Florian Baumann
Florian Baumann GeprüftAktualisiert: 21. März 2026
Zinseszinsrechner 2025 / 2026

Zinseszinsrechner

Berechne, wie sich dein Kapital durch den Zinseszinseffekt über die Jahre entwickelt – mit oder ohne monatliche Sparrate.

Dein Ergebnis
Endkapital
Einzahlungen gesamt
Zinserträge
Zusammensetzung deines Endkapitals
Einzahlungen
Zinserträge
Kapitalentwicklung über die Laufzeit
Einzahlungen
Zinserträge
Gesamtkapital
Einzahlungen
Zinserträge
Endkapital
Jahr Einzahlung / Jahr Zinsen / Jahr Kapital Ende
Alles zum Zinseszins

Hintergründe, Formeln und Praxistipps rund um den Zinseszinseffekt

Grundlagen

Was ist der Zinseszinseffekt?

Der Zinseszinseffekt beschreibt das Phänomen, dass Zinserträge nicht nur auf das ursprüngliche Kapital anfallen, sondern auch auf bereits erzielte Zinsen. Dadurch wächst das Vermögen exponentiell statt linear. Albert Einstein soll den Zinseszins als „achtes Weltwunder“ bezeichnet haben – ob das Zitat echt ist, sei dahingestellt, die mathematische Wirkung ist jedenfalls beeindruckend.

In der Praxis bedeutet das: Je länger du dein Geld arbeiten lässt und je höher der Zinssatz ist, desto stärker wirkt der Effekt. Schon kleine regelmäßige Einzahlungen können über Jahrzehnte zu erheblichem Vermögen führen.

Berechnung

Die Zinseszinsformel

Die grundlegende Formel für den Zinseszins ohne zusätzliche Einzahlungen lautet:

Kn = K0 * (1 + r / m)(m * n)
Kn = Endkapital, K0 = Anfangskapital, r = Zinssatz (dezimal), m = Zinsperioden pro Jahr, n = Laufzeit in Jahren

Bei regelmäßigen monatlichen Einzahlungen (Sparrate S) kommt ein zweiter Term hinzu:

Kn = K0 * (1 + r/m)m*n + S * [((1 + r/m)m*n – 1) / (r/m)]
S = monatliche Sparrate (bei monatlicher Verzinsung, ansonsten auf die Zinsperiode umrechnen)
Praxistipp: Unser Rechner berücksichtigt automatisch die unterschiedlichen Zinsintervalle und rechnet die Sparrate korrekt auf die jeweilige Zinsperiode um. Eine optionale Dynamisierung erhöht die Sparrate jährlich um den angegebenen Prozentsatz.
Beispielrechnungen

Drei Szenarien im Vergleich

Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich sich Anfangskapital, Sparrate und Laufzeit auf das Endergebnis auswirken – jeweils bei 6 % jährlichem Zinssatz und monatlicher Verzinsung:

Szenario Anfangskapital Sparrate / Monat Laufzeit Endkapital davon Zinsen
Einsteiger 1.000 € 100 € 10 Jahre 18.236 € 5.236 €
Fortgeschritten 10.000 € 200 € 20 Jahre 125.584 € 67.584 €
Langfristig 25.000 € 500 € 30 Jahre 647.554 € 427.554 €
Erkenntnis: Im langfristigen Szenario machen die Zinserträge über 66 % des Endkapitals aus. Der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle Kraft erst über lange Zeiträume.
Praxistipps

So nutzt du den Zinseszins optimal

  • Früh anfangen: Selbst kleine Beträge profitieren über Jahrzehnte enorm vom Zinseszinseffekt. Jedes Jahr zählt.
  • Sparrate erhöhen: Eine jährliche Dynamisierung deiner Sparrate um 2 bis 3 % gleicht die Inflation aus und beschleunigt das Wachstum erheblich.
  • Zinsen reinvestieren: Lasse Dividenden und Zinsen automatisch wiederanlegen. Das ist der Kern des Zinseszinseffekts.
  • Kosten minimieren: Verwaltungsgebühren, Ausgabeaufschläge und hohe Transaktionskosten schmälern die Rendite. Günstige ETFs oder Indexfonds sind oft die bessere Wahl.
  • Nicht in Panik verkaufen: Kurzfristige Schwankungen an der Börse sind normal. Langfristig orientierte Anleger profitieren vom Zinseszins nur, wenn sie investiert bleiben.
  • Steuern berücksichtigen: In Deutschland fallen auf Kapitalerträge 25 % Abgeltungssteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag an (zusammen 26,375 %). Nutze deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Verheirateten) optimal aus.
Steuerliche Aspekte

Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge

Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 %, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Optional kommt noch Kirchensteuer hinzu. Ohne Kirchensteuer ergibt sich ein effektiver Steuersatz von 26,375 %.

Bestandteil Satz Berechnung
Abgeltungssteuer 25,00 % auf den Kapitalertrag
Solidaritätszuschlag 5,50 % auf die Abgeltungssteuer
Effektiver Steuersatz 26,375 % 25 % + (25 % * 5,5 %)

Der jährliche Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Einzelveranlagung) bzw. 2.000 € (Zusammenveranlagung) stellt Kapitalerträge bis zu dieser Höhe steuerfrei. Erst Erträge oberhalb dieser Grenze werden besteuert. In unserem Rechner wird die Steuer vereinfacht am Ende auf den gesamten Zinsertrag berechnet.

Vergleich

Einfluss des Zinsintervalls

Je häufiger die Zinsen gutgeschrieben und wieder verzinst werden, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Die Unterschiede sind bei höheren Zinssätzen deutlicher. Beispiel: 10.000 € Anfangskapital, 6 % Zinssatz, 20 Jahre, keine Sparrate:

Zinsintervall Zinsperioden / Jahr Endkapital nach 20 Jahren Differenz
Jährlich 1 32.071 € Referenz
Vierteljährlich 4 32.620 € + 549 €
Monatlich 12 33.102 € + 1.031 €
Häufige Fragen

FAQ zum Zinseszinsrechner

Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?
Beim einfachen Zins werden Zinsen nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet. Beim Zinseszins werden die bereits erzielten Zinsen dem Kapital zugeschlagen und in der nächsten Periode ebenfalls verzinst. Dadurch wächst das Vermögen exponentiell.
Wie oft sollten die Zinsen gutgeschrieben werden?
Je häufiger die Zinsen gutgeschrieben werden, desto besser für den Anleger. Monatliche Zinsgutschrift führt zu einem etwas höheren Endkapital als jährliche Gutschrift, da die Zinsen früher mitverzinst werden. In der Praxis ist der Unterschied bei moderaten Zinssätzen allerdings überschaubar.
Wie realistisch ist ein Zinssatz von 6 oder 7 Prozent?
Historisch betrachtet haben breit gestreute Aktien-ETFs (z. B. auf den MSCI World) langfristig eine durchschnittliche Rendite von ca. 7 bis 8 % pro Jahr erzielt – vor Inflation und Steuern. Festverzinsliche Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld liegen typischerweise deutlich niedriger (aktuell 2 bis 4 %). Der gewählte Zinssatz sollte die erwartete Anlageform widerspiegeln.
Was bedeutet „Dynamik der Sparrate“?
Eine Dynamisierung erhöht die monatliche Sparrate jährlich um einen festen Prozentsatz. Beispiel: Bei 200 € Sparrate und 2 % Dynamik steigt die Rate im zweiten Jahr auf 204 €, im dritten auf 208,08 €, usw. Das gleicht Gehaltssteigerungen und Inflation aus und führt langfristig zu deutlich höherem Endkapital.
Berücksichtigt der Rechner die Inflation?
Der Rechner zeigt das nominale Endkapital – also den Betrag ohne Berücksichtigung der Inflation. Um die reale Kaufkraft abzuschätzen, kannst du vom angenommenen Zinssatz die erwartete Inflationsrate (historisch ca. 2 %) abziehen. Bei 6 % nominalem Zins und 2 % Inflation läge die reale Rendite also bei etwa 4 %.
Wie wird die Abgeltungssteuer berechnet?
Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 % auf Kapitalerträge, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Ohne Kirchensteuer ergibt das einen effektiven Steuersatz von 26,375 %. Der Sparerpauschbetrag (1.000 € / 2.000 € bei Verheirateten) wird in unserem Rechner nicht automatisch abgezogen – der Rechner zeigt die volle Steuerbelastung.
Wann lohnt sich der Zinseszinseffekt besonders?
Der Zinseszinseffekt entfaltet seine größte Wirkung bei langen Anlagezeiträumen, höheren Zinssätzen und regelmäßigen Einzahlungen. Bereits ein Unterschied von wenigen Jahren kann das Ergebnis erheblich beeinflussen. Deshalb gilt: Je früher du anfängst, desto besser.
Kann ich das Ergebnis auf ETFs und Aktien übertragen?
Grundsätzlich ja, mit Einschränkungen. ETFs und Aktien schwanken im Wert – die tatsächliche Rendite weicht von Jahr zu Jahr ab. Der Rechner arbeitet mit einem konstanten Durchschnittszins, was eine Vereinfachung darstellt. Für eine langfristige Planung über 15+ Jahre ist die Annäherung aber durchaus brauchbar.
Was passiert, wenn ich die Sparrate zwischendurch ändere?
Der Rechner arbeitet mit einer konstanten monatlichen Sparrate (ggf. mit jährlicher Dynamisierung). In der Realität kannst du deine Sparrate natürlich jederzeit anpassen. Um verschiedene Szenarien zu vergleichen, führe einfach mehrere Berechnungen mit unterschiedlichen Sparraten durch.
Wie genau ist der Rechner?
Die mathematische Berechnung ist exakt. Die Ergebnisse sind allerdings Prognosen auf Basis konstanter Annahmen (fester Zinssatz, gleichbleibende Sparrate). In der Praxis können Schwankungen der Rendite, Inflation, Steueränderungen und Gebühren das tatsächliche Ergebnis beeinflussen. Der Rechner eignet sich hervorragend für eine erste Orientierung und Vergleiche verschiedener Szenarien.