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Dispozinsen-Rechner

Berechne die genauen Kosten deines Dispo-Kredits: Wie viel Zinsen zahlst du bei welchem Überziehungsbetrag und welcher Laufzeit?

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Alles über Dispozinsen

Hintergrundwissen, Formeln und praktische Tipps zum Dispositionskredit

Grundlagen

Was ist der Dispositionskredit?

Der Dispositionskredit (kurz: Dispo) ist ein von der Bank eingeräumter Kreditrahmen auf dem Girokonto (§ 504 BGB). Er erlaubt es, das Konto bis zu einem vereinbarten Betrag zu überziehen, ohne einen separaten Kredit beantragen zu müssen. Der Dispo-Rahmen richtet sich in der Regel nach dem monatlichen Gehaltseingang und beträgt häufig das Zwei- bis Dreifache des Nettoeinkommens.

Solange das Konto ausgeglichen ist, entstehen keine Kosten. Zinsen fallen ausschließlich auf den tatsächlich genutzten Betrag und nur für die Dauer der Überziehung an. Die Bank berechnet die Zinsen täglich und belastet sie in der Regel quartalsweise dem Konto.

Wichtig: Der Dispozinssatz liegt laut Bundesbank-Zinsstatistik im Durchschnitt bei rund 11,3 Prozent pro Jahr. Das ist erheblich teurer als ein klassischer Ratenkredit (oft 4 bis 6 Prozent p.a.). Wer den Dispo dauerhaft nutzt, sollte eine Umschuldung prüfen.
Berechnung

So werden Dispozinsen berechnet

Banken berechnen Dispozinsen auf Tagesbasis. Die Grundformel lautet:

Zinsen = Überziehungsbetrag × (Zinssatz / 100) / 365 × Anzahl Tage

Einige Banken rechnen mit 360 statt 365 Tagen (Bankjahr-Methode). Dies ergibt minimal höhere Zinsen.

Ein konkretes Beispiel: Du überziehst dein Konto um 2.000 € für 45 Tage bei einem Zinssatz von 11,3 Prozent p.a.:

2.000 € × (11,3 / 100) / 365 × 45 = 27,86 €

Der Tageszins beträgt in diesem Fall: 2.000 € × 0,113 / 365 = 0,62 € pro Tag.

Beispielrechnungen

Dispozinsen bei verschiedenen Szenarien

Die folgende Tabelle zeigt typische Kosten beim aktuellen Durchschnittszinssatz von 11,3 Prozent p.a. Der Vergleich verdeutlicht, wie stark Betrag und Laufzeit die Gesamtkosten beeinflussen.

Betrag 7 Tage 30 Tage 90 Tage 6 Monate 1 Jahr
500 € 1,08 € 4,64 € 13,93 € 28,17 € 56,50 €
1.000 € 2,17 € 9,29 € 27,86 € 56,35 € 113,00 €
2.000 € 4,33 € 18,58 € 55,73 € 112,69 € 226,00 €
5.000 € 10,84 € 46,44 € 139,32 € 281,73 € 565,00 €
10.000 € 21,67 € 92,88 € 278,63 € 563,45 € 1.130,00 €

Annahme: 11,3 % p.a., 365 Tage, keine Zinseszinsberechnung.

Vergleich

Dispozinsen im Bankvergleich

Die Zinssätze unterscheiden sich zwischen den Banken erheblich. Direktbanken bieten häufig deutlich günstigere Konditionen als Filialbanken. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte:

Banktyp Typischer Dispozins Jahreskosten bei 1.000 € Bewertung
Günstige Direktbank 5,0 bis 7,0 % p.a. 50 bis 70 € Gut
Durchschnitt Direktbank 8,0 bis 10,0 % p.a. 80 bis 100 € Mittel
Durchschnitt Filialbank 10,0 bis 13,0 % p.a. 100 bis 130 € Teuer
Teure Filial- oder Regionalbank 13,0 bis 16,0 % p.a. 130 bis 160 € Sehr teuer

Wer seinen Dispo regelmäßig nutzt, kann durch einen Bankwechsel leicht mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Ein Girokonto-Vergleich lohnt sich daher besonders bei dauerhafter Kontoüberziehung.

Tipps

So reduzierst du deine Dispo-Kosten

Der Dispositionskredit ist als kurzfristiger Puffer gedacht, nicht als Dauerfinanzierung. Mit diesen Maßnahmen senkst du deine Zinslast spürbar:

  • Ratenkredit statt Dispo: Bei dauerhafter Überziehung ist ein klassischer Ratenkredit deutlich günstiger. Die monatliche Rate kalkulierst du vorab im Kreditrechner.
  • Bankwechsel prüfen: Direktbanken bieten oft 4 bis 6 Prozentpunkte weniger Dispozinsen als Filialbanken. Bei 2.000 € Überziehung über ein Jahr macht das 80 bis 120 € Ersparnis.
  • Dispo-Limit anpassen: Wer sein Limit senkt, verhindert unbewusstes tieferes Überziehen. Viele Banken passen das Limit auf Anfrage kostenlos an.
  • Puffer-Konto anlegen: Ein separater Notgroschen von einem bis zwei Monatsgehältern auf dem Tagesgeldkonto macht den Dispo oft entbehrlich.
  • Gehaltseingang optimieren: Wer das Gehalt früher gutgeschrieben bekommt, kann die Überziehungsdauer verkürzen. Manche Arbeitgeber übermitteln Zahlungen bereits am Vortag.
  • Automatischen Vertragscheck machen: Prüfe regelmäßig Daueraufträge und Abonnements. Unnötige Abbuchungen zu Monatsbeginn sind häufige Dispo-Auslöser.
Faustregel: Nutzt du den Dispo länger als zwei Wochen am Stück und öfter als gelegentlich, lohnt sich eine Umschuldung in einen Ratenkredit. Der Zinsunterschied kann bei einem Betrag von 2.000 € und einem Jahr Laufzeit leicht 100 bis 150 € betragen.
FAQ

Häufige Fragen zum Dispozins

Wie oft bucht die Bank Dispozinsen ab?
Die meisten Banken belasten Dispozinsen quartalsweise zum Quartalsende, also am 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember. Einige Institute buchen monatlich ab. Den genauen Rhythmus findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.
Was ist der Unterschied zwischen Dispozins und Überziehungszins?
Der Dispozins gilt für Überziehungen innerhalb des eingeräumten Kreditrahmens (§ 504 BGB). Überschreitest du diesen Rahmen, greift zusätzlich der Überziehungszins für die geduldete Überziehung (§ 505 BGB). Er liegt meist noch einmal 3 bis 5 Prozentpunkte über dem Dispozins.
Wann lohnt sich die Umschuldung in einen Ratenkredit?
Sobald du den Dispo länger als zwei bis drei Wochen am Stück nutzt oder ihn nicht aus dem nächsten Gehaltseingang zurückführen kannst. Bei 3.000 € Saldo sparst du mit einem Ratenkredit zu 5 statt 11,3 Prozent rund 189 € Zinsen pro Jahr. Die passende Rate kalkulierst du mit dem Kreditrechner.
Darf die Bank den Dispozins einfach erhöhen?
Ja, bei variabler Verzinsung darf sie das, muss dich aber rechtzeitig vorher informieren, in der Regel mindestens zwei Monate im Voraus. Du kannst den Dispo in dieser Zeit zurückführen oder kündigen. Viele Banken koppeln den Satz an einen Referenzzins wie den EZB-Leitzins.
Florians Finanz Fazit
Der Dispo ist ein Notausgang, kein Dauerzustand

Ich halte den Dispo für eines der teuersten Finanzprodukte im Alltag. Rund 11,3 Prozent Zinsen im Schnitt sind viel Geld dafür, dass dir die Bank ein paar Tage Luft verschafft. Für die kurze Überbrückung bis zum Gehaltseingang ist das in Ordnung. Alles darüber hinaus kostet dich unnötig Geld.

Meine Empfehlung: Steckst du länger als zwei Wochen im Minus, rechne eine Umschuldung mit dem Kreditrechner durch. Und baue dir parallel einen Notgroschen von zwei bis drei Nettogehältern auf. Damit brauchst du den Dispo künftig gar nicht mehr.

Florian Baumann – Gründer finanzfacts.de
Über den Autor
Florian Baumann

Florian hat Wirtschaftsinformatik in Würzburg studiert und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit. Seit mehreren Jahren investiert er privat in ETFs, Aktien, Krypto und Immobilien. Mit finanzfacts.de möchte er Menschen den einfachsten Weg vom Finanzeinsteiger zum informierten Investor zeigen.

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