Unternehmensbewertung

Firmenwert Rechner

Berechne den Wert deines Unternehmens mit drei anerkannten Bewertungsmethoden: Ertragswertverfahren, EBITDA-Multiple und Substanzwertverfahren.

12,0 %
Dein Ergebnis
Firmenwert-Bandbreite
650.000 € – 2,2 Mio. €
Min. bis Max. der drei Methoden
Ertragswert
2,08 Mio. €
Ertragswertverfahren
EBITDA-Multiple
2,2 Mio. €
Multiplikatorverfahren
Substanzwert
650.000 €
Substanzwertverfahren
Umsatz-Multiple
2 Mio. €
Umsatzbezogene Bewertung
Methoden im Vergleich (relativ zum Maximalwert)
Ertragswert
EBITDA-Multiple
Substanzwert
Hinweis: Diese Berechnung dient als erste Orientierung. Der tatsächliche Transaktionspreis hängt von weiteren Faktoren ab: Marktlage, Wachstumspotenzial, Kundenbindung, Abhängigkeit vom Inhaber, Verhandlungsposition und branchenspezifischen Besonderheiten. Ziehe bei konkreten Verkaufsabsichten einen M&A-Berater oder Wirtschaftsprüfer hinzu.

Kurz gesagt

Ein Dienstleister mit 2 Mio. € Umsatz, 400.000 € EBITDA und 250.000 € Jahresgewinn ist laut Rechner zwischen 650.000 € und 2,2 Mio. € wert. Das Ertragswertverfahren mit 12 % Kapitalisierungszins ergibt 2,08 Mio. €, das EBITDA-Multiple von 5,5 ergibt 2,2 Mio. €, der Substanzwert liegt bei 650.000 €. Wie hoch der Multiplikator ausfällt, hängt vor allem von deiner Branche ab.

Beispielrechnung: Firmenwert nach Branche

Die ersten vier Fälle rechnen mit 2 Mio. € Umsatz, 400.000 € EBITDA, 250.000 € Gewinn, 600.000 € Eigenkapital, 50.000 € stillen Reserven und 12 % Kapitalisierungszins.

FallErtragswertEBITDA-MultipleSubstanzwertWertspanne
Beratung / Dienstleistungen (Faktor 5,5x)2,08 Mio. €2,2 Mio. €650.000 €650.000 € bis 2,2 Mio. €
Software / IT / SaaS (Faktor 10x)2,08 Mio. €4 Mio. €650.000 €650.000 € bis 4 Mio. €
Bau / Handwerk (Faktor 4x)2,08 Mio. €1,6 Mio. €650.000 €650.000 € bis 2,08 Mio. €
Gastronomie / Hotel (Faktor 3x)2,08 Mio. €1,2 Mio. €650.000 €650.000 € bis 2,08 Mio. €
Kleiner Dienstleister: 500.000 € Umsatz, 100.000 € EBITDA, 60.000 € Gewinn, 150.000 € Eigenkapital, keine stillen Reserven500.000 €550.000 €150.000 €150.000 € bis 550.000 €

Die Werte sind eine grobe Orientierung, eine echte Unternehmensbewertung berücksichtigt weitere Faktoren, Stand Oktober 2026. Gerechnet mit diesem Rechner von finanzfacts.de.

Firmenwert berechnen

Die drei wichtigsten Bewertungsmethoden und ihre Anwendung in der Praxis

Methode 1

Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Methode zur Unternehmensbewertung und wird vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) im Standard S1 geregelt. Es berechnet den Unternehmenswert auf Basis der nachhaltig erzielbaren Gewinne.

Ertragswert = Nachhaltig erzielbarer Jahresertrag / Kapitalisierungszins

Beispiel: 250.000 € / 0,12 = 2.083.333 €
Der Kapitalisierungszins setzt sich zusammen aus: risikolosem Basiszins (aktuell ca. 3,75 %, IDW S 1, Stand Oktober 2026) + branchenspezifischem Risikozuschlag (typisch 8–20 %).

Der nachhaltig erzielbare Jahresertrag ist nicht identisch mit dem ausgewiesenen Jahresgewinn. Er wird um einmalige Ertrags- und Aufwandsposten bereinigt und um ein marktgerechtes Inhabergehalt korrigiert. Typische Korrekturen betreffen: überhöhte oder zu niedrige Inhabergehälter, einmalige Verluste oder Gewinne, nicht betriebsnotwendiges Vermögen sowie steuerliche Optimierungen.

Methode 2

EBITDA-Multiplikatorverfahren

Das Multiplikatorverfahren ist in der M&A-Praxis die dominierende Methode, weil es schnell anwendbar ist und sich direkt an Markttransaktionen orientiert. Der Firmenwert ergibt sich, indem das EBITDA mit einem branchenspezifischen Faktor multipliziert wird.

Unternehmenswert = EBITDA × Branchenmultiplikator

Beispiel Industrie: 400.000 € × 6,5 = 2.600.000 €
Der Multiplikator schwankt je nach Konjunktur, Zinsniveau, Wachstumsprofil und Unternehmensgröße erheblich. Die Faktoren in der Tabelle sind Orientierungswerte aus der Bewertungspraxis für kleine und mittlere Unternehmen, keine amtlichen Werte. Echte Transaktionen weichen je nach Größe, Wachstum und Marktphase deutlich ab.
BrancheMultiplikator (niedrig)Multiplikator (hoch)Typisch (KMU)
Software / SaaS8x15x10x
E-Commerce5x9x7x
Gesundheit / Pharma7x12x9x
Industrie / Maschinenbau5x8x6,5x
Großhandel (B2B)4x6x5x
Einzelhandel (B2C)3x5x4x
Beratung / Dienstleistungen4x7x5,5x
Bau / Handwerk3x5x4x
Gastronomie / Hotel2x4x3x
Praxishinweis: Kleine Unternehmen unter 500.000 € EBITDA erzielen in der Regel niedrigere Multiples als größere Unternehmen. Ab einem EBITDA von 2 Mio. € steigt die Käufernachfrage deutlich und damit auch der erzielbare Multiplikator. Das Umsatz-Multiple im Ergebnis (Umsatz mal branchentypischem Faktor, etwa 1,0 bei Dienstleistern und 2,5 bei Software) dient nur als Plausibilitätscheck und fließt nicht in die Bandbreite ein.
Methode 3

Substanzwertverfahren

Der Substanzwert entspricht dem Wiederbeschaffungswert aller Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden. Er gilt als Untergrenze der Bewertung und ist besonders relevant bei Unternehmen mit hohem Anlagevermögen, wie Produktionsbetrieben oder Immobilienunternehmen.

Substanzwert = Eigenkapital (Buchwert) + Stille Reserven

Beispiel: 600.000 € + 50.000 € = 650.000 €
Stille Reserven entstehen, wenn Vermögensgegenstände zu historischen Anschaffungskosten bilanziert werden, ihr aktueller Marktwert aber höher liegt (z.B. Immobilien, Maschinen, Patente).

Reine Dienstleistungsunternehmen mit geringem Anlagevermögen haben oft einen niedrigen Substanzwert. Hier liegt der Kaufpreis in der Regel deutlich über dem Substanzwert, da der Firmenwert (Goodwill) den entscheidenden Wertanteil ausmacht.

Praxis

Welche Methode ist die richtige?

In der Praxis wenden erfahrene M&A-Berater immer mehrere Methoden gleichzeitig an und bilden dann eine begründete Bewertungskorridoraussage. Die drei gängigsten Vorgehensweisen:

  • Kleine KMU (Umsatz unter 1 Mio. €): Häufig dominiert das Ertragswertverfahren, ergänzt durch den Substanzwert als Untergrenze.
  • Mittelstand (1–20 Mio. € Umsatz): Kombination aus Ertragswert und EBITDA-Multiple; Substanzwert als Orientierung.
  • Wachstumsunternehmen / Start-ups: DCF-Verfahren (Discounted Cash Flow) oder umsatzbasierte Multiples, da EBITDA oft negativ oder zu niedrig ist.
  • Immobilien- oder produktionsintensive Unternehmen: Substanzwert gewinnt an Gewicht; teils Mischverfahren aus Substanz- und Ertragswert.
Faustformel für KMU: Der tatsächlich erzielte Kaufpreis liegt meistens zwischen dem Ertragswert und dem EBITDA-Multiple. Substanzwert und Ertragswert bilden häufig die Bandbreite, innerhalb derer verhandelt wird.
FAQ

Häufige Fragen zum Firmenwert

Was ist der Unterschied zwischen Unternehmenswert und Kaufpreis?
Der Unternehmenswert ist das Ergebnis einer betriebswirtschaftlichen Bewertung. Der tatsächliche Kaufpreis entsteht in der Verhandlung und weicht in der Regel davon ab. Faktoren wie Dringlichkeit des Verkaufs, Verhandlungsgeschick, strategischer Mehrwert für den Käufer und Marktlage beeinflussen den Kaufpreis erheblich. Strategische Käufer (z.B. Wettbewerber, die Synergien heben wollen) zahlen oft mehr als Finanzinvestoren.
Wie hoch ist der Firmenwert bei einem Verlust?
Bei einem negativen nachhaltigen Ertrag liefert das Ertragswertverfahren keinen positiven Wert, bei negativem EBITDA auch das Multiple-Verfahren nicht. In diesem Fall tritt der Substanzwert in den Vordergrund. Für eine Veräußerung ist es jedoch empfehlenswert, zunächst die Profitabilität wiederherzustellen, da der erzielbare Kaufpreis bei verlustbringenden Betrieben stark sinkt. Ausnahme: Unternehmen mit wertvollem Kundenstamm, Patenten oder Markt-Know-how können trotz Verlusten interessant für strategische Käufer sein.
Welchen Kapitalisierungszins soll ich verwenden?
Der Kapitalisierungszins setzt sich aus dem risikolosen Basiszins (aktuell ca. 3,75 % nach IDW S 1, Stand Oktober 2026) und einem unternehmensspezifischen Risikozuschlag zusammen. Für kleine und mittlere Unternehmen wird der Risikozuschlag typischerweise mit 8–20 % angesetzt, was zu einem Gesamtzins von rund 12 bis 24 % führt. Unternehmen mit stabilen, wiederkehrenden Einnahmen (z.B. SaaS, lange Kundenverträge) erhalten einen niedrigeren Risikozuschlag als konjunkturabhängige Unternehmen.
Zählt der Firmenwagen oder das Privatvermögen zum Unternehmenswert?
Beim Kauf eines Unternehmens werden in der Regel nur betriebsnotwendige Vermögensgegenstände bewertet. Nicht betriebsnotwendiges Vermögen (z.B. Privatfahrzeuge, die dem Inhaber gehören, private Immobilien) ist separat zu bewerten und wird zum Unternehmenswert hinzuaddiert oder separat gehandelt. Beim Asset Deal und Share Deal gelten zudem unterschiedliche steuerliche Konsequenzen, die erheblichen Einfluss auf den Netto-Kaufpreis haben.
Florians Finanz Fazit

Der Rechner liefert die Bandbreite, der Käufer macht den Preis

Keine Formel ersetzt den Markt. Ich sehe die drei Methoden deshalb als Verhandlungswerkzeug: Der Substanzwert markiert deine Schmerzgrenze nach unten, Ertragswert und EBITDA-Multiple stecken den realistischen Korridor ab. Wer mit einer sauber begründeten Bandbreite in Gespräche geht, verhandelt deutlich besser als mit einer einzelnen Wunschzahl.

Der größte Werthebel steckt übrigens nicht in der Bewertungsmethode, sondern in deinem Unternehmen selbst. Wenn du einen Verkauf planst, fang zwei bis drei Jahre vorher an: Mach dich als Inhaber ersetzbar, baue wiederkehrende Umsätze auf und dokumentiere ein sauber bereinigtes EBITDA. Genau diese Punkte entscheiden, ob du den niedrigen oder den hohen Multiplikator deiner Branche bekommst.

Und nach dem Verkauf: Lass den Erlös nicht unverzinst auf dem Geschäftskonto liegen. Im Firmen-Tagesgeld-Vergleich siehst du, wo Unternehmen aktuell die besten Zinsen bekommen.

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Florian Baumann - Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und ist seit über 20 Jahren im Online-Marketing tätig. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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