was bedeutet „netto Kasse“ auf einer Rechnung?
Kann ich Skonto auch bei Teilzahlungen nutzen?
Rechtliche Grundlagen
Skonto liegen lassen ist der teuerste Kredit in deiner Buchhaltung
2 % Skonto bei „10 Tage, netto 30“ entsprechen rund 37 % effektivem Jahreszins. Wer Skonto verstreichen lässt, finanziert seinen Lieferanten zu Konditionen, die er bei keiner Bank akzeptieren würde. Deshalb gilt für mich: Skonto ziehst du immer, solange dein Finanzierungszins darunter liegt.
Das lohnt sich selbst auf Pump: Ein Kontokorrentkredit kostet meist 8 bis 13 %, der Skontoverzicht ein Vielfaches davon. Gehe also lieber kurz ins Minus, statt die Frist verstreichen zu lassen. Was ein Konto-Minus wirklich kostet, zeigt dir der Dispo-Rechner.
Damit das dauerhaft klappt, brauchst du Liquidität zum richtigen Zeitpunkt. Parke deinen Puffer deshalb nicht unverzinst auf dem Geschäftskonto: Passende Anbieter findest du im Firmen-Tagesgeld-Vergleich.
